Steinwiesen hofft auf höhere Förderung
Auf der Bahntrasse soll der neue Geh- und Radweg vom Erlebnisbad zur Ortsmitte entstehen. Rechts ist die Eisenbahnbrücke zu sehen, die saniert wird.
Auf der Bahntrasse soll der neue Geh- und Radweg vom Erlebnisbad zur Ortsmitte entstehen. Rechts ist die Eisenbahnbrücke zu sehen, die saniert wird.
Foto: Susanne Deuerling
Steinwiesen – Sitzung  Der geplante Geh- und Radweg von der Ortsmitte zum Erlebnisbad führte zu Diskussionen im Gemeinderat Steinwiesen. Problem sind die Kosten. Mit einem Kompromiss, der alle Möglichkeiten weiterhin offen lässt, wurde das Thema vorerst einmal abgehakt.

Seit 2017 ist der Radweg entlang der Bahntrasse vom Erlebnisbad beziehungsweise Hotel zur Ortsmitte im Gespräch. Nach langen Verhandlungen mit der Regierung von Oberfranken, einem Schreiben vom 4. Februar 2019, in dem dargelegt ist, warum der Radweg notwendig ist, einer zugesagten Förderung und der Ausschreibung der Arbeiten haben sich die veranschlagten Kosten verdoppelt. Aus angesetzten 138 600 Euro an Eigenmitteln wurden nun knapp 270 000 Euro. Deshalb wurde die Ausschreibung aufgehoben (September 2021) und nach neuen Lösungen gesucht.

Alternativ wurde eine Kostenberechnung angefordert für eine kostengünstige Brückensanierung, die allerdings nicht förderfähig wäre. Der Eigenanteil des Marktes Steinwiesen würde sich jedoch so ziemlich auf dem Niveau der momentanen Berechnung mit den förderfähigen Kosten bewegen und gilt deshalb als nicht sinnvoll. Außerdem wäre hier die Qualität wesentlich geringer als bei einem geförderten Ausbau.

Konkret: Der momentan angebotene Ausbau würde Kosten von 674 500 Euro verursachen. Davon müsste die Kommunen selbst 269 800 Euro an Eigenmitteln aufbringen.

Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) führte aus, dass sich die Gemeinde mit der Regierung von Oberfranken in Verbindung setzen werde, um zu erfahren, ob die Mehrkosten förderfähig sind. Er befürwortete einen Beschluss, nach dem eine Neuausschreibung stattfinden soll, jedoch unter dem Vorbehalt, dass die Regierung sich positiv zu den Mehrkosten äußert. Der Anschluss des Radweges sei deshalb wichtig, um die Gefahrenstelle Hauptstraße für Radfahrer zu beseitigen. Außerdem sei die Verbindung Hotel und Erlebnisbad zur Ortsmitte damit gut gewährleistet.

Die Fraktionen machen sich die Entscheidung über die Weiterführung der Planungen des Radweges nicht leicht. Wie Jürgen Eckert (CSU) ausführte, ist das zwar nach wie vor ein gutes Projekt, aber die hohen Kosten seien kein Pappenstiel. Man habe die Fakten lange diskutiert und sich von den ursprünglichen 80 000 Euro Eigenmittel verabschiedet. Die CSU-Fraktion werde das Projekt mittragen, jedoch müsse es nach außen, also der Bevölkerung, sehr gut nahegebracht werden. Dies alles jedoch immer unter dem Vorbehalt, dass die Regierung mitspielt und fördert.

Die SPD-Fraktion, sagte Jürgen Deuerling, sei zu dem Schluss gekommen, dass man das Projekt zu diesen hohen Kosten nicht mittragen könne. Seine Fraktion rege an, die Straße in der Kohling für Radfahrer auszubauen.

Für attraktives Wohnen

Bürgermeister Gerhard Wunder berichtete, dass der Ausbau der Kohling nicht genehmigt werde, weil das Areal im Hochwassergebiet liege. Außerdem seien die Kosten noch viel höher, da eine große Stützmauer errichtet werden müsste. Nach Schätzungen würde eine Gesamtsumme von über zwei Millionen Euro anfallen.

Der Bürgermeister betonte, dass die Kostenmehrung für den Radweg zwar hoch sei, aber man wolle die Projekte, die man sich vorgenommen habe, auch durchziehen. Für attraktives Wohnen in Steinwiesen und eine gute Anbindung an das bestehende Radwegenetz sei dieser Ausbau erforderlich.

Brigitte Geiger (SPD) meinte, das Projekt sei ja nicht schlecht, aber es gebe sicherlich mehr und wichtigere offene Baustellen in Steinwiesen. Sie habe einfach Angst, die Gemeinde übernehme sich durch solche Projekte.

Zweiter Bürgermeister Frank Hauck (CSU) betonte, dass die CSU-Fraktion die Kostensteigerung viel diskutiert habe, aber man habe sich nun mal den Tourismus auf die Fahne geschrieben. Es gehe nicht nur um den Anschluss des Hotels, sondern vor allem um die Sicherheit der Radfahrer, die nicht auf der gefährlichen Hauptstraße fahren sollten. Dies sei vor allem für Kinder wichtig, die das Bad aufsuchen. Die Entscheidung, dafür oder dagegen, sei extrem schwierig, aber man wolle sich im Ort weiterentwickeln, deshalb stimme man dafür, sagte er.

Als Beschlussvorschlag gab Bürgermeister Gerhard Wunder bekannt, dass der Marktgemeinderat Steinwiesen beschließen möge, die Ausschreibungen nochmals vorzunehmen – unter dem Vorbehalt, dass die Mehrkosten durch die Regierung von Oberfranken gefördert werden. Die Verwaltung solle außerdem noch Kosteneinsparmöglichkeiten prüfen. Sollten sich die angebotenen Kosten jedoch extrem über den momentanen bewegen (mindestens plus 20 Prozent) werde man jedoch noch einmal überlegen. Dieser Beschluss wurde mit vier Gegenstimmen vom Ratsgremium angenommen.

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