Während bei einigen Forchheimern schon seit Ende August Lebkuchen auf den heimischen Wohnzimmertischen stehen, kommt nun auch die Stadt Forchheim so langsam in Weihnachtsstimmung. Kein Wunder, in vier Wochen startet nicht nur die Adventszeit, sondern auch der Forchheimer Weihnachtsmarkt.
Weihnachtmarkt Forchheim: Beliebter Höhepunkt fällt dieses Jahr weg
Vom 28. November bis zum 24. Dezember lädt die Sattlertorstraße rund um die historische Kaiserpfalz dann wieder zum (kleinen) großen Budenzauber ein. Solange die Generalsanierung des historischen Rathauses nicht abgeschlossen ist, wird der Markt weiterhin in der seither abgespeckten Version funktionieren müssen. Stand jetzt wolle man mit Forchheims Mammutbaustelle Ende 2026 fertig sein; mit einer Rückkehr zur Weihnachtsmarkt-Normalität rechnet aber vor 2027 niemand wirklich.
Ganz im Gegenteil müssen Weihnachtsmarkt-Fans in diesem Jahr eine weitere schlechte Nachricht verdauen: Das allseits beliebte Kinderkarussell wird es 2025 nicht geben. Dies bestätigt der Leiter des Forchheimer Veranstaltungsamtes Ferdinand Drummer auf Anfrage. Der Grund liege darin, dass der notwendige Platz vor dem Amtsgericht wegen der gerade stattfindenden Sanierung der historischen Sandsteinbrücke sowie weiterer Gebäudeteile der Kaiserpfalz nicht wie üblich zur Verfügung stehe.
Stadt will Ersatz-Events für Kinder anbieten
Man habe intensiv geprüft und nach alternativen Standorten geschaut, aber keine gefunden beziehungsweise sich nicht einigen können, heißt es aus dem Amt. „Wir bedauern sehr, dass wir den Kindern dieses Highlight in diesem Jahr nicht bieten können“, so Drummer. Allerdings gebe es zumindest das Kinder-Riesenrad an gewohnter Stelle und man habe sich andere Aktionen für die Kinder überlegt, sagt er. Diese sollen jeweils an den Samstagen und Sonntagen stattfinden. Näheres könne er nicht noch nicht verraten.
Marco Lützelberger, Betreiber des Karussells, zeigt sich enttäuscht
Bitter enttäuscht zeigt sich Marco Lützelberger. Seine Familie betreibt das mehr als 100 Jahre alte Karussell schon lange, vor allem der Forchheimer Weihnachtsmarkt sei auch eines seiner persönlichen Höhepunkte. „Es tut mir leid für die Kinder, die in diesem Jahr keine große wirkliche Attraktion bekommen“, sagt er. Schließlich sei sein Karussell für Familien und ganze Kitagruppen ein fester Anlaufpunkt während der Adventszeit gewesen.
Eigentlich hatte das Karussell stets einen prominenten Platz auf dem Rathausplatz; wegen der baustellenbedingten Neukonzeptionierung des Marktes musste Lützelberger ohnehin bereits etwas abseits des großen Geschehens hinter das Pfalzmuseum ziehen. Doch er arrangierte sich damit, auch weil er und seine Familie als Weihnachtsmarkt-Urgesteine ihren Teil jedes Jahr gerne beitragen wollten. Dass es nun ausgerechnet für ihn und sein Kinder-Fahrgeschäft keinen Platz geben solle, enttäusche ihn.
Ein schwacher Trost, aber immerhin: Lützelberger wird ab Ende November immerhin mit einem Glühweinstand in der Sattlertorstraße anzutreffen sein. Die Karussell-Kinder jedoch müssen sich mindestens bis 2026 gedulden. „Für nächstes Jahr ist mir wieder ein Stellplatz versprochen worden“, sagt Lützelberger. Zwar sei der wahrscheinlich immer noch nicht wieder auf dem Rathausplatz. Aber immerhin.
CSU hatte Weihnachts-Express vorgeschlagen – wohl auch erst 2026
Um den Karussell-Wegfall etwas zu kompensieren, hatte Martina Hebendanz für die CSU-Fraktion in dieser Woche im Forchheimer Stadtrat vorgeschlagen, die Bimmelbahn „Kunnerla“ als Ersatz-Highlight durch die adventsgeschmückte Stadt fahren lassen zu können. Diese Idee eines Weihnachtsmarkt-Expresses stieß zwar sowohl bei den anderen Fraktionen als auch in der Verwaltung auf Zustimmung, wird aber in diesem Jahr nicht (mehr) klappen.
Einige Dinge müssten vorab geregelt werden, kommentiert Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) den Vorschlag, etwa die wintertaugliche Bereifung und die Zulassung des Gefährts über die Sommernutzung hinaus. Dies sei so kurzfristig nicht mehr zu realisieren. Am Ende lautet der Tenor aus dem Stadtrat: Schöne Idee. Schade. Gerne nächstes Jahr.
Keine Buden in Innenhof der Kaiserpfalz, dafür im Pfalzgraben
Ebenfalls wegen der Sanierung an der Kaiserpfalz wird der Innenhof diesmal kein Markttreiben beherbergen können. Dafür hat sich das Veranstaltungsamt jedoch etwas überlegt und verlegt die zusätzlichen Wochenend-Buden kurzerhand eine Etage tiefer. Erste Häuschen stehen auch schon, auf der Homepage der Touristinfo firmiert das Projekt bereits unter dem Namen „Weihnachtsdorf im Pfalzgraben“. Nähere Infos hierzu gibt es noch nicht.
Vom Karussell-Aus und den Pfalzgrabenbuden abgesehen soll sich das Angebot auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt jedoch grundsätzlich kaum von dem im vergangenen Jahr unterscheiden, sagt Drummer vom Veranstaltungsamt. So wird es wieder Kulinarisches und Kunsthandwerkliches geben, es wird wieder Musik und Vorführungen geben und natürlich darf auch die Lotterie in diesem Jahr nicht fehlen.
Weihnachtsmarkt: Termine und Öffnungszeiten
Der Forchheimer Weihnachtsmarkt findet vom 28. November bis zum 24. Dezember 2025 statt. Offiziell eröffnen wird Oberbürgermeister Uwe Kirschstein den Markt am Freitag, 28. November, 17 Uhr. Geöffnet hat der Markt Montag bis Donnerstag 12 Uhr bis 20 Uhr, Freitag 12 bis 21 Uhr, Samstag 11 bis 21 Uhr, Sonntag 11 bis 20 Uhr und an Heiligabend 9 bis 13 Uhr. In der Zeit von Freitag, 28. November, bis einschließlich Dienstag, 23. Dezember, entfällt montags bis freitags ab 17 Uhr die Gebührenpflicht für Kurzzeitparkplätze.

















