Weihnachten steht vor der Tür. Die Zeit, in der wir mit kleinen oder auch großen Geschenken unseren Liebsten eine Freude machen wollen. Doch wie ist es um die Kauflaune der Forchheimer angesichts von Inflation und Energiekrise bestellt? Geben sie jetzt deutlich weniger Geld aus für Weihnachtsgeschenke? Und was bedeutet das für die Ladeninhaber? Viele Geschäfte in der Innenstadt sind nach zwei Corona-Jahren und der Dauerbaustelle rund um den Paradeplatz ohnehin gebeutelt. Der Dezember ist für viele der umsatzstärkste Monat im Jahr. Eigentlich.
Lohnt sich Einzelhandel noch?
„Wir sind sehr stark aufs Weihnachtsgeschäft angewiesen. Ich würde vielleicht sogar soweit gehen, dass das Weihnachtsgeschäft für uns als wichtiger Indikator gilt um abzuwägen, ob sich der Einzelhandel überhaupt noch lohnt und tragfähig ist“, sagt Gabriel Makowski vom Dekoladen „Hometerior“ in der Wallstraße. Er ist sich sicher, so geht es vielen in der Forchheimer Innenstadt. „Man darf ja auch nicht vergessen, dass trotz des offensichtlichen Ladensterbens, die Regierung und die Stadt Forchheim nur am zuschauen ist.“
Gut findet Makowski aber, dass Oberbürgermeister Uwe Kirschstein an der Weihnachtsbeleuchtung festhalte. Gleichzeitig fände er aber die Umsetzung eines verkaufsoffenen Sonntags in der Adventszeit eine gute Möglichkeit, um sowohl Bürger als auch Touristen in die Innenstadt zu locken.
Tatsächlich ist von der Stadt heuer kein verkaufsoffener Sonntag angedacht „Und rein organisatorisch in der Kürze der Zeit auch nicht machbar. Hierzu liefen die Planungen in den Vor-Corona-Jahren immer schon im Vorjahr, um sämtlichen Vorgaben Genüge zu tun“, erklärt Pressesprecherin Britta Kurth.
Wenig los in der Innenstadt
Doch auch unabhängig davon: Für Makowski gebe es eine „extreme Ignoranz des Ordnungsamts und der Stadträte“, die zu allen zeitgemäßen Vorschlägen und Vorhaben ihr Veto einlegen würden. „Es kommt immer ein Aber oder ein Nein. Und die Baustellensituation, welche sicherlich zu 30 bis 50 Prozent dafür verantwortlich ist, dass in der Innenstadt so wenig los ist, wird auch viel zu locker genommen.“ Der Dialog zu den Händlern und Gewerbetreibenden werde seitens der Stadt nicht gesucht: „Ich sage nur dazu: Fehlendes Citymanagement seit über einem Jahr.“
Hometerior plant nun an einem der Adventswochenenden eine Aktion mit kostenlosem Glühwein und weihnachtlichen Leckereien, „um bei dem ganzen Negativen auch mal wieder Freude zu schenken.“ Außerdem wird es einen Adventskalender geben, bei dem sich hinter jedem „Türchen“ eine Überraschung befindet.
Sich etwas gönnen
In der Buchhandlung „Osiander“ in der Hauptstraße blickt man dagegen relativ gelassen auf die bevorstehende Adventszeit. Zurückhaltung bei den Kunden sei hier nicht zu spüren. Das liegt laut Geschäftsführerin Monika Held vor allem daran, dass ihre Produkte generell nicht sehr hochpreisig sind und den Geldbeutel nicht ganz so belasten: „Es macht natürlich einen Unterschied, ob ich ein Buch für 20 bis 40 Euro kaufe, oder eine teure Jacke von 100 Euro. Und gerade in dieser schwierigen Zeit wollen sich viele einfach etwas gönnen.“
Was Held aber feststellt ist, dass die Leute in diesem Jahr früher dran sind als sonst. Und das sei auch gut so. „Es gibt einfach immer wieder Lieferverzögerungen wegen der Papier- und der Logistikbranche. Auch ich habe meine Ware viel früher bestellt als sonst“, sagt Held.
