Das Waldklima ist jetzt messbar
Beim Aufbau der Umweltmessstation Burg Feuerstein (von links): Christian König, Sibylle Appoldt, Hans-Peter Kaulen, Christiane Meyer, Hans-Joachim Krause, Peter Pröbstle sowie die Techniker Markus Huber und Michael Rager
Beim Aufbau der Umweltmessstation Burg Feuerstein (von links): Christian König, Sibylle Appoldt, Hans-Peter Kaulen, Christiane Meyer, Hans-Joachim Krause, Peter Pröbstle sowie die Techniker Markus Huber und Michael Rager
Foto: Rosi König
Ebermannstadt – Klimawandel  Eine neue Umweltmessstation am Feuerstein wird an 365 Tagen im Jahr Daten liefern, um den Kampf gegen die globale Erderwärmung zu bestehen.

Am Schluss ging alles ganz schnell. Nicht mal die widerspenstigen Steinformationen unter der hauchdünnen Bodenkrume konnten verhindern, dass 80 Zentimeter tiefe Betonverankerungen mitten auf einer idyllischen Wiese nahe der einzigartigen Wälder rund um die Burg Feuerstein angelegt wurden.

Die Aufbauarbeiten für eine Umweltmessstation waren das Ergebnis einer gemeinsamen Initiative, ausgehend vom Ebermannstädter Christian König und seinem guten Draht zur Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) im Forstzentrum Freising.

Die Ebermannstadter Bürgermeisterin Christiane Meyer, Peter Pröbstle (Präsident der LWF) und Hans-Peter Kaulen (Leiter des Jugendhauses Burg Feuerstein) überzeugten sich vom Fortschritt der Arbeiten.

Das endgültige „Go“ durch Peter Pröbstle kam vor wenigen Wochen. Bereits am Wahlsonntag waren alle Gerätschaften für den Betrieb einer Variante der Waldklima-Stationen in Bayern auf den Feuerstein transferiert worden.

Zehn Meter hoher Mast

Das LWF-Techniker-Team um Hans-Joachim Krause hat nun sämtliche für die meteorologische Datenerhebung und Funkübertragung im Sekundentakt benötigten Instrumente zusammenmontiert: ein zehn Meter hoher Mast für Wind-, Temperatur-, Luftfeuchtemessung, ein Sensor für Sonnenstrahlung, daneben eine Niederschlagswaage für Regen- und Schneemengen sowie Fühler für die Bodentemperatur in verschiedenen Tiefen. Die autarke Stromversorgung bewerkstelligt ein Solarpanel. Alles zusammen bildet die Umweltmessstation Feuerstein.

Für die Standortwahl waren laut Pröbstle die Zugehörigkeit des Geländes zum Erzbistum Bamberg, die Zustimmung des Stiftungsrats Jugendhaus Burg Feuerstein sowie die „gesicherte Betreuung durch den 365-Tage-Betrieb mit technisch versiertem Personal entscheidend“.

Jugendhausleiter Kaulen trug mit seiner unbürokratisch-anpackenden Art wesentlich zum Gelingen bei. Hintergrund und Treiber für das Zustandekommen dieses Projektes sind die Folgen aus der globalen Erwärmung durch den Klimawandel.

Wasserstress lässt Bäume sterben

Die Auswirkungen der trocken-heißen Extremsommern 2018/19 und teils 2020 zeichnen sich besonders auffällig auf den karstigen Jurahöhen Oberfrankens ab. Dort geraten die Bäume unter immer massiveren Wasserstress und sterben teilweise komplett ab.

Bürgermeisterin Meyer wies auf die besondere Bedeutung der Forschung und der Umweltpädagogik im Klimawandel hin. Sie bedankte sich bei allen Beteiligten, dass die Idee einer „pädagogischen“ Umweltmessstation umgesetzt werden konnte. Vor allem hob sie dabei den bekannten Wetterexperten und Radiomoderator Christian König hervor, der nicht nur die Idee entwickelte hatte, sondern auch an der Umsetzung maßgeblich Beteiligt war.

Die Umweltmessstation fügt sich bestens in das am Feuerstein gelebte Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung ein und trägt mit vielfältigen Exkursionsmöglichkeiten, praktischem Anschauungsmaterial und einem erlebbaren Zukunftswald dazu bei, mehr Umwelt- und Klimabewusstsein zu entwickeln.