Wissenschaft
Künstliche Intelligenz aus der Box
Wissenschaftsminister Markus Blume (4. v .r.) schaut gespannt, was die Boxen der Friedrich-Alexander-Universität zu bieten haben. In dem Konzept dahinter sieht er großes Potenzial.
Wissenschaftsminister Markus Blume (4. v .r.) schaut gespannt, was die Boxen der Friedrich-Alexander-Universität zu bieten haben. In dem Konzept dahinter sieht er großes Potenzial.
Foto: FAU/Uwe Niklas
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Erlangen – Mit einem Lernlabor für Schulen wollen Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Jugendlichen zeigen, was KI kann und wie sie funktioniert.

Was bedeutet eigentlich künstliche Intelligenz (KI)? Mit einem neuen mobilen Lernlabor für Schulen wollen Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) jungen Menschen helfen zu verstehen, wie die Computerintelligenz funktioniert. Wie aus einer Pressemitteilung der Universität hervorgeht, wollen die Forscher aber auch aufzeigen, dass KI menschliche Entscheidungen und Verantwortung niemals abnehmen kann und wird. Das Lernlabor wurde zusammen mit Studenten und Schülern entwickelt. Es wird kostenlos an Schulen und Bildungseinrichtungen der Metropolregion verliehen.

25 Stationen

Das Lernlabor besteht aus 25 Stationen, die etwa zur Hälfte die theoretischen Grundlagen der künstlichen Intelligenz ansprechen. Die andere Hälfte präsentiert aktuelle industrielle Umsetzungen sowie innovative Forschung in diesem Bereich. Jede Station steckt in einer großen Holzbox. Wer die Box aufklappt, sieht vor sich eine Spielfläche und Fächer mit Spielmaterialien. Die Anordnung ist klar. Die Jugendlichen sollen also sofort loslegen und sich die Inhalte und Themen spielerisch selbst erschließen.

Wer mehr wissen will, zieht die Infoschublade im unteren Teil der Box auf und erfährt Hintergründe zu den Fragestellungen. Auf der Internetseite des Projektes gibt es weitere Informationen sowie Materialien für die Lehrer beziehungsweise den Schulunterricht.

KI plant Routen von Streifenpolizisten

Mit einer Box zum Beispiel gehen die Schüler spielerisch auf Verbrecherjagd. Woher weiß die Polizei in den Großstädten der USA, wie sie am besten die nächtlichen Routen für die Polizeistreifen einteilen? Wo wird wahrscheinlich ein Verbrechen geschehen − wo vermutlich eher nicht? Bereits jetzt wird in Amerika eine ausgefeilte KI eingesetzt, um die Routenplanung der Polizei zu unterstützen.

Die Schüler können an der Lernstation ausprobieren, wie diese KI arbeitet: Sie haben die Aufgabe, auf einem Plan der jeweiligen Stadt in den einzelnen Stadtvierteln weiße oder schwarze Chips abzulegen: für jedes Kriterium, das ein Verbrechen wahrscheinlicher macht, einen schwarzen Chip, für jeden Umstand, der eine Straftat weniger wahrscheinlich macht, einen weißen.

Wissenschaftsminister Markus Blume zu Besuch

Offiziell startete das Lernlabor mit einer Eröffnung im Beisein von Wissenschaftsminister Markus Blume im „House of Students“ des Studentenwerks in Nürnberg. „Ab in die Kiste, äh, natürlich an die Kiste! Das gilt ab sofort besonders im Schulmuseum Nürnberg. Das neue Lernlabor für künstliche Intelligenz weckt echte Begeisterung für Zukunftstechnologien. Besonders toll ist, dass Schulen die ,künstliche Intelligenz in der Kiste‘ ausleihen können“, sagt Blume und ergänzt: „So werden echte Zukunftserlebnisse im Klassenzimmer möglich. Wir brauchen Lernorte, die Spaß machen. Denn aus dem jungen Entdecker wird der erfahrene Ingenieur oder Programmierer“, sagte Minister Blume anlässlich der offiziellen Eröffnung des Lernlabors.

Das Projekt ist eine Kooperation des Schulmuseums Nürnberg mit der FAU-Professur für Didaktik der Informatik und dem FAU-Lehrstuhl für Informatik. Das Zusammenspiel von Motivation, nachhaltigem Lernen und technischer Innovation steht bei dem Projekt im Vordergrund. Das Lernlabor wird kostenfrei an die Schulen und Bildungseinrichtungen der Metropolregion verliehen.

 

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