Arbeitsmarkt
2023: Agentur für Arbeit sorgt sich um Fachkräfte
Qualifikation und die Beratung werden auch in der Agentur für Arbeit in Kulmbach wichtiger.
Qualifikation und die Beratung werden auch in der Agentur für Arbeit in Kulmbach wichtiger.
Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild
Beim  Mediengespräch waren dabei (von links) Josef Kinscher, stellvertretender  Geschäftsführer vom Jobcenter Kulmbach, Pia Vierneusel, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit Kulmbach, Sebastian Peine, Vorsitzender der Geschäftsführung de...
Beim Mediengespräch waren dabei (von links) Josef Kinscher, stellvertretender Geschäftsführer vom Jobcenter Kulmbach, Pia Vierneusel, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit Kulmbach, Sebastian Peine, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof. Klaus Seebach, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof und Evelyn Kannhäuser, Pressesprechern an der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof.
Werner Reißaus
F-Signet von Werner Reißaus Fränkischer Tag
Kulmbach – Sebastian Peine von der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof machte im Jobcenter Kulmbach deutlich, dass kein einfaches Jahr bevorsteht.

Dabei geht es nicht nur um eine Qualifizierung im Betrieb, sondern auch um die Berufsberatung im Erwerbsleben, der Qualifizierung Arbeitsloser und der Gewinnung von Fachkräften im Ausland. Ein Kernthema waren auch die Arbeitslosigkeit und die Arbeitskräftenachfrage sowie die Beschäftigung mit den Entwicklungen und Einflüssen im vergangenen Jahr. Der Fokus des Mediengespräches lag zunächst in der Beschäftigungsentwicklung des Landkreises Kulmbach nach Wirtschaftsklassen in den Jahren 2019 bis 2022 und ein wichtiger Aspekt war dabei die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Arbeitslosenquote in Oberfranken bei 3,5

Bei der Entwicklung der Arbeitslosenquoten liegt Oberfranken mit 3,5 im Vergleich zu Deutschland mit 5,4 deutlich besser. Den Anstieg in Oberfranken um 0,3 Punkte gegenüber Dezember 2019 bezeichnete Sebastian Peine als relativ moderat. Und was Kulmbach angeht, muss man sich mit einer Quote von der 3,4 im Vergleich zu den anderen Landkreisen und Städten Oberfrankens überhaupt nicht verstecken, wie Peine betonte.

1405 Arbeitslose in Kulmbach im Dezember

Im Landkreis Kulmbach waren 2012 noch 1794 Arbeitslose, zum Dezember 2022 waren es mit 1406 rund 300 weniger. Den Anstieg von 1227 im Dezember 2021 auf 1406 im Dezember des folgenden Jahres begründete Peine mit dem Zuzug der Ukraine-Flüchtlinge. Derzeit sind 160 arbeitslose ukrainische Flüchtlinge gemeldet. Rund 300 Stellen sind unbesetzt: „So viele offene Stellen, wie wir sie noch nie hatten“, so der Leiter der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof.

Im Dezember 2022 waren 1388 Arbeitsstellen offen, das bedeutet je Arbeitsloser eine offene Arbeitsstelle. Im Dezember 2012 lag das Verhältnis noch bei 6 zu 1, das heißt, sechs Arbeitslose je offener Arbeitsstelle. Hier habe sich in den vergangenen sechs Jahren eine dramatische Veränderung am Arbeitsmarkt ergeben.

Der Anteil beim Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen nach dem Anforderungsniveau bei den Spezialisten und Experten ist in etwa wie bei den Arbeitslosen gleichgeblieben. Deutlich höher ist hier aber bei den offenen Arbeitsstellen der Anteil an Fachkräften mit 767, dagegen werden weniger Helfer (428) gesucht. Sebastian Peine: „Kulmbach steht im Vergleich zu anderen Regionen immer noch sehr, sehr gut da.“

Mehr Menschen beschäftigt

Kulmbach hat von 2005 auf 2022 einen Beschäftigtenzuwachs von 5414 auf nunmehr knapp 29.000. Gegenüber steht eine negative Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Kulmbach um 7,5 Prozent in den Jahren 2005 mit 77.141 Einwohnern auf 2021 mit 71.328 Einwohnern. Gleichzeitig habe sich aber die Zahl der Beschäftigten um rund 5500 auf knapp 29.000 erhöht.

Bei der Beschäftigung von Ausländern nach Nationalität ist im Landkreis Kulmbach Polen mit 225 Personen führend. Damit wurde die Türkei mit 191 Beschäftigten deutlich überholt. 150 Rumänen und 129 Syrer werden beschäftigt. Zurückgegangen ist dagegen die Anzahl der Beschäftigten aus dem Nachbarland Tschechien von ursprünglich 154 im Jahr 2018 auf nunmehr 121. Dies wurde mit dem Corona-Lockdown im Gastgewerbe begründet. Aus Osteuropa und der Ukraine arbeiten mit 62 Personen doppelt so viele Menschen im Landkreis Kulmbach wie im Vorjahr.

Es geht nicht nur ums Geld

Bei der Berufsberatung für Erwachsene zeigte Klaus Seebach auf, dass es nicht nur darum gehe, mehr Geld zu verdienen. Vielmehr möchten diese Betroffene auch mehr Herausforderung, mehr Verantwortung, mehr Qualifikation, eine Unterstützung beim Wiedereinstieg und eine ganz neue Orientierung.

Sebastian Peine machte abschließend deutlich, dass es bei der Fachkräftesicherung vor allem darum gehe, das Fachkräftepotenzial auszuschöpfen. Dazu gehören die Beratung und Berufsorientierung von Jugendlichen, die Beratung und Qualifizierung von Beschäftigten und Arbeitslosen, die Erhöhung der Erwerbsquote bei den Frauen und die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland. Dafür wurde an der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof der Budgeteinsatz auch auf Vorjahresniveau belassen.

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