Polizei-Bilanz
Bergkirchweih: Flaschenhals trifft 29-Jährige
Der Andrang war am Sonntag groß auf dem „Berch“ in Erlangen.
Der Andrang war am Sonntag groß auf dem „Berch“ in Erlangen.
Foto: Christian Bauriedel
Erlangen – Körperverletzungen, Trunkenheitsfahrten und Diebstähle: Dennoch spricht die Polizei von einem ruhigen Bergverlauf am Sonntag.

Nach den beiden turbulenten Tagen am Freitag und Samstag lief der Sonntag (12. Juni) auf der Bergkirchweih in Erlangen aus polizeilicher Sicht eher ruhig und gesittet ab. Dennoch gab es Anzeigen wegen Körperverletzungen, Trunkenheitsfahrten und Diebstählen.

Am Sonntag zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. Sonnenschein und Temperaturen um die 28 Grad lockten bereits zum Frühschoppen zahlreiche Besucher auf die Keller. Gegen 18 Uhr erreichte das Besucheraufkommen seinen Höhepunkt. Die Keller sowie der Bereich der Fahrgeschäfte und Schausteller waren gut gefüllt.

Handtaschendiebin gestellt

Die Beamten der Bergwache hatten im Vergleich zu den beiden Vortagen einen etwas ruhigeren Einsatztag. Kurz vor 21 Uhr konnten die Einsatzkräfte eine 28-jährige Frau nach dem Diebstahl einer Handtasche festnehmen, welche von der Besitzerin im Bereich der Keller kurz abgelegt worden war. Die Besitzerin der Handtasche erkannte die 28-Jährige im Zugangsbereich des Festgeländes wieder und informierte den Sicherheitsdienst sowie die Polizei. Den Beamten gelang es, die Diebin anzuhalten. Die Tasche samt Inhalt wurde sichergestellt und der Besitzerin übergeben.

Eine 29-jährige Festbesucherin wurde beim Sabrieren (Köpfen) einer Champagnerflasche verletzt. Ihr Begleiter hatte sich daran versucht, die Flasche mittels dem servierten Messer zu köpfen. Der abgeschlagene Flaschenhals traf die 29-Jährige am Kopf, so dass die dadurch entstandene Wunde ärztlich versorgt werden musste.

Einsätze während der Nachfeiern

Während der Nachfeiern in der Innenstadt ereignete sich kurz vor Mitternacht eine Auseinandersetzung zwischen zwei alkoholisierten Bergbesuchern. Eine 29-jährige Frau aus Bonn schlug nach einer verbalen Streitigkeit ihrem Kontrahenten gegen den Hals, worauf sie dieser bespuckte. Ein 20-jähriger Radfahrer, der offensichtlich schon gut vorgeglüht hatte, machte sich mit seinem Fahrrad auf dem Weg zur Bergkirchweih. Während der Fahrt stürzte der junge Mann ohne Fremdverschulden von seinem Drahtesel und verletzte sich dabei. Vom Rettungsdienst musste er in die Klinik gebracht werden. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,98 Promille.

Zwei weitere Radfahrer mit Atemalkoholwerten von 1,74 und 1,76 Promille wurden bei Verkehrskontrollen wegen Trunkenheit im Straßenverkehr angezeigt. Einer der beiden Männer war kurze Zeit zuvor noch von Einsatzkräften darauf aufmerksam gemacht worden, aufgrund seiner Alkoholisierung nicht auf sein Fahrrad zu steigen.

Am Bürgermeistersteg

Sowohl am Festgelände als auch beim „After-Berg“ in der Innenstadt und am Bürgermeistersteg feierten die Berg-Besucher ausgelassen, aber friedlich. Am Bürgermeistersteg, wo sich in der Spitze bis zu 300 Personen aufhielten, mussten die Polizeibeamten mehrere Feiernde wegen des lauten Abspielens von Musik belehren. In einem Fall stellten die Beamten die mitgeführte Musikbox sicher.

Der Tag hatte allerdings nicht ganz so friedlich begonnen: In den Morgenstunden gerieten zwei Gruppen von Spätheimkehrern aneinander, was mit in einem gegenseitigen Schlagabtausch und mehreren Strafanzeigen wegen Körperverletzungen endete.

Zu Fuß auf Frankenschnellweg

Zwei Fußgänger wurden der Verkehrspolizei Erlangen über das Wochenende auf dem Frankenschnellweg mitgeteilt. Die beiden jungen Männer hatten unabhängig voneinander den richtigen Heimweg nach der Bergkirchweih nicht mehr gefunden und wurden zu ihrem eigenen Schutz in Gewahrsam genommen. Am Samstag wurde der Polizei kurz nach 20 Uhr mitgeteilt, dass auf Höhe der Autobahnanschlussstelle Erlangen-Nord eine Person auf der Mittelschutzplanke steht. Die Verkehrspolizei Erlangen traf den stark angetrunkenen jungen Mann dort wirklich an und brachte ihn unbeschadet von der Autobahn.

Lkw-Fahrer reagiert rechtzeitig

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde um 2.15 Uhr wieder eine Person auf der Autobahn 73 mitgeteilt. Diese lief auf Höhe der Anschlussstelle Erlangen-Zentrum an der Mittelschutzplanke entlang in Richtung Nürnberg und überquerte dann die Fahrbahn in Richtung Standstreifen.

Ein Lastwagenfahrer erkannte den Mann und konnte ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer noch rechtzeitig ausweichen. Beim 37-jährigen Fußgänger aus Erlangen wurde eine Alkoholisierung von 2,5 Promille festgestellt.

Lesen Sie auch: