100 Jahre Bergmannskapelle
Eine Bereicherung bei den Festzügen ist die Bergmannskapelle Stockheim im traditionellen Bergmannskleid.
Eine Bereicherung bei den Festzügen ist die Bergmannskapelle Stockheim im traditionellen Bergmannskleid.
Foto: Gerd Fleischmann
Stockheim – Auftritt  Balsam auf die Seele: Das Coronavirus hat die Bergmannskapelle Stockheim arg gebeutelt, doch nun gibt sie am Samstag ein Jubiläumskonzert in der Neukenrother Zecherhalle.

Die Bergmannskapelle Stockheim, die 2020 auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken konnte, traf die Pandemie besonders schlimm. So ist das geplante Bundesbezirksmusikfest zweimal nach Rücksprache mit dem Landratsamt Kronach abgesagt worden. Für den 230 Mitglieder zählenden Kulturträger unter der Leitung von Thomas Neubauer war dies ein herber Rückschlag, zumal fast zwei Jahre intensiv auf dieses Highlight hingearbeitet worden war. Und die Bundesbezirksmusikfeste mit annähernd 2000 Musikern in den Jahren 1960, 1970, 1980 und 1995 in der Bergwerksgemeinde hatten stets eine beachtliche Resonanz gefunden. Als Ersatz für das 2020 ausgefallene Bundesbezirksmusikfest findet nun am Samstag, 23. Oktober, ab 17 Uhr in der Neukenrother Zecherhalle bei freiem Eintritt ein Jubiläumskonzert unter der Leitung von Dirigent Michael Botlik statt.

Bei diesem Konzert werden unter anderem folgende Stücke zu Gehör gebracht: „Marsch des Soldats de Robert Bruce“, der „Florentiner-Marsch“ von Julius Fucik, „United Youth“ (eine Ouverture von Henk van Lijnschooten), die Ouverture „Die Zigeunerhochzeit“, „The New Village“ und „Around the world in 80 days“. Nicht fehlen darf der „Glück-Auf-Marsch“.

Eine Anmeldung zu dem Konzert ist erforderlich: per E-Mail an gunreben.neubauer@web.de oder unter der Rufnummer 0151/21806515. Es gilt außerdem die 3G-Regel. Zutritt also nur für Getestete, Geimpfte oder Genesene. Des Weiteren gibt es eine generelle Maskenpflicht. Nur am Sitzplatz darf die Maske abgenommen werden, sagen Vorsitzender Thomas Neubauer und seine Stellvertreterin Lena Buckreus-Gagel. Nach dem Festakt mit Ehrungen wird bei Speisen und Getränken Unterhaltungsmusik geboten.

Mit ihrer über 100-jährigen Geschichte ist die Bergmannskapelle ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Großgemeinde Stockheim, im Landkreis Kronach und im Nordbayerischen Musikbund. Aktuell besteht das Orchester aus 50 musikbegeisterten Aktiven. Als ein Meilenstein für die künftige Entwicklung erwies sich 1952 das erste Musikfest, an dem 13 Kapellen teilnahmen. Mit der Wahl von Hans Welscher zum Vorsitzenden hatten die Musiker 1955 einen guten Griff getan. Bis 1972 hatte er dieses Ehrenamt ununterbrochen inne. Die Bemühungen von Welscher, das Leistungsniveau zu heben und eine einheitliche Kleidung anzuschaffen, waren von Erfolg gekrönt. Diese Bestrebungen wurden sowohl von dem damaligen Direktor des Bergwerks, Rudolf Strak, als auch von der Gemeinde Stockheim unterstützt, so dass die Kapelle 1956 mit dem Bergmannsrock eingekleidet wurde und seither als Bergmannskapelle das kulturelle Leben bereichert.

Sehr erfolgreiche Nachwuchsarbeit

„Wer die Jugend hat, hat die Zukunft!“ Nach diesem Motto haben die Verantwortlichen stets gehandelt. Und von der intensiven Nachwuchsarbeit nach 1961 profitiert der Verein noch heute. Damals bahnte sich eine musikalische Erfolgsgeschichte an, die europaweit für Schlagzeilen sorgte. Obermusikmeister a. D. Alfons Pohl aus Weißenbrunn – er übernahm 1958 die musikalische Leitung – eilte mit der Kapelle von Erfolg zu Erfolg. Dank der Initiative von Vorsitzendem Hans Welscher verlief die Nachwuchswerbung so erfolgreich, dass schon 1961 die erste europäische Bergmannsjugendkapelle ins Leben gerufen werden konnte.

Der Nachwuchs von einst ist teilweise immer noch präsent, und auch auf die Jugend von heute kann die Kapelle bauen. Die bisher 46 Weihnachtskonzerte sind ein beredtes Beispiel für die Kontinuität der Bergmannskapelle.