Ignaz Netzer gilt als Großmeister des klassischen Blues, als einer der wenigen deutschen Bluesmusiker, die international anerkannt sind und darf sich zur Weltklasse zählen, heißt es in einer Pressemittleilung aus dem Kunsthaus Bad Brückenau. Im Zuge von „Eine Stunde Kultur“ tritt er beim Bad Brückenauer Kulturherbst auf: Am Samstag, 26. September kommt er in die August-Kömpel-Musikschule.
Geboren wurde Ignaz Netzer im Allgäu, wo auf dem Plattenteller der Familie Klänge von Vico Torriani und Heintje ertönten. Wie es dennoch dazu kam, dass er die Laufbahn eines professionellen Bluessängers einschlug?
Der Umweg führte über Berufstätigkeit als Lehrer, Buchhändler, Schulungsleiter in der freien Wirtschaft, Staatsexamen in Germanistik und Geschichte, bis er 2001 professioneller Musiker wurde, schreiben die Veranstalter weiter in ihrer Presseinformation.
Den Blues entdeckt
Sehr früh bekam Ignaz Netzer klassischen Gitarrenunterricht, den er auch weiterführte, als er fast noch als Kind den Blues entdeckte. Schon 1970 gründete er seine erste Band, eine fünfköpfige Chicago-Bluesband, die sehr bald in Clubs und Festivals im süddeutschen Raum Furore machte. Mitte der 70er Jahre gewann er den Nachwuchswettbewerb beim Bregenzer Folk Festival.
1976 begann er das Studium in Freiburg, damals ein Eldorado der akustischen Folk- und Gitarrenszene. So traf Ignaz Netzer bald auf Ray Austin, Werner Lämmerhirt, Hannes Wader und andere und veröffentlichte erste Alben. Auch Alexis Korner übte einen maßgeblichen Einfluss auf ihn aus. Er tourte in den Südstaaten der USA, um den Wurzeln des Blues zu folgen, spielte in verschiedenen Formationen auf den großen Jazz- und Blues-Festivals Europas, erhielt 2001 den „Audiance Award“ beim „Hot Jazz Meeting“ und arbeitete regelmäßig auch mit US-amerikanischen Blues- und Jazzsängerinnen.
Nur eigene Songs
Seine CD „When The Music Is Over“ mit ausschließlich eigenen Songs wurde nominiert für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und in 2015 erhielt er den German Blues Award, für den er auch 2014 schon nominiert war. Virtuoses Fingerpicking und singende Slides sind charakteristisch für sein Gitarrenspiel. Für Balladen greift er zur Blues-Harp, der er eine Wunderwelt an Lauten entlockt. Das authentische Gitarren- und Mundharmonikaspiel und die kehlige, rauchige Stimme sind Merkmale eines echten Bluesbarden.
Neben dem Blues gehört seine große Liebe dem Gospel, seiner Familie und einer unterschiedlich großen Anzahl an Katzen, mit denen er in Hohenlohe lebt. Neben seiner Konzert- und Kompositionstätigkeit ist er künstlerischer Leiter mehrerer Veranstaltungsreihen und gibt als Sammler von Vintage-Gitarren auch Workshops für Bluesgitarre. Im November 2025 erschien sein Buch „Wie die Katzen auf den Blues kamen“, seine Hommage an den Blues, die Katzen, die Liebe und das Schwabentum.





