Guter Rat bei Demenz
„Demenzfreundliche Apotheken“ sollen Betroffenen und ihren Angehörigen als Anlaufstelle dienen, um ersten Rat zu erhalten.
„Demenzfreundliche Apotheken“ sollen Betroffenen und ihren Angehörigen als Anlaufstelle dienen, um ersten Rat zu erhalten.
Foto: Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa
Kronach – Gesundheit  In den Landkreisen Kulmbach und Kronach startet das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“. Sieben Apotheken bieten unterstützende Beratung für Betroffene und Angehörige.

Was tun, wenn ein Mensch seine geistigen und intellektuellen Fähigkeiten verliert? Die Diagnose Demenz erzeugt bei den Betroffenen und Angehörigen häufig große Unsicherheiten. Geeignete Hilfe zu finden, ist oft nicht leicht. Öffentliche Apotheken können als wichtige Anlaufstelle bei Demenzerkrankungen einen wertvollen Beitrag leisten. Dazu wurde das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ ins Leben gerufen, das jetzt auch in den Landkreisen Kulmbach und Kronach gestartet ist. Die teilnehmenden Apotheken absolvieren eine spezielle Schulung und sind an dem Logo „Demenzfreundliche Apotheke“ zu erkennen.

„Aufgrund der demographischen Entwicklung und der Tatsache, dass immer mehr ältere Personen alleine wohnen, bekommt das Thema immer größere Bedeutung“, sagt Clemens Richter, Apotheker und Pressesprecher der Apotheken im Landkreis Kronach. „Es ist wichtig, die betroffenen Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen nicht nur zur Arzneimitteltherapie zu beraten, sondern gleichzeitig auch bei anderen Fragen ein niederschwelliges Hilfsangebot unterbreiten zu können.“

Dr. Hans-Peter Hubmann, Apotheker und Pressesprecher der Apotheken im Landkreis Kulmbach, erachtet vor allem die enge Kundenbindung als vorteilhaft: „Gerade bei einer Demenzerkrankung sind die Wohnortnähe der Apotheken und das Vertrauensverhältnis zu den Menschen ein großer Vorteil. Die Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen können sich mit ihren Fragen an uns wenden, wir unterstützen mit fachspezifischer Beratung und geben somit ein wenig Sicherheit zurück.“

Apotheker Dr. Edgar Gräf vom Qualitätszirkel Pharmazeutische Betreuung in Kulmbach erklärt: „Die Apotheke fungiert als Vermittler und Lotse im Netzwerk Demenz, in dem verschiedene lokale Partner kooperieren.“

Klaus Löffler, Landrat des Landkreises Kronach, betont den Wert des Projekts für die Region: „Als Gesundheitsregion haben wir ein sehr großes Interesse daran, die Gesundheitsvorsorge stetig zu optimieren. Insofern ist jedes weitere Angebot wie die ,Demenzfreundliche Apotheke’ mehr als begrüßenswert.“

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken regte das Projekt „Demenzfreundliche Apotheken“ in den Regionen Kulmbach und Kronach an. Ihr Ziel ist es, neue Strukturen für Betroffene auf- beziehungsweise bestehende Strukturen auszubauen und die Apotheken mit den verschiedenen anderen lokalen Partnern im Netzwerk für Menschen mit Demenz zu verbinden. Mit den Landkreisen Kulmbach und Kronach nehmen aktuell Apotheken in 15 Städten und 20 Landkreisen Bayerns an dem Projekt teil.

Im Landkreis Kronach ist die Stadt-Apotheke in Teuschnitz (Hauptstr. 45) mit dabei. Die teilnehmenden Apotheken im Landkreis Kulmbach sind in Kulmbach die Apotheke im Fritz (Fritz-Hornschuch-Str. 9), die Obere Apotheke (Obere Stadt 2), die Sonnenstern-Apotheke (Am Goldenen Feld 1), die Stadtpark-Apotheke (Hardenbergstr. 30) und die Stern-Apotheke (Melkendorfer Str. 9) sowie in Himmelkron die Main-Apotheke (Lanzendorfer Str. 3). red

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