Sanierung
Kehrt die Kommunbräu nach Kasendorf zurück?
Der Bürgermeister will den alten Gasthof „Grüner Baum“ sanieren.
Der Bürgermeister will den alten Gasthof „Grüner Baum“ sanieren.
Romy Denk
F-Signet von Sonny Adam Fränkischer Tag
Kasendorf – Bürgermeister Norbert Groß nimmt privat ein ambitioniertes Projekt in Angriff: Er möchte das ehemalige Kommunbrauhaus der Marktgemeinde wiederbeleben.

Die Tagesordnung der 38. Sitzung des Marktgemeinderates Kasendorf war überschaubar: Bausachen dominierten die Entscheidungen. Reine Formalia. Doch hinter dem fünften Tagesordnungspunkt verbarg sich eine kleine Sensation.

Norbert Groß tritt als Investor auf

Bürgermeister Norbert Groß trat in die zweite Reihe, übertrug die Sitzungsleitung an Klaus Amschler. Der Grund: Norbert Groß und seine Frau hatten den Antrag gestellt, die ehemalige Gastwirtschaft „Grüner Baum“ sanieren zu dürfen. Der Grüne Baum – auch als „Gaststätte Schuhmann“ bekannt, hat am 1. Januar 2005 seine Pforten für immer geschlossen. Damit ging ein Stück Kasendorfer Geschichte zu Ende.

Einiges an Arbeit notwendig

Die Gastwirtschaft war nicht nur eine Wirtschaft, sondern diente viele Jahre allen Kasendorfer Wirten als sogenanntes „Communbräuhaus“: Zehn Wirte haben in dem damals gemeindeeigenen Brauhaus ihr Bier gebraut. Diese Tradition möchte Norbert Groß jetzt wiederbeleben, auch wenn es längst keine zehn Gastwirtschaften mehr im Markt gibt.

Ein Brauhaus für Kasendorf

„Es soll keine Wirtschaft werden, sondern ein Brauhaus, so wie es einst war. Aber dazu ist eine Umnutzung erforderlich und auch Veränderungen“, erklärte Groß. Fenster und Türen müssen verlegt werden. Die Brauerei soll nach neuestem Stand der Technik eingerichtet werden. Der „Grüne Baum“ hat in der Vergangenheit seinen Aufschwung erfahren, weil er äußerst günstig gelegen ist. Das Wasser für den Braubetrieb wurde dereinst aus dem Friesenbach entnommen.

Kommunbrauhaus Kasendorf aus Kostengründen geschlossen

Doch nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte Kohlemangel. Es galt, Energie einzusparen. Und die Wirte stellten das gemeinsame Brauen aus Kostengründen ein. Das einst so wertvolle Inventar des Kommunbrauhauses wurde verschrottet. Die Braustätte wechselte 1983 den Besitzer und der funktionierte das Haus zu einer Doppelgarage um.

Kasendorfer freuen sich über Idee

„Es ist nur noch ein historisches Schild mit der Aufschrift ,Maischebottich 5300 Liter‘ da. Sonst nichts mehr“, erklärte Norbert Groß auf Nachfrage. Die Mitglieder des Kasendorfer Gemeinderates indes freuten sich über die Idee des Bürgermeisters und votierten einhellig für die Sanierung.

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