Himmelsvorschau
Der diebische Aschermittwoch
Sternkarte für Februar 2026.
Sternkarte für Februar 2026. // Grafik: Vereinigung der Sternfreunde (VdS)
Oberelsbach

Kaum ist es Nacht, da zeigt sich schon das schöne Sternbild Orion. Das fasst schon gut zusammen, was sich am Februar-Sternenhimmel zeigt. Was die Sterne im Februar sonst noch bringen, erklären Sabine Frank, Sternenpark-Beauftragte beim Landkreis Fulda, und Hobby-Astronom Dr. Franz-Peter Schmidt in ihrer monatlichen Himmelsvorschau.

Doch bevor sich Orion am Himmel zeigt, lädt zunächst die Abenddämmerung ein: Wird es zu Beginn des Februars um 18.30 Uhr dunkel, ist es am Monatsende erst um 19.20 Uhr soweit. Also optimal für Feierabende im wunderschönen Dämmerungslicht. Und noch vor den Hauptnachrichten lohnt sich gerade im Februar jede klare Nacht für einen astronomischen Himmelsausflug.

Schon mit Einbruch der Dunkelheit erscheint die auffällige Gestalt des Orion in Richtung Südosten. Rund um ihn herum zeichnen die jeweils hellsten Sterne der fünf umgebenden berühmten Winter-Sternbilder das sogenannte Wintersechseck, eine markante Sternenkonstellation. Orion eignet sich hervorragend als „Navi zum“ Auffinden. Verlängert man die drei Gürtelsterne des Orion nach oben, trifft man auf Aldebaran, den hellen rötlich leuchtenden Stern im Stier, der sein Auge markiert. Etwas oberhalb befindet sich der wunderschöne Sternhaufen der Plejaden, auch das Siebengestirn genannt. Eine Verlängerung in die andere Richtung führt zum hellsten Stern am Himmel, Sirius. Er ist Teil des Sternbilds Großer Hund und erwiesenermaßen der Funkelkönig am Himmel. Die Verlängerung von Orions Schulterstern Bellatrix über Beteigeuze zeigt auf Procyon im Kleinen Hund, genau wie Sirius ein relativ sonnennaher Stern. Eine Linie vom oberen Gürtelstern über Beteigeuze weist auf die beiden Hauptsterne der Zwillinge, Castor und Pollux. Im Sternbild Zwillinge hält sich momentan sehr auffällig auch der Riesenplanet Jupiter auf. Und die Linie vom Mittelstern des Gürtels über den Stern zwischen Beteigeuze und Bellatrix führt fast direkt zu Capella, dem hellsten Stern im Sternbild Fuhrmann, fast im Zenit. Vollendet wird das Wintersechseck durch Rigel, dem von uns aus rechten Fuß des Orion, der bläulich-weiß in mehr als 700 Lichtjahren Entfernung funkelt.

Für besondere Showeinlagen sorgen im Februar Venus und insbesondere der flinke Merkur, der für eine Sonnenumrundung nur 88 Erdentage braucht. Ein Auto müsste mehr als 172.000 km/h fahren, um so schnell zu sein. In der Antike war der Wochentag Mittwoch Merkur, dem listigen Gott der Händler und Diebe, gewidmet, was man in romanischen Sprachen noch erkennen kann. Am Aschermittwoch steht Merkur unterhalb der schmalen Mondsichel, und ganz tief am Westhorizont zeigt sich endlich wieder die helle Venus am Abendhimmel – was ein himmlisch schöner Abschluss der Fastnacht ist.

Die anschließende Fastenzeit wird begleitet von zunehmendem Mond, der am 2. Februar voll und am 17. Februar in der Neumondstellung ist.

Inhalt teilen
  • kopiert!