Konzertereignis
Kulmbach erlebt Abend der Superlative
Ein grandioses Neujahrskonzert bot die Stadtkapelle Kulmbach unter der Leitung von Thomas Besand.
Ein grandioses Neujahrskonzert bot die Stadtkapelle Kulmbach unter der Leitung von Thomas Besand.
Stephan Herbert Fuchs
F-Signet von Stephan Herbert Fuchs Fränkischer Tag
Kulmbach – Jubelrufe und Standing Ovations erntete die Stadtkapelle Kulmbach beim ersten Neujahrskonzert seit drei Jahren.

Drei Jahre lang mussten die Musikfreunde warten, jetzt war es wieder so weit. Thomas Besand und die Stadtkapelle Kulmbach hatten zum Neujahrskonzert geladen und die Stadthalle war seit langem wieder einmal ausverkauft.

Die 30. Ausgabe mit dem gleichen Dirigenten

Es war aber auch kein gewöhnliches Konzert, sondern das vielmehr 30. Neujahrskonzert unter der Leitung von Besand, der seit 32 Jahren an der Spitze des renommierten Klangkörpers steht.

Glücklicherweise hatte Corona keine Spuren hinterlassen, und so präsentierten alle Beteiligten einen Abend der Superlative, der beinahe drei Stunden lang konzertante Blasmusik in all ihren Facetten zeigte.

Von klassisch bis populär

Die vielen Fans wissen es längst: Beim Neujahrskonzert der Stadtkapelle reicht das Programm von klassisch bis populär, von ernst bis heiter, es gibt Bekanntes und Unbekanntes, aber alles stets anspruchsvoll und auf höchstem Niveau.

Sopranistin Elke Höhn und Dirigent Thomas Besand begeisterten.
Sopranistin Elke Höhn und Dirigent Thomas Besand begeisterten.
Stephan Herbert Fuchs

Zu den Klassikern für sinfonisches Blasorchester zählten beispielsweise die Ouvertüre zu Franz von Suppés Operette „Banditenstreiche“ oder Karl Komzaks Konzertwalzer „Münchner-Kindl“. Unter den Händen von Thomas Besand wird daraus ganz große Musik.

Das stimmte einfach alles

Die Arrangement für Blasorchester stehen der Partitur für großes Orchester in nichts nach, und so sind es vor allem die Übergänge, die gekonnt bewältigt werden müssen, für die Stadtkapelle kein Problem. Im Rhythmischen wie im Melodischen stimmt einfach alles.

Auch beim großen Potpourri mit Melodien aus Opern Giuseppe Verdis von Aida bis La Traviata. Thomas Besand und seine Musiker setzen nicht nur auf Knalleffekt und Gimmicks, sondern suchen Farben, gestalten schön schwingende Legato-Bögen und spielen einfach blitzsauber.

Wunderbarer Sopran

Was wäre ein Blasmusikkonzert ohne die für diesen Klangkörper so typischen Marschkompositionen. Und so durften auch diesmal traditionelle Konzertmärsche wie der berühmte Schönfeld-Marsch von Carl Michael Ziehrer gleich zu Beginn, die „Admiralsflagge“ von Julius Fucik oder der wiederentdeckte „Textilaku-Marsch“, der „Marsch der Textilarbeiter“ von Karol Padivy, nicht fehlen.

Bei der Stadtkapelle haben immer auch modernen Stücke ihren festen Platz. So gab es diesmal wieder ein Arrangement von Filmmelodien aus der Feder des italienischen Komponisten Ennio Morricone.

Den Tod vorm inneren Auge

Mit den schütteren, ganz auf ihre melodisch feine Essenz reduzierten Akkorden werden die Bilder aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ vor dem inneren Auge sichtbar, so eindrucksvoll und bis ins kleinste Detail ausgefeilt erklingt das alles, zumal Elke Höhn ihren wunderbaren Sopran dazu erklingen lässt. Heiter und humorvoll geht es dagegen beim witzig musizierten Medley mit den Hits der Comedian Harmonists zu.

Unter den Solisten ragt Elke Höhn besonders heraus, die nicht etwa „ihr“ Instrument, die Querflöte spielt, sondern als Sängerin versiert mit dem Titelsong „As time goes by“ aus dem Film „Casablanca“ auftritt. Während sie ihre Sopranstimme erhebt, wandelt sich Thomas Besand derweil vom Dirigenten zum Bandleader.

Duett mit dem Dirigenten

Dann greift er selbst zum Mikrofon und singt die Sinatra-Songs „New York, New York“ und „Something stupid“ mit Elke Höhn im Duett.

Zu den altbewährten Solisten gehört der Trompeter Wolfgang Diehm. „Sein“ Mitternachtsblues von Franz Grothe ist immer ein Hinhörer. Urgestein Roland Schaller gab den „Klarinetten-Express“ von Harald Kolasch zum Besten und Werner Kurzhals die stimmungsvolle Romanze für Tenorhorn von Pavel Stanek.

Kurzweilige und kenntnisreiche Moderation

Absolut exakt spielen die beiden, routiniert und überaus professionell die technisch alles andere als einfachen, aber sehr wirkungsvollen Kompositionen.

Kurzweilig und kenntnisreich führt einmal mehr Karl Heinrich Backert durch den Abend. Er sorgt damit humorvoll und sympathisch für die notwendigen Verschnaufpausen für alle Musiker zwischen den Stücken.

Neues Ehrenmitglied ernannt

Am Ende wird er zum Ehrenmitglied ernannt. Fast 50 Jahre ist er schon Mitglied der Stadtkapelle, 40 Jahre spielte er das Schlagzeug, 25 Jahre gehört er dem Vorstand an und seit über 20 Jahren tritt er als Moderator auf.

Zwei Zugaben hatte Thomas Besand seinen Musikern auf die Pulte gelegt: den Götterfunken-Marsch von Wilhelm Ruhmohr und den Radetzky-Marsch von Johann Strauss Vater.

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