Warnung
Pretzfelder sollen Wasser abkochen
Das Wasser in Pretzfeld muss abgekocht werden.
Das Wasser in Pretzfeld muss abgekocht werden.
Foto: Carmen Schwind
F-Signet von Carmen Schwind Fränkischer Tag
Pretzfeld – Im Leitungswasser des örtlichen Versorgungsnetzes sind Colibakterien gefunden worden.

Seit dem 23. September gilt in allen Haushalten in Pretzfeld ein Wasserabkochgebot.

Mikrobiologische Grenzwerte überschritten

Der Grund: Bei einer routinemäßigen Wasseruntersuchung gemäß Trinkwasserverordnung aus der zentralen Wasserversorgung Pretzfeld am 22. September wurden mikrobiologische Grenzwerte überschritten.

Im Wasserversorgungsnetz von Unterzaunsbach, Wannbach und Pretzfeld wurden Verunreinigungen mit coliformen Bakterien festgestellt.

Die Belastung lag zwischen 57 und 80 kolonienbildenden Einheiten (KbE) pro 100 Milliliter Wasser. Der Grenzwert liegt üblicherweise bei null. In Unterzaunsbach wurde zudem noch eine Verunreinigung mit dem Kolibakterium Escherichia coli von 1 KbE pro 100 Milliliter gemessen.

Abkochen, auch fürs Zähneputzen

Die Wasserversorgung für Hetzelsdorf, Poppendorf und Urspring sind nicht davon betroffen. Bürgermeister Steffen Lipfert informierte umgehend das Gesundheitsamt im Landratsamt Forchheim.

Dieses ordnete aus Sicherheitsgründen sofort an, das Wasser bis auf Widerruf als Trinkwasser, zur Nahrungszubereitung und zum Zähneputzen nur im abgekochten Zustand zu verwenden.

Schutzchlorung wird durchgeführt

Seit dem 27. September wird in der Quelle Wannbach eine Schutzchlorung durchgeführt. „Das heißt, dass eine Konzentration von 0,1 bis 0,3 Milligramm freies Chlor pro Liter in das Trinkwasser eingebracht wird“, so Lipfert.

Es könne durch diese Dosierung zu leichten Geschmacksveränderungen kommen. „Gesundheitliche Bedenken durch das eingebrachte Chlor sind unbegründet“, stellt der Bürgermeister fest.

Zudem wird das Leitungsnetz über Hydranten gespült und mehrmals in der Woche Proben im gesamten Trinkwassernetz genommen.

Mögliche Gründe

Als Ursache für die Verunreinigungen könnten die lange Trockenheit und dadurch entstandene tiefe Risse in der obersten Bodenschicht und die aktuellen starken Regenfälle in Betracht gezogen werden, meint Lipfert: „Die wichtige ,Filterwirkung‘ der obersten Bodenschicht blieb aus, so dass bei entsprechender Geologie mögliche Verunreinigungen in den Grundwasserleiter eindringen konnten.“

Tiefbrunnen Pretzfeld wird bald in Betrieb genommen

Bereits in der vergangenen Sitzung hatte der Bürgermeister informiert, dass der Tiefbrunnen Pretzfeld bald in Betrieb genommen werden könne. Am Mittwochnachmittag wurden erneut Proben entnommen.

Die Ergebnisse stehen noch aus. „Wir hoffen, dass wir dann zeitnah unser gutes Trinkwasser ohne weitere Maßnahmen im gesamten Versorgungsgebiet wieder zur Verfügung stellen können“, sagte Steffen Lipfert.

Tipps für betroffene Bürger

Folgende Empfehlung geht an die Bürger: Das Wasser einmal sprudelnd aufkochen lassen bei etwa 100 Grad Celsius und danach etwa zehn Minuten abkühlen lassen. Handelsübliche Wasserkocher sind dazu gut geeignet.

 

Update vom 29. September 2022:

Das Gesundheitsamt Forchheim hat das am 22. September 2022 erlassene Abkochgebot aufgehoben, so dass das Wasser mit sofortiger
Wirkung wieder regulär genutzt werden kann. Die aktuellen Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchungen haben dies bestätigt.

Die Schutzchlorung (gem. Trinkwasserverordnung) erfolgt weiterhin.

 

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