Wirtschaft
Kulmbacher Firmen sehen für 2023 schwarz
Kulmbacher Firmen befürchten nach einer IHK-Umfrage, dass sich die Geschäftslage 2023 verschlechtern wird.
Kulmbacher Firmen befürchten nach einer IHK-Umfrage, dass sich die Geschäftslage 2023 verschlechtern wird.
Foto: oxie99 – stock.adobe/Dagmar Klumb
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Kulmbach – Die Unternehmen im Landkreis Kulmbach rechnen mehrheitlich mit einer Verschlechterung der Geschäftslage in 2023.

Wie eine Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth ergibt, rechnen nur noch vier Prozent mit einer Verbesserung der Geschäftslage, 54 Prozent mit einer Verschlechterung. Der Konjunkturklimaindex für die Region Kulmbach gibt um 30 Zähler nach und liegt nun bei nur noch 79 Punkten.

Ganz anders die aktuelle Geschäftslage: Ganze 36 Prozent der befragten Kulmbacher Unternehmen schätzen diese positiv ein, nur zwölf Prozent negativ. Damit verbessert sich der Saldo im Vergleich zur Frühjahrsumfrage von +16 auf +24 Punkte. Nur im IHK-Gremium Marktredwitz-Selb wird die aktuelle Geschäftslage noch positiver eingeschätzt. Die Wirtschaft profitiert von der noch guten Kapazitätsauslastung, die sich im Vergleich zum Frühjahr spürbar verbessert hat. Die Auftragseingänge lassen allerdings inzwischen spürbar nach, weiß die IHK.

Nicht nur eine Delle

„Mit Blick auf die derzeitigen und künftigen Herausforderungen verlässt die Kulmbacher Unternehmen die Zuversicht“, so Gremiums-Vorsitzender Harry Weiß. „Bei der aktuellen Situation handelt es sich nicht um eine Delle, sondern um eine existenzbedrohende Lage.“ Die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise, die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Waren, eine stark nachlassende Konsumlaune und ein mögliches erneutes Aufflammen der Corona-Pandemie verunsichern die Unternehmerinnen und Unternehmer enorm. Im Ergebnis schätzen die Kulmbacher Unternehmen die Entwicklung der Geschäftslage 2023 so schlecht ein wie keine zweite Teilregion. Gerade einmal vier Prozent erwarten einen Aufwärtstrend, 54 Prozent dagegen eine Verschlechterung. Damit fallen die Erwartungen auf ein Rekordtief.

Harry Weiß, IHK-Gremiumsvorsitzender
Harry Weiß, IHK-Gremiumsvorsitzender
Foto: Archiv/Sparkasse

Fast ein Drittel der Kulmbacher Unternehmen plant überhaupt keine Investitionen. „Die geplante Beschäftigtenentwicklung lässt hoffen, dass die Wirtschaftsregion Kulmbach ohne größeren Beschäftigtenrückgang durch den Winter kommt“, so Harry Weiß: „Man sieht deutlich, dass die aktuelle Konjunkturlage durch die dauerhafte Herausforderung der fehlenden Fach- und Arbeitskräfte überlagert wird.“

 

Vertrauen zu Standort aufbauen

Es müsse alles getan werden, damit Unternehmen wieder Vertrauen in den Standort Deutschland finden. Weiß: „Die aktuellen Notmaßnahmen wie der Gaspreisbremse kommen zwar etwas spät, sie sind aber richtig und wichtig.“ Aber auch andere Baustellen müssten dringend angegangen werden. „Ganz oben steht dabei die Bürokratie.“ Das Spektrum reiche von Genehmigungsverfahren über die Digitalisierung bis zum internationalen Handel.

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