Der 26. Bundesrealschultag hatte am Donnerstag in Bad Kissingen begonnen. Bei der im vierjährigen Turnus stattfindenden Versammlung kamen für die dreitätige Veranstaltung rund 120 Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen, um einen neuen Vorstand zu wählen und die inhaltlichen Leitlinien der Arbeit des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) festzulegen.
Auf der Tagesordnung der Bundesdelegiertenversammlung standen neben der Wahl des Vorstandes knapp 100 Anträge zur Zukunft der Bildung. Der Leitantrag unterstreicht dabei einige zentrale Standpunkte des Verbandes Deutscher Realschullehrer und seiner Landesverbände, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Positiver Leistungsbegriff
So macht sich der VDR unter anderem stark für einen positiven Leistungsbegriff, für eine Stärkung der beruflichen Bildung, für die Gleichwertigkeit von beruflichen und akademischen Bildungswegen, für Demokratiebildung, für eine Null-Toleranz-Politik bei Gewalt gegen Lehrkräfte, für eine pädagogisch sinnvolle Digitalisierung und eine Stärkung der Medienkompetenz sowie für ein qualitätsvolles differenziertes Bildungswesen.
Ministerin zu Gast
Zum Auftakt des Bundesrealschultages war die bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus sowie amtierende Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz, bei der Veranstaltung in Unterfranken zu Gast. In ihrer Rede betonte die Ministerin: „Unsere Realschulen sind echte Alleskönner. Egal, ob nach dem Realschulabschluss eine qualifizierte Berufsausbildung oder der Weg zur Hochschulreife folgen – jedes Talent wird hier gefördert. Dies gelingt durch eine enge Verbindung von Theorie und Praxis, eine individuelle und begabungsgerechte Förderung sowie eine positive Leistungskultur. Die Realschule steht im Zentrum unseres gegliederten Schulsystems. Sie öffnet Türen – ob zu Sprache oder Technik, Wirtschaft oder schulischer Weiterbildung – und sie ermutigt unsere jungen Menschen, ihren individuellen Weg zu finden.“
An diese klaren Worte knüpfte der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer, Ralf Neugschwender, an und betonte laut Pressemitteilung, dass diese Haltung über Bayern hinaus Signalwirkung für das gesamte Bundesgebiet haben müsse.
In seiner Ansprache unterstrich er, dass der Verband ein verlässlicher Partner für ein differenziertes und leistungsorientiertes Schulwesen sei und die Eigenständigkeit der Realschule auch in anderen Bundesländern nicht in Frage gestellt werden dürfe.
„Die besondere Stärke der Realschule liegt in der Verbindung von Theorie und Praxis sowie in einer fundierten Berufsorientierung – zentrale Voraussetzungen für individuelle Lebenswege und zugleich für die Stabilität und Innovationskraft der mittelständischen Wirtschaft. Diese Potenziale müssen überall politisch anerkannt, strukturell gestärkt und konsequent weiterentwickelt werden“, hob Neugschwender hervor. red









