Kaulhaaz’n-Fieber
Hoher Besuch aus dem Orient in Weismain
Die Männerbauchtanzgruppe, die der Scheich Hussein al Beck Schäfer mitgebracht hat, verzauberte das Publikum.
Die Männerbauchtanzgruppe, die der Scheich Hussein al Beck Schäfer mitgebracht hat, verzauberte das Publikum.
Roland Dietz
F-Signet von Roland Dietz Fränkischer Tag
Weismain – Über 25 Jahre gibt es in Weismain zum Fasching das Kaulhaaz’n-Fieber. Wegen der Rathaussanierung stieg die Sause samt Scheich erstmals im Saal des Kolpinghauses.

Nach zwei Jahren Zwangspause war das Publikum gespannt, was beim diesjährigen Kaulhaaz’n-Fieber an Spaß, Stimmung und Klamauk geboten wird. Schon 30 Minuten vor dem offiziellen Beginn waren alle Plätze im Saal des Kolpinghauses praktisch besetzt.

Auch an der Verpflegung hat sich nichts geändert in den letzten Jahren. Da wird kurzerhand daheim der Kühlschrank entleert und die Brotzeit von zu Hause mitgebracht. Jörg Daschner, Alexander Hofmann und Jürgen Bauer von der Blasmusik hatten sich ins Zeug gelegt, um mit ihrer Musikanlage für den richtigen Sound zu sorgen.

Oft kommt es anders als erwartet … auch in Weismain

Ein wenig Hoffnung bestand schon, als mit Scheich „Abdula al Gasi“ aus der in Katar ansässigen, weltweit operierenden Gesellschaft „Katar King Gas“ hoher Besuch angekündigt worden war. Sollte er doch die Energieprobleme in Weismain, ja sogar in ganz Oberfranken, lösen können.

Leider konnte sich am Abend Bürgermeister Michael Zapf aber nicht persönlich um den Gast kümmern, hatte er doch die Bewirtung übernommen und stand am Zapfhahn.

Als orientalische Musik erklang, zog der Scheich mit seinem Gefolge dann ins Kolpinghaus ein und wurde durch Zweiten Bürgermeister Matthias Müller und für die Übersetzung aus dem Arabischen von Frank Eitzenberger begrüßt. Dem Scheich gefiel, wie seinem Kamel, Weismain sehr gut. Etwas Bedenken hatte der hohe Gast wegen der vielen Baustellen, was er falsch interpretierte und dachte, es wird nach Öl oder Erdgas gebohrt.

Der Scheich aus Katar entspuppt sich als Fake

Die anwesenden Gäste freuten sich, hatte der Scheich doch Gas in Feuerzeugen als Werbegeschenke mitgebracht. Doch als die Vertragsunterzeichnung gelaufen war, musste Zweiter Bürgermeister Matthias Müller feststellen, dass es sich doch um einen groß angelegten Schmuh handelte.

Der Scheich aus Katar entpuppte sich als Hussein al Beck Schäfer aus Weismain. Dieser zielte darauf ab, seine Firmengase in die Weismainer Kläranlage abzuleiten und sich dies noch bezahlen zu lassen. Die Aufregung war groß. Auch das mitgebrachte Kamel war eine Attrappe.

Hussein al Beck Schäfer hatte aber schon vorgebaut und sphinxhafte männliche Bauchtänzer mitgebracht. Sie klimperten mit ihren Ketten und bewegten die Hüften gekonnt. Das Publikum war begeistert und hatte den möglichen Betrug schnell verziehen.

Ein Höhepunkt jagt in Weismain den nächsten

Im Endeffekt gab es kein Gas für Weismain, aber einen riesen Klamauk, zu dem die Besucher Tränen lachten und beim Bauchtanz Zugabe forderten.

Auch sonst reihte sich ein Höhepunkt an den nächsten. So sorgte der „Nölla“ Wolfgang Baumann aus Knellendorf wieder für gute Laune. Er hatte vorgeschlagen, eine digitale Fachkraft, genannt „Fousi“, als neuen Büttenredenschreiber in Weismain einzustellen. Aus „Fousi“ würde hier dann „Kaulhazi“.

Auch der „Baschoffer“ Edwin Jungkunz war bei der großen Blödelei wieder mit von der Partie. Er musste feststellen, dass ein Valentinstagsgeschenk in Form einer Primel aus der Gärtnerei Kunstmann wesentlich kostengünstiger sei als Ohringe vom Schmuckgeschäft.

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30 Mal im Kreisel

Ein tolles Zwiegespräch war nach dem Saunagang von Birgit Bräutigam, die sich in der Corona-Zeit zur Risikogruppe hochgefressen hatte, um geimpft zu werden , und ihrer Tochter Anne zu erleben. „Ein einziger Saunagang macht aus einem Kleinwagen noch keinen Porsche“, meinte die Tochter keck und hatte die Lacher auf ihrer Seite.

Einen weiteren Auftritt hatte Birgit Bräutigam mit Irene Holhut als „Die Schönsten der Stodt“. Holhut behauptete, ein XXL-Glühwürmchen zu sein. Beide waren nicht zufrieden über die Geschehnisse bei der Pülsbräu. Auch das 30er-Schild am Kreisel wurde kritisiert. Es hat ganz schön gedauert, bis dieser 30 Mal umrundet war.

Was ist übrigens der Unterschied eines alkohofreien Bieres und eines BHs an der Wäscheleine? „Das Beste ist schon draußen.“ Natürlich stieg auch der Till (Franz Besold) in die Bütt. Er nahm wieder die heimischen Geschehnisse humorvoll in geschliffenem Wort aufs Korn. Impfstoff von Karl Lauterbach, Rathaussanierung und Kläranlage waren Schwerpunkte in seiner Büttenrede.

Tanzdarbietungen der Extraklasse

Mit einem fast schon anrüchigen Lied wartete Irmgard Denzler auf: „Geh loss die Wäsch o, sunst semma alle blind“, beschrieb sie Situationen im Park, in der Disco, auf der Promenade oder mit einem Exhibitionisten. Das Publikum lachte inzwischen Tränen.

Klasse Auftritte hatten die Mädels verschiedener Gruppen des Turnvereins, die mit dem Prinzenpaar Julia und Hannes gekommen waren. Die Jugendtanzabteilung des TV Weismain brachte mit der Performance „Crazy what love“ aufs Parkett. Bei getanzten Stimmungseinlagen wie dem Fliegerlied, das „Rote Pferd“, „Komm hol das Lasso raus“ und „Cotton-Eye-Joe“ zum Finale waren alle begeistert und klatschten mit.

Dem standen die Cheerleader in nichts nach und boten eine Einlage mit Hebefiguren der Extraklasse. Ein Blickfang des Kaulhaziafaschings 2023 werden die blauen närrischen Weiber sein, die ihre Vorstellungen in Versform vortrugen.

Den Abschluss bildete dann Sängerin Theresa mit dem Lied: „Dafür mach mer Fasching, das ist unser Leben, was kann’s Schöneres geben, als Faschingsnarr zu sein“. Eine Riesenpolonaise beendete den herrlichen Abend offiziell, den Frank Eitzenberger mit Wortwitz und Geschick moderiert hatte.

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