Rhön
Auf der Suche nach dem Kuckuck unter den Schmetterlingen
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Tina Bauer
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Tina Bauer // 
Rhön

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) wurde zum Schmetterling des Jahres 2026 gewählt. Mit seiner außergewöhnlichen Lebensweise zählt er zu den faszinierendsten heimischen Tagfaltern. Gleichzeitig gilt die Art in Deutschland als gefährdet.

Vor wenigen Wochen waren deshalb Ehrenamtliche der „Rhöner Insekten-AG“ unterwegs, um Vorkommen des seltenen Falters in der Rhön zu erfassen und so wichtige Daten für seinen Schutz zu sammeln, wie es in einer Pressemitteilung des Unesco-Biosphärenreservats Rhön heißt.

Zwei Partner nötig

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist auf das Zusammenspiel von zwei Partnern angewiesen: den Großen Wiesenknopf und die Rote Knotenameise. Seine Eier legt das Weibchen an den Blüten des Großen Wiesenknopfs ab, einer Pflanze feuchter Wiesen. Nach dem Schlüpfen fressen die Raupen zunächst an den Blüten, bevor sie eine bemerkenswerte Strategie nutzen: Sie imitieren den Geruch von Ameisenlarven und werden von Roten Knotenameisen in deren Bau getragen. Dort verbringen sie den Winter und entwickeln sich geschützt weiter, bis sie im folgenden Jahr als Falter schlüpfen, heißt es weiter.

Diese hoch spezialisierte Lebensweise macht die Art jedoch äußerst anfällig. Nur wenn Wiesenknopf, Wirtsameisen und die passenden Lebensraumbedingungen zusammenkommen, kann sich der Falter erfolgreich entwickeln.

Auf der Roten Liste

Zu häufige Mahd, Überweidung, Pestizideinsatz und die zunehmende Trockenheit gefährden daher seine Bestände. Entsprechend wird die Art auf der Roten Liste als gefährdet geführt und ist europaweit geschützt.

Bei einer Exkursion der Rhöner Insekten-AG wurden Anfang August Feuchtwiesen zwischen Unterelsbach und Simonshof untersucht. Aufgrund der anhaltenden Hitze und Trockenheit konnte lediglich ein Exemplar des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings nachgewiesen werden.

Der Fund liefert dennoch wichtige Hinweise zur Entwicklung der Art im außergewöhnlich warmen Jahr 2026.

Neben der Zielart entdeckten die Teilnehmenden weitere bemerkenswerte Insekten, darunter den Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) und die Sumpfschrecke (Stethophyma grossum).

Die gesammelten Daten helfen dabei, die Verbreitung gefährdeter Insektenarten in der Rhön besser zu verstehen und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten.

Kartierungen fortgeführt

Da die Rhön mit ihren zahlreichen Feuchtwiesen einen wichtigen Lebensraum für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling beherbergt, sollen die Kartierungen im kommenden Jahr fortgeführt werden. Die ehrenamtliche Mitarbeit der Rhöner Insekten-AG leistet dabei einen wertvollen Beitrag zum Schutz dieser außergewöhnlichen Art, wie es abschließend in der Pressemeldung des Unesco-Biosphärenreservats heißt.  red

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