Umweltschonend
Neue Kita Herzogenaurach setzt auf Nachhaltigkeit
Im hufeisenförmigen Gebäude sind aktuell noch letzte Innenarbeiten zu erledigen.
Im hufeisenförmigen Gebäude sind aktuell noch letzte Innenarbeiten zu erledigen.
Foto: Richard Sänger
F-Signet von Richard Sänger Fränkischer Tag
Herzogenaurach – Die neue Kindertagesstätte Johann Comenius in Herzogenaurach ist fast fertig. Das Gebäude hat eine PV-Anlage und eine Wärmepumpe.

Fast ist sie fertig, die Kindertagesstätte Johann Comenius an der Karlsbader Straße im Reihenzach im Norden der Stadt Herzogenaurach. Auf rund 1700 Quadratmetern Gesamtfläche entstand eine neue Kindertagesstätte in nachhaltiger Holzmodulbauweise. Die Kosten werden rund acht Millionen Euro betragen.

Im Inneren des eingeschossigen Gebäudes in Holzmodulbauweise werden die letzten Möbel eingebaut und es geht schnell voran. Architekt Yves-Roger Erb von IB-Architekten verweist auf die nachhaltige Bauweise: „Wir verwenden vor allem Baustoffe, die gut wieder verwertbar sind.“ Die Verwendung von Beton wurde auf ein Minimum reduziert, was schon beim Fundament begann. Streifenfundamente reichten, der Rest des Bodens wurde mit Holz und guter Hinterlüftung gebaut.

Klimakonzept

Die geringe thermische Masse der Holzbauweise wird durch das Klimakonzept der Kita weitgehend kompensiert. Die PV-Anlage auf einer Teildachfläche betreibt eine Wärmepumpe zur Gewinnung geothermischer Energie, die im Regelbetrieb der Einrichtung in Verbindung mit einem im Erdreich als Wärmetauscher verlegten Stahlbetonrohr als Frischluftansaugung (passive Vorkühlung im Hochsommer und Vorwärmung an kalten Wintertagen) ein gesundes Raumklima sowohl im Winter als auch im Hochsommer schafft. Das Niederschlagswasser wird in der Regel am Grundstück selbst genutzt.

Zum Start im September sollen zwei Krippen- und eine Kindergartengruppe einziehen. In dem Gebäude für sieben Gruppen ist dann also noch viel Platz. Diesen sollen, wenn alles planmäßig läuft, im kommenden Jahr die Kinder des Martin-Luther-Familienzentrums nutzen, das saniert werden muss.

Aktuell sind noch die Handwerksfirmen mit der Möblierung beschäftigt. Bei einem Pressetermin freuten sich der Bürgermeister German Hacker, Silke Stadter vom Planungsamt und Pfarrerin Nina-Dorothee Mützlitz vom Träger bereits auf die auf die offizielle Einweihung am 17. September. Rund um das dreigliedrige Gebäude wird es viele verschiedene Bereiche zum Spielen geben: eine Bobbycarbahn, Sitzgelegenheiten, Spielgeräte, Kletterwand, viele Bäume. Eine hohe Steingabionenwand hält die Kindertagesstätte vom Lärm der Straße „Zum Flughafen“ ab. Dabei wird so viel Abstand gehalten, dass dort einmal die Stadt-Umland-Bahn vorbeifahren kann.

Architekt Erb und Hannes Lugschi, neuer Leiter der technischen Gebäudewirtschaft, weisen auf die Nachhaltigkeit des Neubaus und Besonderheiten hin. So seien weder Holz noch Metall beschichtet, und das Raumkonzept übertreffe die gesetzlichen Vorgaben. Zusätzlich zu den Gruppenräumen entstanden Räume für Intensiv- und Elternarbeit, eine Küche sowie ein Multifunktionsraum für Sport und Gymnastik. Das Besondere ist die Holzmodulbauweise mit intensiv ökologischer Ausrichtung. Die wesentlichen Bauteile wurden in Werkstätten angefertigt, in Elementen zur Baustelle geliefert und dort zusammengesetzt.

Der hufeisenförmige Kitaneubau teilt sich in drei Abschnitte: Kindergarten, Eingangsbauwerk und Kinderkrippe. Laut Stellplatzsatzung müssten sieben Parkplätze vorgehalten werden. Es werden aber doppelt so viele Stellplätze eingerichtet.

Der Träger der neuen Kindertagesstätte ist die evangelisch-lutherische Kirche in Herzogenaurach. Nach einem Online-Namenswettbewerb hat sich die Jury für den Namen „Evangelisch-lutherische Kindertagesstätte Johann Comenius“ entschieden.

 

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