Bisher nicht sparsamer
Im Damenmodengeschäft „Ladendrei“ , ebenfalls in der Hauptstraße, sei ebenfalls noch nichts davon zu spüren, dass die Kunden sparsamer sind. „Ich glaube eher, dass sich die Leute was Gutes tun wollen für das, was war, und für das, was noch kommt“, sagt Ladeninhaberin Heike Ammon.
Am 19. November veranstaltet Ammon einen „Big Sale“ als Antwort auf den Black Friday. Dort gibt es dann Ware aus der letzten Saison mit Rabatten von 50 bis 70 Prozent. Bereits ihr „Shop local day“, mit dem sie und ihr Team die Innenstadt bewusst lebendig halten wolle und den sie zum ersten Mal veranstaltet hat, lief sehr gut. „Die Leute haben uns überrumpelt.“
Das Spielwarengeschäft Hobauer wollte nicht mit dem FT sprechen.
Stadtgutscheine günstiger erhältlich
Die Stadt Forchheim unterstützt Händler und Gastronomen vor Ort mit einer Stadtgutschein-Aktion. Ein Gutschein ist zehn Euro wert, kostet die Käufer aber nur 7,50 Euro.Insgesamt werden bei dieser Sonderaktion von HeimFOrteil und der Stadt Forchheim 5000 Gutscheine a 10 Euro verkauft. Diese Gutscheine sind ausschließlich in der Tourist-Information der Stadt (Kapellenstraße 16) und nur gegen Barzahlung erhältlich. Pro Person können maximal fünf Gutscheine erworben werden.
Bereits gekaufte Gutscheine sind nicht Teil der Aktion. Gutscheine können drei Jahre, ab Ende des Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde, eingelöst werden und sind vom Umtausch ausgeschlossen. Die Aktion startet am 24. November. Einen Überblick über die Händler und Gastronomen, bei denen die Gutscheine eingelöst werden können, ist unter www.stadtgutschein-forchheim.dezu finden.
So schenkt Forchheim:
Jürgen Mittermeier, Kommandant Feuerwehr Forchheim:
Für Geschenke im Verwandten- und Bekanntenbereich empfehle ich immer Rauchmelder. Ich verschenke sie auch selbst, soweit nicht vorhanden. Sie retten Leben und kosten nicht viel. Mein Lieblingsgeschenk sind Einladungen zu einem gemeinsamen Essen in gemütlicher heimischer Atmosphäre.
Louisa Herold, Gründerin und CEO von Jungadler Official:
Durch eine Podcasterfahrung wurden mir dieses Jahr „drei Fragen“ gestellt, inspiriert aus den Podcast „Gemischtes Hack“. Hierzu gibt es ein Kartenspiel, das ich wärmsten empfehlen kann. Da steht der Gaudi am Weihnachtsabend nichts mehr im Wege. Das schönste Geschenk, das man mir geben kann, ist gemeinsame Zeit mit meinen Liebsten, aber auch die Zeit die ich mir selbst schenke,
indem ich reise und mir hier und da eine Auszeit zum Kraft tanken gönne. Mein Tipp für ein günstiges Geschenk: Einfach mal wieder mehr Lachen. Man beschenkt nicht nur Andere, sondern auch sich selbst.
Sebastian Martella, Inhaber Cutting Lounge:
Am liebsten verbringe ich Zeit mit meiner Nichte und Neffen. Und schenke unvergessliche Erlebnisse, zum Beispiel Plätzchen backen mit dem Onkel oder eine Übernachtung beim Onkel mit Popcorn und Film schauen. Ich selbst freue mich am meisten über einen Urlaub mit meinen Freunden. Ich beschenke mich da immer selber. Und fliege in den Urlaub mit meinen besten. Die Cutting Lounge Forchheim verkauft weihnachtlich verpackte große Weihnachtskissen für zehn Euro. Das ist ein schönes Geschenk, das in jeden Lieblingssessel seinen Platz findet.




















