Bekommt Thonberg eine schöne Mitte?
Diese Freifläche an der Kanzleistraße bietet vielfältige Möglichkeiten, ein attraktives Ortszentrum in Thonberg zu schaffen. Der Bürger diskutierten über verschiedene Varianten.
Diese Freifläche an der Kanzleistraße bietet vielfältige Möglichkeiten, ein attraktives Ortszentrum in Thonberg zu schaffen. Der Bürger diskutierten über verschiedene Varianten.
Foto: Karl-Heinz Hofmann
Thonberg – Bürgerversammlung  Im Weißenbrunner Gemeindeteil besteht die Möglichkeit, auf einer Freifläche etwas völlig Neues zu gestalten. Ein Dorfzentrum wird offensichtlich favorisiert, wie die regen Diskussionen klarmachten. Gemeinde und Bürger bleiben am Ball.

Karl-Heinz Hofmann

Die Neugestaltung der Freifläche auf einem Grundstück an der Kanzleistraße in Thonberg war Hauptthema der Bürgerversammlung in Thonberg. Es handelt sich um ein circa 1500 Quadratmeter großes Grundstück in der Ortsmitte des Gemeindeteils, das im Jahr 2020 die Gemeinde Weißenbrunn ersteigert hatte und auf dem das Gebäude mit Scheune abgerissen wurde.

57 Teilnehmer

Bürgermeister Jörg Neubauer freute sich über das große Interesse am Bürgerforum. 57 Personen nahmen teil.

Nur einige Tage nach seiner Amtsübernahme im Mai 2020 stand das Anwesen zur Versteigerung an, und schon war die Idee geboren, dieses Anwesen durch die Gemeinde zu erwerben. Viele Gespräche waren nötig, um eine hohe Förderung seitens des Freistaates für den Abriss des Gebäudes und der Scheune zu erhalten. Ende Oktober 2020 stimmte der Gemeinderat einem Kaufvertrag zu. Im Dezember erfolgte eine Förderzusage durch das Amt für ländliche Entwicklung.

Die Kostenseite

Im Februar 2021 folgte der Bewilligungsbescheid über zuwendungsfähige Kosten in Höhe von 159 471 Euro. Die Abrissarbeiten und die Modellierung des Geländes gingen von März bis Juli über die Bühne. Durch die eigene Ausschreibung der Gemeinde und mit Hilfe des Bauhofes konnten laut Bürgermeister rund zwei Drittel der veranschlagten Kosten eingespart werden.

So weit führten Bürgermeister Jörg Neubauer und Geschäftsleiter Markus Wagner in die Thematik ein. Von Beginn an war es ein Anliegen des Rathauschefs, die Bürger einzubeziehen, doch die Corona-Pandemie gab dazu bisher keine Chance. Nun aber war mit strengen Auflagen die Bürgerversammlung ermöglicht worden. Es entstand eine rege Diskussion.

Alfred Lux nahm mit seiner Wortmeldung gleich vieles vorweg und sprach den Bürgern aus den Herzen. Er sprach von einer historischen Chance für Thonberg. Es handle sich um eine schöne Freifläche, die man als Dorfplatz gestalten sollte. Gerade Thonberg brauche so ein schönes Zentrum, das viele Möglichkeiten für Veranstaltungen und als Treffpunkt biete. Es wäre schade, meinte der Redner, hier nur Parkplätze zu schaffen; vielmehr gebe es mehrere Gestaltungsmöglichkeiten. Man sollte dies als ein Projekt für die Zukunft und Chance für die Ortsgestaltung sehen.

Für die Feuerwehr?

Danach hagelte es nur so von Wortmeldungen und gut gemeinten Anregungen und Vorschlägen. Manfred Sünkel kann sich vorstellen, dass dieser Platz auch zur Lösung des Feuerwehrproblems beitragen könnte. Die Feuerwehr sei aktivster Verein im Ort und habe massive Platzprobleme. Eventuell könne man die Freifläche nutzen, um eine Fahrzeughalle und Sitzungsmöglichkeiten für die Freiwillige Feuerwehr Thonberg zu schaffen.

Weitere Vorschläge

Birgit Geßlein plädierte für eine Erweiterung der Parkplätze vor dem Bürgerhaus. Eventuell könne man ein Stück des Kinderspielplatzes dazu verwenden, denn Parkplätze am Bürgerhaus seien wichtig, weil es sonst an den engen Straßen kaum Parkmöglichkeiten in der Nähe des Bürgerhauses gibt.

Ralf Bauernsachs brachte einen Dorfbrunnen mit Sitzgelegenheiten in die Diskussion. Es solle eine Freifläche und Treffpunkt werden; auf keinen Fall sollte man hier zubauen oder asphaltieren, empfahl er. Ein anderes Grundstück rechts von der Kirche könnte man für Parkplätze nutzen, lautete sein Vorschlag.

Bereicherung für den Ort

Susanne Sünkel sah in der Freifläche eine Chance für einen Dorfmittelpunkt – einen Treffpunkt für alle mit Dorfbrunnen. Der Platz könnte urig und gemütlich gestaltet werden. Auch ein Feuerwehrhaus bilde einen Mittelpunkt, allerdings müsse man auch an Kinder und Jugendliche im Ort denken, erklärte die Rednerin.

Robert Porzelt dankte der Gemeinde für die Schaffung der Freifläche. Hier könne ein Schmuckstück des Dorfes entstehen. Für ihn ist allein schon der Abriss des Gebäudes eine Bereicherung für Thonberg. Er wünschte ein gutes Händchen bei weiteren Planungen.

Das Beste daraus machen

Bürgermeister Jörg Neubauer dankte für die vielen Anregungen. Diese zeigten, man habe richtig gehandelt mit dem Abriss des Gebäudes, und nun werde man mit den Anregungen und unter Zuhilfenahme der Behörden und Experten sowie Fördermittel versuchen, das Beste daraus zu machen. Jedenfalls werde die Gemeinde an dieser Maßnahme dranbleiben und weiter die Bürger einbeziehen, versprach der Bürgermeister.