Gemeinderat
Der Maroldsweisacher Wald – lieb und teuer
Förster Wolfgang Meiners
Förster Wolfgang Meiners
Foto: Helmut Will
Maroldsweisach – Der Forstwirtschaftsplan für den Gemeindewald Maroldsweisach wurde in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vorgestellt. Der Forstbeamte Wolfgang M...

Der Forstwirtschaftsplan für den Gemeindewald Maroldsweisach wurde in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vorgestellt. Der Forstbeamte Wolfgang Meiners erläuterte ihn. Meiners ist vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AfELF) und gab zunächst einen Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2021. „Es war geprägt von den Auswirkungen der Trockenschäden der letzten beiden Vorjahre und vom Aufarbeiten der Borkenkäferschäden in den Nadelholzbeständen“, sagte Meiners. Alle Arbeiten seien darauf ausgerichtet gewesen. Diese Auswirkungen werde man auch 2022 noch spüren. Es wurden 1330 Festmeter Holz eingeschlagen, hauptsächlich Nadelholz, vom dem 1061 Festmeter vom Borkenkäfer befallenes Holz waren. Pflanz- und Jugendpflegearbeiten seien dort angefallen, wo starkes Fichtenholz entnommen werden musste. „Arbeiten und Holztransporte im Wald haben auf den Waldwegen Spuren hinterlassen, die wir wieder sanieren müssen“, erklärte der Forstmann weiter. Für den Vertragsnaturschutz im Bereich Erlach in Altenstein seien 8000 Euro ausgegeben worden.

Im Jahresbetriebsplan 2022 sei vorgesehen, so Meiners weiter, dass bei der Durchforstung 800 Festmeter alte Bäume und 300 Festmeter bei jüngeren Bäumen entnommen werden sollen. Bei der Jungpflege seien es 150 Festmeter. Bei der Holzernte wird für 2022 mit Ausgaben von 24 000 Euro gerechnet. In der Bestandsbegründung sind 14 500 Euro für Ausgrasen und Ergänzungspflanzungen vorgesehen. Für Jungwuchspflege wird die Summe von 2400 Euro veranschlagt. „Hier müssen wir vor allem die Eiche herausarbeiten“, sagte Meiners. Für Zaunreparaturen sind 2000 Euro eingeplant, für den Zaunneubau 4800 Euro. „Der Waldschutz beschäftigt uns die nächsten Jahre mehr“, sagte der Forstbeamte. Vorbeugender Schutz in der Borkenkäferbekämpfung wird mit der Summe von 8000 Euro veranschlagt. Für Wegeunterhaltung sind 18 480 Euro eingestellt. „Hier ist vor allem der Sandbergweg sehr schlecht. Und im Rotholzweg müssen Teilstrecken ausgebessert werden und auch Rückegassen sind wieder herzurichten“, erläuterte Wolfgang Meiners. Die Jahresbilanz sieht so aus, dass Einnahmen von 93 400 Euro Ausgaben von 81 480 Euro gegenüberstehen, so dass sich ein Plus von 11 920 Euro ergibt. Bevor alle in Jubel ausbrachen, relativierte Meiners diese Daten und sagte: „Wir müssen sehen, ob wir da hinkommen. Das hängt natürlich von der Entwicklung der Holzpreise ab. Wenn die runtergehen, haben wir den Ertrag so nicht. Aber wir werden versuchen, alle möglichen Bezuschussungen herauszuholen.“ Der Marktgemeinderat beschloss einstimmig, den Forstwirtschaftsplan wie vorgestellt umzusetzen.

Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) dankte Wolfgang Meiners für seine Ausführungen und hob die gute Zusammenarbeit mit ihm und der Gemeinde hervor.

Verfahren laufen weiter

Längere Zeit nahm die Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen in Sachen Freiflächenphotovoltaikanlagen in Saarhof und Marbach in Anspruch. Hierzu erläuterte die Geografin Marlene Theiner von der Bürogemeinschaft für Ortsplanung und Stadtentwicklung (OPLA) aus Augsburg die verschiedenen Stellungnahmen. „Insgesamt sind keine größeren Einwände der beteiligten Behörden gekommen, eher Anregungen und Hinweise“, sagte Theiner. Der Marktgemeinderat nahm alles zur Kenntnis, fasste Billigungs- und Aufstellungsbeschlüsse zu den beiden Vorhaben und beauftragte die Verwaltung, die Verfahren fortzuführen.

Bürgermeister Wolfram Thein informierte den Gemeinderat, dass die Freizeitlinie zwischen den Städten Ebern und Bad Rodach, der „Heimat-Hopper“, gestartet sei. „Diese Linie wird an allen Samstagen des Jahres betrieben und ist bis zum Jahresende noch kostenlos.“ Thein rief dazu auf, dieses Busfahrtenangebot rege zu nutzen. Weiter informierte er das Gremium, dass das Förderprogramm der Gemeinde zur Unterstützung junger Familien für den Kauf oder Instandsetzung von Anwesen auslaufe. Bei einer folgenden Sitzung soll darüber beraten werden, ob dieses Förderprogramm verlängert werden sollte.