Wie Nester der Asiatischen Hornisse künftig auch in großer Höhe bekämpft werden können, lernten Teilnehmer aus ganz Unterfranken bei einer Fortbildung an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Für den Landkreis Bad Kissingen nahmen Jochen Huppmann (Euerdorf), Marius Jordan (Waldfenster) sowie Karin Schmidt und Christian Benker (Oberleichtersbach) teil, wie der Imkerverein Bad Brückenau informiert.
Im Mittelpunkt der Schulung stand die sogenannte Lanzentechnik. Mit ihr lassen sich laut Pressemitteilung Nester der invasiven Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) in Höhen von bis zu rund 35 Metern erreichen und behandeln – ohne Hebebühne oder aufwendige Klettertechnik.
Die Fortbildung bildete den dritten Teil einer Schulungsreihe. Zuvor standen bereits die Entnahme von Primär- und Sekundärnestern sowie Arbeitsschutz und Unfallverhütung auf dem Programm. Neben der Handhabung der Lanzen wurden auch moderne Methoden zur Nestortung vorgestellt, etwa Infrarotsichtsysteme, kabellose Kameratechnik oder die Ortung einzelner Hornissen mittels kleiner Funksender.
Bei einer praktischen Übung im Freien konnten die Teilnehmer die Technik unter realistischen Bedingungen erproben. Dabei zeigte sich, dass der Einsatz der langen Geräte Erfahrung und Teamarbeit erfordert.
Fressfeind der Honigbiene
Die Fortbildungsreihe ist Teil einer bayerischen Strategie zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse. Das Projekt wird von Ronald Jäger an der LWG Veitshöchheim koordiniert. Ziel ist es, möglichst viele fachkundig geschulte Helfer auszubilden, die bei der Suche und Entfernung von Nestern unterstützen.
Die aus Südostasien stammende Asiatische Hornisse gilt als bedeutender Fressfeind von Honigbienen und kann damit insbesondere für die Imkerei zum Problem werden. Auch Obst-, Wein- und Gartenbau können betroffen sein.
Gerade im Frühjahr spielt die Mithilfe der Bevölkerung eine wichtige Rolle, schreibt der Imkerverein. In dieser Zeit beginnen überwinterte Königinnen mit dem Bau kleiner Nester.
„Überwinterte Königinnen beginnen jetzt mit dem Bau kleiner Nester. Wenn diese früh entdeckt werden, können sie vergleichsweise einfach entfernt werden“, erklärt Christian Benker aus Oberleichtersbach. „Zur Beobachtung können einfache Lockgefäße mit einer süßen Mischung aus Bier, Weißwein und etwas Fruchtsirup im Garten oder an Streuobstwiesen aufgestellt werden. Wichtig ist, diese regelmäßig zu kontrollieren.“
„Bitte versuchen Sie nicht, Nester selbst zu entfernen“, betont Benker. „Die Tiere können in Nestnähe sehr wehrhaft reagieren. Außerdem muss zunächst immer geklärt werden, um welche Art es sich handelt.“
Sichtungen sollten daher möglichst mit Foto gemeldet werden, damit Fachleute die Art bestimmen und über das weitere Vorgehen entscheiden können, und zwar auf der Website beewarned.de. red









