Streuobst
Die große Sortenvielfalt ist in Gefahr
lle-Managerin Ulla Schmidt, OGV-Vorsitzende Irene Hüttner und Lukas Bandorf vom Naturpark Haßberge sowie Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (rechts) begutachten mit weiteren Besuchern die vielen Apel- und Birnensorten.
lle-Managerin Ulla Schmidt, OGV-Vorsitzende Irene Hüttner und Lukas Bandorf vom Naturpark Haßberge sowie Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (rechts) begutachten mit weiteren Besuchern die vielen Apel- und Birnensorten.
Foto: Günther Geiling
F-Signet von Günther Geiling Fränkischer Tag
Kirchlauter – Überalterung und mangelnde Pflege: Wie die Streuobstwiesen im Landkreis Haßberge nun gerettet werden sollen.

Streuobstbestände sind unverzichtbar für unsere Kulturlandschaft und sie haben eine überragende Bedeutung für die Artenvielfalt, den Boden-, Gewässer- und Klimaschutz sowie für das Landschaftsbild. Sie sind lebende Zeugnisse traditioneller ländlicher Lebensformen. Dies stellte die „Lebensregion plus“, ein Zusammenschluss von elf Kommunen aus dem südlichen Landkreis Haßberge, bei ihrem Streuobsttag in Kirchlauter heraus. 25 Apfelsorten und 33 Birnensorten, vorwiegend aus alten Beständen, waren in einer Ausstellung zu sehen. Das Wichtigste ist dabei der Erhalt der Streuobstbäume in der Region.

Gemeinsam hatten die Ile-Lebensregion plus mit Regionalmanagerin Ulla Schmitt, der Naturpark Haßberge mit Geschäftsführer Lukas Bandorf sowie der Obst- und Gartenbauverein Neubrunn mit Vorsitzender Irene Hüttner an der Streuobstwiese in Kirchlauter alles bestens vorbereitet. Unter dem Motto „Rund um Apfel und Birne“ konnte man sich umfassend informieren, aber auch die verschiedenen Obstsorten probieren.

Die Ile-Lebensregion plus kämpft gegen den Verlust von Streuobstflächen an

Warum das Ganze? Streuobstflächen gehen zurück. Nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft seien seit 1955 70 Prozent verloren gegangen. Ziel der Ile ist es, den Rückgang mit der Pflege der Altbäume, mit Neuanpflanzungen sowie mit Aus- und Fortbildungsangeboten entgegengenwirken.

Die Bestände der kommunalen Streuobstwiesen wurden kartiert, so hat man eine Arbeitsgrundlage

Die „Lebensregion plus“ habe deswegen eine Streuobstkartierung auf kommunalen Grundstücken durchgeführt, berichtete Ile-Managerin Ulla Schmidt. Mit dem Kataster planten die Kommunen nun weitere Schritte zum Erhalt der vitalen Streuobstbestände auf ihren Flächen. Gemeinsam mit der Bevölkerung, Streuobstinteressierten und den lokalen Obst- und Gartenbauvereinen möchten die Kommunen und Naturparke den Wert des heimischen Obstes verdeutlichen.

Dirk Kammlott (rechts), ein Fachmann in Sachen Baumschnitt, bringt den Besuchern beim Streuobsttag in Kirchlauter die richtige Baumpflege näher.
Dirk Kammlott (rechts), ein Fachmann in Sachen Baumschnitt, bringt den Besuchern beim Streuobsttag in Kirchlauter die richtige Baumpflege näher.
Foto: Günther Geiling

Dirk Kammlot aus Jesserndorf zeigte den Besuchern in der Streuobstwiese eine naturgemäße Kronenpflege. Am Genusserlebnispfad von Kirchlauter nach Pettstadt sind Schau- und Informationstafel aufgestellt. Am Lehrbienenstand in Kirchlauter wurde verdeutlicht, welch gigantischen Einfluss Honigbienen auf die Obstbestände haben, wie wichtig sie für die Artenvielfalt seien. Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Neubrunn boten passend Waffeln mit frischem Apfelmus an. Außerdem konnten die Besucher frisch gepressten Most kosten.

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