Euro-biker
20 Jahre Radsport, Freundschaft und europäische Verbundenheit
Die Euro-Biker sind wieder auf Tour, genau am selben Datum und zur selben Uhrzeit wie vor 20 Jahren bei ihrer ersten Tour in die Normandie. Diesmal geht es über Umwege nach Würzburg.
Die Euro-Biker sind wieder auf Tour, genau am selben Datum und zur selben Uhrzeit wie vor 20 Jahren bei ihrer ersten Tour in die Normandie. Diesmal geht es über Umwege nach Würzburg. // Alois Karch
Oerlenbach

„Vielleicht wird es wieder ein kleines Sommermärchen…“ , mit diesem Gedanken blicken die Euro-Biker aus der Gemeinde Oerlenbach voller Vorfreude auf ein ganz besonderes Jahr: Vor genau 20 Jahren begann eine außergewöhnliche Geschichte, die bis heute unvergessen geblieben ist, teilt Hubert Schott, einer der Biker, in einer Pressemeldung mit.

Am 25. Juni 2006 startete eine Gruppe begeisterter Rennradfahrer zu einem sportlichen Abenteuer, das damals kaum größer hätte sein können. Ziel war die französische Partnerstadt Douvres-la-Délivrande in der Normandie. Was folgte, war eine beeindruckende Leistung: Über 1086 Kilometer führte die Tour innerhalb von sieben Tagen durch Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich – von der Saale bis an die Küste der Normandie.

Diese Fahrt war weit mehr als nur eine sportliche Herausforderung. Sie verlangte Ausdauer, Disziplin und Teamgeist. Sie war eine Prüfung für Körper und Kopf – vor allem aber ein gemeinsames Erlebnis, das zusammenschweißte und gleichzeitig ein starkes Zeichen europäischer Freundschaft setzte, so Schott.

Die gesamte Aktion stand damals bewusst unter der Flagge der Gemeinde Oerlenbach sowie des Partnerschaftskomitees Oerlenbach und sollte die gelebte Partnerschaft mit der französischen Partnergemeinde auch auf sportliche Weise sichtbar machen. Damit wurde die Tour zu einem besonderen Symbol für europäische Verbundenheit und echte Völkerverständigung.

Die Teilnehmer sammelten damals nicht nur Kilometer, sondern legten zugleich den Grundstein für eine Gemeinschaft, die bis heute besteht: die Euro-Biker.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten folgten zahlreiche weitere unvergessliche Touren quer durch Europa. Ziele wie Berlin, Gardasee, Brüssel, Prag, Straßburg, München, Kulmbach, Bodensee, Luxemburg, Nürnberg, Hamburg und Paris zeigen eindrucksvoll, was diese außergewöhnliche Gruppe über viele Jahre gemeinsam erlebt hat, so Schott.

Ebenso wichtig wie die großen Ziele waren dabei stets die unzähligen Vorbereitungstouren in der Heimatregion. Rund 7500 Kilometer wurden in dieser Zeit von insgesamt 21 Radsportlern bei 13 großen Touren geradelt. Die vielen Trainingstouren sind dabei nicht eingerechnet.

Der Kapitän Alois Karch und Joachim Bauer waren bei allen Touren aktiv dabei. Das Team ist dankbar dafür, dass all diese Aktionen größtenteils unfallfrei verliefen. Denn für die Euro-Biker galt von Anfang an ein einfacher Grundsatz: „Wenn man etwas macht, dann richtig.“

Und genau aus diesem Gedanken entstand nun die Idee, das große Jubiläum entsprechend zu feiern.

Am Donnerstag, 25. Juni 2026 – exakt am selben Datum und zur selben Uhrzeit wie vor 20 Jahren – startet deshalb die große Euro-Biker-Jubiläumstour 2026, so Schott. Treffpunkt ist um 9 Uhr am Rathaus in Oerlenbach. Ziel der zweitägigen Tour ist die unterfränkische Metropole Würzburg. Die rund 200 Kilometer lange Strecke wurde vom Kapitän Alois Karch so geplant, dass sie sowohl mit Rennrad als auch mit E-Bike problemlos gefahren werden kann.

Am ersten Tag führt die Route zunächst nach Nordheim zum „Weingut am Kreuzberg“, anschließend nach Kitzingen und schließlich nach Würzburg zur historischen Alten Mainbrücke.

Ein besonders bewegender Moment wird zudem der Besuch im Würzburger Dom sein. Dort möchten die Teilnehmer ihrer verstorbenen Bikekollegen gedenken und eine Kerze entzünden. Am Abend steht dann die gemeinsame Jubiläumsfeier auf dem Programm. Im fränkischen Wirtshaus Lämmle wird gemeinsam gegessen, gefeiert und auf 20 Jahre Euro-Biker angestoßen.

Am Freitag führt die Rückfahrt über Karlstadt, Gemünden am Main und Hammelburg zurück nach Eltingshausen. Den gemeinsamen Abschluss bildet traditionell die Einkehr in die Da Pino. Für die Teilnehmer steht fest: Euro-Biker bedeutet längst nicht nur gemeinsames Radfahren. Über zwei Jahrzehnte hinweg sind echte Freundschaften entstanden, geprägt von Kameradschaft, gegenseitigem Vertrauen und vielen gemeinsamen Erlebnissen. Und vielleicht gelingt es tatsächlich noch einmal, ein kleines Sommermärchen zu schreiben – nicht in der Normandie, sondern auf fränkischen Straßen. red

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