Schedel verkleinert seine Ausbaupläne
Die Bäckerei Schedel bei Unterneuses will sich vergrößern. Der Bauausschuss des Gemeinderates Ebensfeld behandelte das Thema.
Die Bäckerei Schedel bei Unterneuses will sich vergrößern. Der Bauausschuss des Gemeinderates Ebensfeld behandelte das Thema.
Foto: Mario Deller
Ebensfeld – Vorhaben  Der Öko-Bäcker aus Unterneuses verzichtet auf eine Tiefkühlhalle, die 17 Meter hoch werden sollte. Auch eine weitere Halle wird nun flacher ausfallen.

In dem kleinen Industriegebiet bei Unterneuses wird der Bio-Bäcker Schedel seine Ausbaupläne deutlich zurückfahren. Das wird in dem kleinen Ort sicher auf Gegenliebe stoßen, denn der Umgang mit den Flächen ist immer wieder ein Thema: Es sollen dort keine Industriebauten entstehen, deren Optik das Maintal noch mehr belastet. Den Gemeinderäten war das nur Recht, wurde in der Bauausschusssitzung deutlich. Denn für das Vorhaben hätten Bebauungspläne geändert werden müssen, was auf wenig Begeisterung stieß. Auch in einem weiteren Punkt konnte man Entwarnung geben.

Kein dritter Hähnchenstall

Das Amtsdeutsch mit im Alltagsgebrauch kaum verwendeten Fachbezeichnungen wie eben der „Tektur“ kann dabei mitunter schon einmal für Verunsicherung in der Öffentlichkeit sorgen. „Tektur zum Bauantrag – Neubau eines Tierwohlmasthähnchenstalls mit Wintergarten an die bereits bestehende Hähnchenmastanlage“ auf einem Grundstück in der Gemarkung Ebensfeld lautete ein Tagesordnungspunkt in der Ankündigung der Sitzung im Wortlaut. Im Hinblick auf in der Verwaltung eingehende Anrufe von Bürgern stellte Bürgermeister Bernhard Storath zur Vermeidung von Missverständnissen daher gleich zum Auftakt klar: „Es handelt sich hier nicht – mit Betonung auf ,nicht’ – um einen dritten Maststall.“ Gegenstand der nachträglichen Tektur bilden lediglich vorgenommene – vom Landratsamt und vom Ebensfelder Bauausschuss als tragbar eingestufte – bauliche Änderungen am bereits realisierten Maststall. Bei den Änderungen handelt es sich um die Erhöhung der Außenwände um 50 Zentimeter sowie um die Verringerung der Dachneigung von ursprünglich 20 auf 18 Grad.

Halle fällt höher aus

Wie der Bürgermeister hierzu ausführte, verlangte auch das Landratsamt, dass diese erfolgte Änderung per Tekturbeschluss zu berücksichtigen sei, und das war auch der Tenor des Bauausschusses. Arbeitsorganisatorische Gründe des betreibenden Unternehmens waren ausschlaggebend für die notwendige geringfügige Erhöhung der Hallenhöhe, hieß es in der Sitzung ergänzend.

Das Gremium gab schließlich mit sieben zu einer Stimme grünes Licht zur Tektur.

Wesentlich weniger Zündstoff als noch vor einiger Zeit birgt nun die beabsichtigte Erweiterung einer ökologischen Bäckerei auf deren Betriebsareal bei Unterneuses, mit der sich das Gremium weiterhin zu befassen hatte.

Die ursprünglichen Planungen der auf ökologische Backwaren spezialisierten Firma Schedel hatten eine Erweiterung und Verlängerung der Werkhalle mit Erhöhung um 2,50 Meter, die teilweise Verbindung der bestehenden Werkhallen sowie – was im Gremium für große „Bauchschmerzen“ sorgte – der Neubau einer 17 Meter hohen Tiefkühllagerhalle.

Bäckerei korrigiert Pläne

Der Bauantrag zur Erweiterung der Bäckerei bedürfe nun Korrekturen, hieß es in der Sitzung. Konkretisierend wurde in der Information als Basis für einen Tekturbeschluss ausgeführt, dass die vormals angedachte Erhöhung der Werkhalle um 2,50 Meter nun entfällt. Somit wird der Erweiterungsbau die gleiche Höhe aufweisen wie die bereits stehenden Hallen des Unternehmens. Als weitere Änderung verlängert sich der westliche Verbindungsbau zwischen den bestehenden Hallen in Richtung Westen bis zur Außenkante des Erweiterungsbaus.

„Alle übrigen Baumaßnahmen werden zeitlich verschoben und sind nicht mehr Bestandteil dieses Bauantrags“, so die Formulierung zum Beschluss im Wortlaut weiter. Die angedachte 17 Meter hohe Tiefkühlhalle ist hingegen zumindest nach derzeitigem Stand vom Tisch. Eine diesbezügliche Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans sei hier nicht möglich gewesen, erinnerte Bauamtsleiter Gerhard Schneider an die Vorgeschichte. Der Bäcker müsse daher hierzu eine Änderung des Bebauungsplans beantragen; dies sei derzeit aber nicht geplant, so Schneider weiter.

Weiter Suche nach Standort

Unter dem Punkt „Sonstiges“ fragte Otto Weidner (Grüne) an wegen des aktuellen Standes zum geplanten Seniorenspielplatz. Bürgermeister Storath ließ hierzu wissen, dass die angeschafften Geräte eingemottet seien. „Wir suchen noch nach einem geeigneten Standort“, so der Rathauschef. Ein größeres Spielgelände – das im Falle einer Realisierung dann wohl nicht nur die Geräte für die Erwachsenen beinhalten würde – sei beispielsweise denkbar an der Himmelreichstraße gegenüber dem TSV-Sportplatz, wo ein zur Verfügung stehendes Areal der Gemeinde Ebensfeld gehöre.