Hammelburg
Erst checken, dann cruisen
Die Biker nutzen jede Gelegenheit, sich untereinander und mit den TÜV-Experten auszutauschen.
Die Biker nutzen jede Gelegenheit, sich untereinander und mit den TÜV-Experten auszutauschen. // 
Hammelburg

Emsige Betriebsamkeit herrschte auf dem Gelände der Tüv-Prüfstelle Hammelburg im Rahmen des Motorrad-Aktionstages der Gebietsverkehrswacht Hammelburg in Kooperation mit dem Tüv und weiteren Aktionspartnern. 74 Frauen und Männer nutzten die Gelegenheit, ihre Motorräder von den fünf Prüfingenieuren auf Herz und Nieren durchchecken zu lassen. Erfreuliches Fazit: Die Zahl der Beanstandungen war dieses Mal so niedrig wie bei keinem der bisherigen neun Aktionstage.

2015 vom damaligen Verkehrswacht-Vorsitzenden Karlheinz Franz ins Leben gerufen, erfreute sich die Aktion in den Folgejahren immer größerer Beliebtheit. Kamen anfangs so um die 50 Biker zum Frühjahrscheck, sind es inzwischen rund 75, die mit ihren Motorrädern die Prüfstelle des Tüv Süd ansteuern.

Das Ziel des Motorrad-Aktionstages ist klar umrissen: Nach der langen Winterpause ist es nach Auffassung von Initiator Karlheinz Franz wichtig, die Motorräder auf Herz und Nieren zu überprüfen. „Vor der ersten Fahrt sollte das Bike einem gründlichen Check unterzogen werden. Nur so habe ich die Gewissheit, dass mein Motorrad perfekt und zugleich sicher ist.“ Die TÜV-Ingenieure nehmen sich bei dem kostenlosen Check Antrieb, Bremse, Lenkung und Reifen als wichtigste Sicherheitskomponenten vor. Beleuchtung, Füllstände und Dichtigkeit der Systeme werden ebenfalls geprüft.

„Wenig Auffälligkeiten“

Die Prüfer Fabian Eglmaier, Matthias Kellert, Heiko Keßler, Alex Rohner und Alexander Ullrich hatten alle Hände voll zu tun, die vielen Fahrzeuge genauestens unter die Lupe zu nehmen. „Heuer gab es erstaunlich wenig Auffälligkeiten“, fasste Rohner am Ende das Ergebnis auch für seine Kollegen zusammen. Herbert Baus, der für die Verkehrswacht als ehemaliger Tüv-Prüfer die Aktion mit vorbereitet hatte, interpretiert dies wie folgt: „Unsere Veranstaltungen der Vorjahre haben mit dazu beigetragen, dass die Zweiradfahrer inzwischen sensibilisiert sind und besser auf ihre Fahrzeuge achten. Das freut uns!“

Intensiv nutzten die Biker auch dieses Mal wieder die Möglichkeit, bei dem Treffen mit den Fachleuten und ihresgleichen zu fachsimpeln. Dazu gab es Informationen rund um die Themenbereiche Motorradtechnik, Fahrsicherheitstraining und Unfallprävention.

Die Gebietsverkehrswacht Hammelburg weiß bei der Durchführung des Aktionstages mit dem AMSC und der Polizeiinspektion Hammelburg weitere Kooperationspartner an ihrer Seite. „Mit unserem Partnerverein AMSC arbeiten wir in punkto Verkehrssicherheit ebenso eng zusammen wie mit der Polizeiinspektion Hammelburg, die uns seit Jahren bestens unterstützt“, freut sich Karlheinz Franz über das gute Miteinander.

Die Gelegenheit des Motorradchecks nutzen alljährlich auch die Mitglieder der Motorradstaffel des Kreisverbands Bad Kissingen im Bayerischen Roten Kreuz (BRK). „Die Veranstaltung ist sehr gut organisiert und ein tolles Highlight für alle Motorradfahrer, die hier die Möglichkeit haben, zum Saisonbeginn ihr Motorrad durchchecken zu lassen und technische Fragen klären zu können“, urteilt Armin Stelzner, Leiter der BRK-Motorradstaffel.

Sein Kollege Kenyon De Haney ergänzt: „Wir sind jedes Jahr gerne mit dabei, da wir uns hier als Motorradstreife im Landkreis Bad Kissingen präsentieren können und viele Neugierige und Interessierte zu uns kommen und sich über unsere Rotkreuz-Motorräder erkundigen. Hier haben wir die Möglichkeit, uns und unsere Arbeit, die wir ehrenamtlich machen, zu präsentieren.“

Auch die Gespräche mit den Tüv-Mitarbeitern werden von den Rotkreuzlern als sehr nützlich beurteilt, „weil wir hier immer wieder tolle Tipps bekommen, wie wir unsere Motorräder modifizieren können“. Mit Ausblick auf das kommende Jahr stellen beide unisono fest: „Gerne sind wir im nächsten Jahr auch wieder mit am Start und unterstützen diese Veranstaltung“. Auch ihr Kollege Sascha Engel gesellte sich später mit seinem privaten Motorrad dazu, um dieses checken zu lassen.

Die BRK-Motorradstaffel besteht aus fünf Rettungssanitätern und -assistenten, die ehrenamtlich und im Wechsel auf den beiden voll ausgestatteten Motorrädern unterwegs sind. Zur Verfügung stehen eine BMW R 1200 RT, die hauptsächlich für den Dienst auf der Autobahn gedacht ist, und eine BMW F 800 GS, die durch ihre Bauart zusätzlich für schlechte Wege und unwegsames Gelände genutzt werden kann. Die Maschinen sind in Bad Brückenau stationiert.

Armin Stelzner erklärt: „Wir werden für Einsätze auf der Autobahn und im Umfeld auf den Bundesstraßen (Stau, Sperrung etc.) eingesetzt, aber auch für häusliche Notfälle, da wir hier deutlich schneller durchkommen als der Rettungswagen und der Notarzt. Ebenso werden wir für Einsätze im Gelände (Vermisstensuche, Katastropheneinsätze etc.) alarmiert.“ zz

BRK-Motorradstaffel: Armin Stelzner (rechts) und Kenyon De Haney (links) von der BRK-Motorradstaffel im Gespräch mit TÜV-Prüfer Alex Rohner.
BRK-Motorradstaffel: Armin Stelzner (rechts) und Kenyon De Haney (links) von der BRK-Motorradstaffel im Gespräch mit TÜV-Prüfer Alex Rohner. // Karlheinz Franz
Akribisch nahmen die Prüfingenieure die jeweiligen Motorräder unter die Lupe.
Akribisch nahmen die Prüfingenieure die jeweiligen Motorräder unter die Lupe. // 
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