Neues Pflegequartier rückt näher
In Hummendorf wird für rund 42 Millionen Euro ein Pflegequartier mit 134 Einzelzimmern und 74 Wohnungen entstehen.
In Hummendorf wird für rund 42 Millionen Euro ein Pflegequartier mit 134 Einzelzimmern und 74 Wohnungen entstehen.
Foto: Symbolfoto: Bernd Weißbrod, dpa
Hummendorf – Projekt  Der Weißenbrunner Bürgermeister Jörg Neubauer schildert die Entwicklung des Bauvorhabens in Hummendorf.

Jörg Neubauer (SPD) ist seit 1. Mai 2020 Bürgermeister von Weißenbrunn. Von Anfang seiner Amtszeit an hat er mit Einschränkungen der Corona-Pandemie immer wieder zu kämpfen, denn der Bürgerkontakt kann nicht so sein, wie er ihn sich zu Beginn seiner Amtszeit vorgestellt hatte. Dennoch erlebte er schon einige positive Entwicklungen in seiner Gemeinde wie den Abschluss des Architektenwettbewerbs zur Revitalisierung und Neugestaltung des Paradiesplatzes, den Spatenstich zur Errichtung eines Gemeindezentrums am Brunnen oder auch den Beginn der Dorferneuerung in Hummendorf.

Eine der schönsten Nachrichten über den Jahreswechsel war für ihn aber die Baugenehmigung für ein Pflegequartier Weißenbrunn, das durch einen Privatinvestor im Baugebiet „Schiefermühle“ in Hummendorf entstehen soll. Neubauer erzählt, wie es dazu kam. Neubauer ist den Investoren außerordentlich dankbar dafür, dass sie mit der Standortwahl Hummendorf nicht nur die Gemeinde Weißenbrunn aufwerten, sondern eine Bereicherung für den ganzen Landkreis Kronach und darüber hinaus schaffen.

Die Planungen wurden Ende vergangenen Jahres durch die Baubehörde im Landratsamt abgesegnet und die Baugenehmigung erteilt. Zwar sei die Gemeinde nicht Investor, aber es sei ein bedeutendes Bauprojekt für Weißenbrunn, erklärte Bürgermeister Neubauer.

Neuen Investor gesucht und gefunden

Als er im Mai 2020 das Amt des Bürgermeisters übernahm, lagen noch unterschriftsreife Kaufverträge mit einem Investor aus Luxemburg vor. Das Unternehmen wollte im Baugebiet „Schiefermühle“ ein Seniorenheim errichten. Doch bei näherer Betrachtung und Nachfragen beim Investor seien ihm Zweifel gekommen, ob dies der richtige Weg für die Gemeinde sei, erzählte Neubauer. Sehr schnell habe er diese Frage mit ,,Nein“' beantworten können. Er habe sich deshalb auf die Suche nach neuen möglichen Investoren begeben. Für ihn sei klar gewesen: Dieses Grundstück kann nur veräußert werden, wenn der Investor ein ernsthaftes Interesse an der Gemeinde Weißenbrunn hat und dadurch ein Mehrwert für deren Bürger entsteht. Nach intensiven Bemühungen sei es ihm gelungen, einen solchen Investor für das Grundstück ,,Schiefermühle“' zur Errichtung eines Seniorenheims zu finden, sagte Neubauer. Dieser Investor habe nicht nur eine persönliche Beziehung zu Weißenbrunn, sondern obendrein einen höheren Preis pro Quadratmeter gezahlt. Die Gemeinde habe das Grundstück somit zu wesentlich besseren Konditionen als ursprünglich veranschlagt veräußern können. Neubauer teilte mit, dass auf seinen Vorschlag hin auch Gespräche mit den hiesigen Seniorenwohnheim-Betreibern ASB, BRK, Caritas und Diakonie geführt worden seien. Die Kooperationsbereitschaft der neuen Investoren, der Firma Pflegequartier Weißenbrunn Beteiligungs-GmbH aus Köln, sei außergewöhnlich hoch gewesen und örtliche Bauunternehmer und Betreiber seien ebenfalls von Anfang an beteiligt worden.

Die Planung des Seniorenzentrums halte alle Vorgaben des Bebauungsplans genau ein. Der Bürgermeister lobte auch das Landratsamt Kronach: Das Genehmigungsverfahren sei einwandfrei und sehr zügig verlaufen.

Daten und Fakten

Es entstehen zwei Gebäudekomplexe mit einer Baugrundfläche von rund 1,4 Hektar. Eine stationäre Pflege mit 134 Einzelzimmern, einem Restaurant, Café, Friseur und Podologie (insgesamt circa 7800 Quadratmeter). Im zweiten Gebäude befinden sich betreutes Service-Wohnen mit 74 Wohnungen, eine Tagespflege für zwölf Besucher und ein Gemeinschaftsraum mit Bewohnerküche (insgesamt etwa 6700 Quadratmeter). Das Investitionsvolumen wird auf rund 42 Millionen Euro geschätzt.

Sobald es die Corona-Regeln erlauben, will Neubauer eine Informationsveranstaltung für alle Hummendorfer abhalten.

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