Vatikan stimmt zu
Bamberger Erzbischof Ludwig Schick tritt zurück
Ludwig Schick
Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, blickt während eines Fototermins zum Fotografen.
Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild
von dpa
Bamberg/Rom – Das Erzbistum braucht einen neuen Oberhirten. Erzbischof Schick gibt sein Amt zwei Jahre vor der traditionellen Altersgrenze überraschend auf.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ist zurückgetreten. Papst Franziskus nahm sein Rücktrittsgesuch an, wie der Heilige Stuhl am Dienstag mitteilte. Damit sind in Deutschland mit Bamberg und Paderborn zwei Bischofsposten vakant.

Erzbischof Schick noch im April beim Papst

Generell bieten Bischöfe nach Vollendung des 75. Lebensjahres ihren Rücktritt beim Oberhaupt der katholischen Kirche an. Der 73-jährige Schick war Ende April noch zu einer Audienz bei Franziskus im Vatikan. Schicks Abgang kam für einige Beobachter überraschend.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, würdigte Schicks langjähriges Wirken. Er war 24 Jahre lang Mitglied der DBK gewesen.

Bätzing: "Sichere Instanz" im Kirchenrecht

«Du schaust auf eine lange und bewegte Zeit zurück», schrieb Bätzing in einem Brief an den 73-Jährigen. «Fast ein Vierteljahrhundert warst Du Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz und hast Dich engagiert eingebracht, Debatten wesentlich mitgeprägt und warst unsere sichere Instanz in allen Fragen des kirchlichen Rechts.»

Schick galt als liberaler Bischof

Schick galt als einer der liberaleren Bischöfe in der DBK. Mit Sachverstand und hintergründigem Humor, Präzision und der mutigen Nachfrage, mit Ideen und Perspektiven habe Schick die Bischofskonferenz bereichert. Ausdrücklich dankte Bätzing ihm dafür, dass er den Reformprozess des Synodalen Weges mitgegangen sei.

Aus Altersgründen Posten in der DBK abgegeben

Schon im vergangenen Jahr war Schick, der 1949 in Marburg geboren wurde, aus Altersgründen nicht mehr als Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz angetreten, die er von 2006 an geleitet hatte.

Zu einem Gruppenfoto mit Erzbischof Schick haben sich (v.li.) Zapfendorfs Bürgermeister Michael Senger, Äbtissin Mechtild Thürmer, Kirchenpfleger Siegfried Bauer, Pfarrvikar Philipp Janek und die vielen Ministranten zusammengefunden.
Zu einem Gruppenfoto mit Erzbischof Schick haben sich (v.li.) Zapfendorfs Bürgermeister Michael Senger, Äbtissin Mechtild Thürmer, Kirchenpfleger Siegfried Bauer, Pfarrvikar Philipp Janek und die vielen Ministranten zusammengefunden.
Foto: Joseph Beck
Erzbischof Ludwig Schick zelebrierte zusammen mit den Patres des Klosters Marienweiher das Wallfahrtsamt.
Erzbischof Ludwig Schick zelebrierte zusammen mit den Patres des Klosters Marienweiher das Wallfahrtsamt.
Foto: Oswald Purucker
Erzbischof Ludwig Schick (l.) weihte im Dom zu Bamberg Stefan Lunz zum Priester.
Erzbischof Ludwig Schick (l.) weihte im Dom zu Bamberg Stefan Lunz zum Priester.
Foto: Heinrichsblatt/Andreas Kuschbert
Erzbischof Ludwig Schick spendete den eucharistischen Segen in alle vier Himmelsrichtungen.
Erzbischof Ludwig Schick spendete den eucharistischen Segen in alle vier Himmelsrichtungen.
Foto: Marion Krüger-Hundrup
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick predigte abwechselnd mit Dorothea Greiner. Foto: Barbara Herbst
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick predigte abwechselnd mit Dorothea Greiner. Foto: Barbara Herbst
Foto:
Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick spricht beim Karfreitagsgottesdienst.
Foto: Matthias Merz/dpa/Archivbild
Zur Osternacht im Dom mit Erzbischof Ludwig Schick gehörte auch die Weihe der Osterkerze 2022, die er am Osterfeuer vor dem Fürstenportal entzündet hatte.
Zur Osternacht im Dom mit Erzbischof Ludwig Schick gehörte auch die Weihe der Osterkerze 2022, die er am Osterfeuer vor dem Fürstenportal entzündet hatte.
Foto: Marion Krüger-Hundrup
Erzbischof Ludwig Schick bei einer Diakonenweihe im Bamberger Dom
Erzbischof Ludwig Schick bei einer Diakonenweihe im Bamberger Dom
Foto: Marion Krüger-Hundrup
Erzbischof Ludwig Schick erbittet den Segen Gottes für den synodalen Prozess im Erzbistum Bamberg.
Erzbischof Ludwig Schick erbittet den Segen Gottes für den synodalen Prozess im Erzbistum Bamberg.
Foto: Marion Krüger-Hundrup
Erzbischof Ludwig Schick spendete Jugendlichen in der St. Martins-Kirche das Sakrament der Firmung.
Erzbischof Ludwig Schick spendete Jugendlichen in der St. Martins-Kirche das Sakrament der Firmung.
Foto: Marion Krüger-Hundrup

Seit 2002 Erzbischof in Bamberg

Schick war 1998 zum Weihbischof in Fulda ernannt worden, bereits vier Jahre später machte der damalige Papst Johannes Paul II. ihn zum Erzbischof von Bamberg.

Innerhalb der DBK war er außerdem Mitglied der Pastoralkommission und Beauftragter für Männerseelsorge.

Noch am Morgen des 1. Novembers hatte nichts auf den bevorstehenden Rücktritt Schicks hingedeutet. In einem Tweet um 9.27 Uhr hatte der noch amtierende Erzbischof den Menschen einen "gesegneten Allerheiligentag" gewünscht.

Wenige Stunden später machte das Erzbistum Bamberg den Rücktritt von Ludwig Schick dann in den sozialen Medien öffentlich.

 

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