Uwe Tobaben aus Hammelburg von der Afrika Hilfe Franken war vom 6. bis zum 21. Mai zum zweiten Arbeitseinsatz in diesem Jahr in Tansania. Mit dabei im rund 45 Kilogramm schweren Reisegepäck befanden sich unter anderem Verbandsmaterial für das Krankenhaus in Chamazi, Schulmaterial für die Kindergärten Kiparang’anda und Bigwa sowie ein neuer Akkuschrauber, Zubehör und verschiedene Dinge, die es in Tansania nicht gibt, heißt es in einer Pressemeldung des Vereins.
Ein paar Tage vor der Abreise hatten Diebe vier Fensterscheiben am Gästehaus gestohlen. Der Schreiner fertigte bis zur Ankunft neue an und baute sie ein. Der bisherige Wächter musste gehen, zwei neue wurden eingestellt, die sich wöchentlich in Tag- und Nachtschicht abwechseln. Auf die Frage, ob sie eine bunduki (Waffe) besitzen, lächeln sie und antworten: „Ndio, mshale (Ja, Pfeil und Bogen)“. Ansonsten läuft der Betrieb im Kindergarten sehr gut. Geklagt wird auch dort über die gestiegenen Benzinkosten: Ein Liter kostet nun 4300 statt 2900 TSH zuvor.
Wie jedes Mal wurden die Vorräte an Zucker, Mehl und Brennholz aufgestockt. Die neue Motorsäge bewährte sich und reduzierte den Zeitaufwand auf ein Viertel der bisherigen Zeit. Zuvor mussten die Stämme mit Machete und Axt zerkleinert werden. Mit den mitgebrachten Schrauben und Schäkeln wurde die Schaukel repariert. Im Gästehaus war an einer Stelle das Dach undicht, und einige Wellbleche mussten ausgetauscht werden. Die zeitaufwendigste Arbeit war allerdings die Umgestaltung der Fenster: Das Eisengitter wurde nach außen versetzt, die Fenster nach innen. Vor der Küche, den Klassenzimmern und der Rückseite des Gästehauses wurden Außenlampen installiert, die nun die ganze Nacht leuchten sollen.
Seit dem letzten Arbeitseinsatz im Februar sind die Arbeiten an der Grundschule Kiparang’anda A (Finzi) weitergegangen. Vom zwischenzeitlich überwiesenen Geld wurden inzwischen die ersten Schulbänke geliefert sowie die Klärgrube und die ersten fünf Toiletten gebaut. Leider waren bei der Ankunft trotz mehrfacher Nachfrage im Februar nicht genügend Backsteine vorhanden, um die weiteren sieben Toiletten zu errichten. Damals hieß es, es sei ausreichend Material vorhanden. Es wurde sofort alles weitere benötigte Material eingekauft, sodass bis zur Ankunft der fehlenden 500 Backsteine nach fünf Tagen an anderer Stelle weitergearbeitet werden konnte. Es wurde begonnen, in einem Klassenzimmer die Decke einzuziehen, und bei den ersten fünf Toiletten wurden die Rohre verlegt sowie die Toilettenbecken gesetzt. Anschließend wurden die Maurer in den Kindergarten geschickt, um dort die Fenster umzubauen.
Es musste tief gebohrt werden
Der weitere Plan wurde jedoch über den Haufen geworfen, da die Brunnenbohrfirma unerwartet früh kommen konnte. Aus Deutschland wurde weiteres Geld direkt an die Firma überwiesen, und die Bohrung begann. Aus den ursprünglich angekündigten zwei Tagen wurden schließlich vier, da anstelle von 60 nun doch 70 Meter gebohrt werden mussten und vor allem die Anfahrt bereits einen halben Tag in Anspruch nahm. Man verfuhr sich im Busch und verfehlte die Baustelle.
Nach fast zwei Stunden Suche und zahlreichen Telefonaten konnten die Bohrarbeiter lokalisiert werden. Ein Motorrad wurde geschickt, um sie auf den richtigen Weg zu bringen. Bei der Ankunft herrschte großes Gelächter, vor allem, weil festgestellt wurde, dass kein Diesel für den Generator mitgebracht worden war. Zudem startete der Generator nicht sofort, weshalb über eine Stunde daran herumgewerkelt wurde, bis er schließlich lief.
Auch die Fliesen trafen erst einige Tage später ein, obwohl sie zehn Tage vor der Abreise bestellt worden waren. Die Fliesenleger arbeiteten sehr zügig und sauber, sodass schon nach drei Tagen alle Klassenzimmer und das Lehrerbüro gefliest waren. Nachdem endlich die fehlenden Backsteine eingetroffen waren, konnten die restlichen Toiletten und ein drei Meter hoher Wasserturm gebaut werden.
Bei der Abreise waren zehn Toiletten fertiggestellt, bei den beiden Toiletten für die Lehrer war das Fundament gelegt. Am Tag vor der Abreise wurde mit den Maurern und dem Schuldirektor der weitere Ablauf geklärt. Die Maurer erhielten ihr Geld bis auf eine Restsumme von 500.000 TSH, die ihnen der Schuldirektor erst auszahlt, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind. Das bedeutet, dass die Toiletten gefliest, der Wasserturm verputzt und in den restlichen Klassenzimmern die Decken eingezogen sind. Der Schreiner erhielt Geld, um weitere 30 Schulbänke anfertigen zu können. Schon wenige Tage nach der Rückkehr erreichen den Verein Bilder, die zeigen, dass die Toiletten fertiggestellt sind, heißt es weiter.
Von der Seite der Afrika Hilfe Franken ist somit alles getan. Die Gemeinde fordert nun mit Nachdruck, dass die Schule an den Strom angeschlossen wird, damit der Brunnen betrieben werden kann.
Sollte dies bis Ende Juni gelingen, soll die Schule bereits im Juli nach den Ferien in Betrieb gehen. Ihren finalen Anstrich erhalten die Gebäude dann im August. red









