Spritztour wird größer
Ralf Schmidt im Impfbus des Landkreises Kronach
Ralf Schmidt im Impfbus des Landkreises Kronach
Foto: Landratsamt Kronach/Löffler
Kronach – Corona  Der Impfbus des Landkreises Kronach steuert ab Montag, 4. Oktober, noch mehr Orte an.

67 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Kronach gelten mittlerweile als vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Damit liegt der Landkreis sowohl über dem bayerischen (62 Prozent) als auch über dem bundesweiten Schnitt (64). Einen wichtigen Teil zu diesem Erfolg hat nicht zuletzt der Impfbus beigetragen, der künftig noch mehr Stationen pro Woche anfahren wird, wie der organisatorische Leiter des Impfzentrums, Ralf Schmidt, betont.

Im Landkreis Kronach sind mittlerweile rund 67 Prozent der Bürger vollständig geimpft. Was können Sie tun, um weitere Menschen für eine Impfung zu begeistern?

Ralf Schmidt: Grundsätzlich muss natürlich jeder für sich die Entscheidung treffen, ob er geimpft werden möchte. Wir können nur die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Und diese haben wir bereits seit der Inbetriebnahme des Impfzentrums immer wieder versucht, so unkompliziert und flexibel wie möglich zu gestalten. Die zwischenzeitlich realisierten dezentralen Impfmöglichkeiten in Nordhalben, Steinbach am Wald und Neukenroth, flexible Öffnungszeiten des Impfzentrums oder auch die Inbetriebnahme des Impfbusses sind dafür nur einige Beispiele. Jetzt wollen wir mit einem weiteren Angebot versuchen, noch näher an den Bürger zu kommen.

Wie soll das aussehen?

Bislang waren wir mit dem Impfbus an stark frequentierten Plätzen in größeren Ortschaften unterwegs. Dieses Angebot werden wir ab der kommenden Woche ausweiten, indem wir die Anzahl unserer Haltestellen pro Woche erhöhen. Dann werden wir auch kleinere Orte anfahren, in denen wir zwar nicht so lange sein werden, aber dadurch können wir mehrere Stationen an einem Tag anfahren.

Was versprechen Sie sich davon?

Im Bus hat sich gezeigt, dass es relativ viele Menschen gibt, die sich ganz spontan für eine Impfung entscheiden und denen eine Impfung bei einem Arzt oder auch im Impfzentrum scheinbar eine zu hohe Hürde darstellt – aus welchen Gründen auch immer. Und um noch mehr von diesen kurzentschlossenen Bürgern zu erreichen, kommen wir auf unserer Spritztour künftig auch in kleinere Orte. Am Ende ist jede einzelne Impfung als Erfolg zu werten, können doch damit schlimmere Verläufe einer Corona-Erkrankung verhindert werden.

Der Impfbus ist jetzt seit fast zehn Wochen im Einsatz. Wie zufrieden sind Sie?

Anfangs herrschte ja ein bisschen Skepsis, ob der Impfbus tatsächlich angenommen wird. Aber der Einsatz hat sich mehr als bewährt. Ziel war es, zusätzlich zu den Angeboten im Impfzentrum oder auch bei den niedergelassenen Ärzten eine niederschwellige Möglichkeit zu schaffen, die ein unkompliziertes Impfen direkt vor Ort, ohne Termin und vor allem nah am Bürger zulässt. Das ist uns gelungen.

Wie viele Personen wurden denn bisher im Impfbus geimpft?

Innerhalb von acht Wochen haben sich rund 2000 Bürger im Impfbus impfen lassen. Das hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Aber gerade das ist auch der Grund dafür, weshalb wir nun mit unseren Stationen noch weiter in die Tiefe gehen wollen.

Werden im Impfbus eigentlich auch Auffrischimpfungen durchgeführt?

Das ist im Rahmen der Vorgaben und nach ärztlicher Bewertung natürlich möglich. Wie letztlich bei jeder Impfung findet zuvor grundsätzlich eine individuelle Bewertung der Situation statt. In diesem Zusammenhang möchte ich auch darauf hinweisen, dass alle über das zentrale Impfportal BayImco registrierten Personen vom System nicht automatisch für eine Auffrischimpfung vorgeschlagen werden. Sofern jemand also diese Option für sich in Erwägung zieht, kann er entweder einfach zum Impfbus kommen oder sich an die Impfhotline wenden – Telefon 09261/678-666 oder E-Mail unter Angabe von Telefonnummer an impftermin@lra-kc.bayern.de.

Beeinträchtigt der Impfbus eigentlich den Betrieb im Impfzentrum?

Nein, überhaupt nicht. Wir haben auf die Situation reagiert und die Öffnungszeiten entsprechend angepasst, so dass es nach wie vor möglich ist, im Impfzentrum unkompliziert einen Termin auch ohne vorherige Anmeldung zu erhalten. Parallel dazu können wir zusätzliche Angebote durch unsere mobilen Impfteams schaffen. Wir sind also breit aufgestellt. Damit können wir grundsätzlich schnell reagieren, sofern sich die Herausforderungen ändern sollten. red

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