Bündnis fordert 30-Minuten-Takt
Die Wiesenttalbahn soll nach dem Wunsch der Initiatoren häufiger und auch über Ebermannstadt hinaus fahren.
Die Wiesenttalbahn soll nach dem Wunsch der Initiatoren häufiger und auch über Ebermannstadt hinaus fahren.
Foto: Barbara Herbst
Ebermannstadt – Verkehr  Die Petition für den Ausbau der Wiesenttalbahn ist gestartet. Ein breites Bündnis erhofft sich dadurch einen Attraktivitätsschub für die Strecke von Forchheim nach Ebermannstadt und weiter in die Fränkische Schweiz.

Ein breites überparteiliches Bündnis von Initiativen und Einzelpersonen macht sich mit einer Petition an den Bayerischen Landtag für die Wiesenttalbahn als attraktives Nahverkehrssystem von Forchheim nach Ebermannstadt und weiter in die Fränkische Schweiz stark. Kernforderungen der Petition sind die kurzfristige Einführung eines 30-Minuten-Takts, eine attraktive Gestaltung der Haltestellen, optimale Verknüpfungen zwischen Bahn und Bus sowie mittelfristig die Verlängerung des regulären Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in das Obere Wiesenttal. Letzteres diene vor allem der Entlastung der Stadt Ebermannstadt vom Durchgangsverkehr, hieß es bei einer Pressekonferenz im „Schwanenbräu“.

Zu den Initiatoren gehören sowohl die Forchheimer Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen) als auch die Ebermannstadter Bürgermeisterin Christiane Meyer. Die Bürgerinitiative „Pro Wiesenttal ohne Ostspange“ (Biwo) unterstützt das Aktionsbündnis ebenso wie der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), Transition Forchheim, die Bewegung ökologische Region Fränkische Schweiz (BÖR) sowie die Energie- und Klima-Allianz Forchheim.

Initiiert wurde das Bündnis auch von den Kreisräten Christian Kiehr, Matthias Striebich und Elisabeth Krause. Die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum, Klimaexpertin ihrer Fraktion, stellte fest: „Die Verlagerung des Verkehrs auf öffentliche Verkehrsmittel muss viel schneller und umfassender als bisher erfolgen. Der Ausbau der Schiene als klimaschonende und attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr ist dabei auch im Wiesenttal eine der vorrangigen Maßnahmen.“

„Bau der Ostspange unnötig“

Wie Badum weiter erklärte, könne man die Potenziale der Fränkischen Schweiz mit dem Bahnverkehr gleichermaßen für den Umweltschutz nutzen, aber damit auch den Tourismus fördern. Bürgermeisterin Meyer betonte die essenzielle Bedeutung der Bahnstrecke für Ebermannstadt. „Eine deutliche Verbesserung ist unbedingt erforderlich, um die Lebensqualität im Wiesenttal durch eine bessere Anbindung und eine Entlastung vom Verkehr zu erreichen“, machte sie deutlich.

Guido Rasek von der Bürgerinitiative pro Wiesenttal ohne Ostspange betonte, dass der Ausbau der Bahnstrecke notwendig sei, um eine attraktive Alternative zum Autoverkehr zu schaffen und damit für die dringend erforderliche Entlastung des Wiesenttals vom Autoverkehr zu sorgen. Damit wird aus Sicht der Bürgerinitiative der Bau der Ostspange mit den erheblichen negativen Folgen für Umwelt, Natur, Menschen, Landwirtschaft und Klima unnötig. Dieter Hoch (BÖR), der auch den Bund Naturschutz (BN) vertrat, fordert einen Ausbau bis zur Endstation Behringersmühle, die der Brückenkopf für den Zugverkehr in die ganze Fränkische Schweiz werden müsse. Nicht nur bis Streitberg.

„Wir sind der Meinung, dass schon vor den baulichen Maßnahmen an der Schiene ein Busverkehr starten muss. Dies hätte den Vorteil das Weilersbach und Rüssenbach auch mit angebunden werden“, sagte Rolf Hörnlein vom VCD. Matthias Striebich erklärte als Verkehrsexperte im Kreistag die Gründe dafür, dass sich die Petition an den Landtag richtet und einen 30-Minuten-Takt in den Mittelpunkt stellt. „Der Freistaat Bayern ist zuständig für die Bestellung der Verkehrsleistung im Schienenpersonennahverkehr und kann als Besteller den 30-Minuten-Takt bestellen und sich gleichzeitig beim Bund für den dafür erforderlichen Ausbau der Infrastruktur einsetzen.“ Dass die aktuellen Fahrgastzahlen für einen 30-Minuten-Takt zu niedrig wären, lassen die Initiatoren nicht gelten, denn diese seien eine Folge des derzeitigen Angebots. „Wer bei einer Fahrzeit von gut 20 Minuten sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn bis zu 50 Minuten auf den Zug warten muss, fährt natürlich nur mit dem Zug, wenn er unbedingt muss“, sagt Striebich.

„Die Bahn liegt im Einzugsbereich des Ballungsraums Metropolregion Nürnberg und bindet auf einer Streckenlänge von nur etwa 15 Kilometern Städte und Gemeinden mit einer Gesamteinwohnerzahl von rund 15 000 Menschen an. Für ein derartiges Umfeld ist ein Stundentakt kein adäquates Angebot“, ergänzte sein Kreistagskollege Christian Kiehr.

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