Motten
Es braucht klimaresistentere Bäume
Im „Schäfereifeld“ zeigte Revierleiter Markus Söder von der FBG dem Gemeinderat, wie gut sich dort bislang die Waldumwandlung gemacht hat. Statt der Monokultur Fichte entsteht dort nun ein Mischwald. Stephanie Elm
Im „Schäfereifeld“ zeigte Revierleiter Markus Söder von der FBG dem Gemeinderat, wie gut sich dort bislang die Waldumwandlung gemacht hat. Statt der Monokultur Fichte entsteht dort nun ein Mischwald. Stephanie Elm // 
Motten

Der Wald der Gemeinde muss sich verändern – der Klimawandel lässt ihm keine andere Wahl. Markus Söder von der Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld w.V. (FBG) hat dies rund um Motten immer im Blick. Seit 2024 kümmert er sich um die rund 30 Hektar Gemeindewald. Seitdem sind Rückegassen geschlagen worden, einige Festmeter (fM) borkenkäferbefallene Fichten entfernt und neuer Baumbestand gepflanzt worden.

Bunte Mischung

Im „Schäfereifeld“ zeigte er dem Gemeinderat ein vor fünf Jahren neu aufgeforstetes Areal, das sich gut entwickelt hat. Eine bunte Mischung aus Douglasien, Eichen, Buchen und Hainbuchen, Kirschbäumen, Esskastanien und Ahorn soll den Wald klimaresistent machen. „Fichtenbestände sind angezählt“, sagt Söder. „Mittelfristig wird sich die Fichte hier auflösen. Monokulturen sind leicht verletzbar“.

Da im vergangenen und in diesem Jahr noch keine Borkenkäferfälle aufgetreten sind, nutzt Markus Söder die Zeit, um die verschiedenen Areale mit Rückegassen zu erschließen. Während im „Pferchfeld“ und im „Vorderer Horst“ lediglich Trockenschäden und Windwurf beseitigt werden mussten, haben „Lämmersgraben“ und „Am Großen Rasen“ Nachholbedarf: „Da war noch nie eine Axt drin“, beschreibt der Revierleiter die Notwendigkeit der Altdurchforstung und des Anlegens von Rückegassen für die zukünftige Waldpflege. Diese Arbeiten sind im vergangenen Jahr begonnen worden und werden heuer fortgeführt.

Deutlich über dem Soll

Im vergangenen Jahr sind 382 Erntefestmeter (Efm) geschlagen worden, deutlich über dem Soll von 210 Efm. Söder sieht das „nicht problematisch“, denn die derzeit guten Holzpreise sollte man nutzen, zudem gelte es, im Gemeindewald „etwas nachzuholen“. Vermarktet wurden letztes Jahr knapp 340 fm. Der Hiebsatz, die jährlich unter Nachhaltigkeitsaspekten einschlagbare Holzmenge, sollte eingehalten werden.

Bürgermeisterin Katja Habersack (CSU) sieht es als „betriebswirtschaftlich erfreuliche Entwicklung“, dennoch ist der „Waldumbau eine Herausforderung“.

Appell an die Bürger

Mit Blick auf die trockenen Gräser, durch die die Räte bei der Besichtigung im „Schäfereifeld“ gegangen sind, möchte Habersack einen dringenden Appell an die Bürger richten, mit der Ressource Wasser verantwortungsvoll und sparsam umzugehen. Derzeit liefern der Brunnen 2 und die beiden Quellen fünf Liter pro Sekunde, benötigt werden jedoch sechs Liter pro Sekunde. „Die Gewinnung kann den Bedarf nicht mehr ausgleichen“. Ganz bewusst möchte die Gemeinde kein Verbot aussprechen, „aber wir müssen die Bürger dahingehend sensibilisieren, dass sie sparsam mit Wasser umgehen“. Dies betreffe „nicht die morgendliche Dusche, aber es muss nicht jeder Strauch im Garten bewässert werden“. Sollte der Appell fruchtlos bleiben, „müssen wir über weitere restriktive Maßnahmen nachdenken“, so Habersack.

Das Ende ist absehbar

Die Gemeinderäte diskutierten die Anschaffung eines neuen Mulchers für den Bauhof. Der derzeitige Mulcher tut nach mehreren Reparaturen gerade noch seinen Dienst, doch ist dessen Ende absehbar. Ersatzteile seien nicht mehr zu besorgen, eine erneute Reparatur nicht mehr rentabel.

Soll daher ein Mulcher gleicher Art oder ein deutlich teurerer, aber stabilerer Auslegemulcher als Ersatz angeschafft werden, oder sollen alle Arbeiten an einen externen Dienstleister outgesourct werden? Mehrere Gemeinderäte brachten die enge personelle Situation im Bauhof an, dessen Überlastung schon mehrfach thematisiert worden war. Mit einem Auslegemulcher müsste der Bauhof auch Arbeiten erledigen, die jetzt schon Dienstleister übernehmen.

Zudem könne man eine Zweitmeinung eines anderen Reparaturbetriebs einholen oder den Kauf eines gebrauchten Gerätes in Erwägung ziehen. Bürgermeisterin und Räte einigten sich darauf, den bestehenden Mulcher „soweit wie möglich in Betrieb“ zu halten und erst dann eine 1:1-Ersatzbeschaffung anzugehen. Gemeinderat Florian Rehm (WG Speicherz) möchte zusammen mit den Bauhofmitarbeitern einen weiteren Reparaturbetrieb für eine Zweitmeinung eruieren.

Neue Gewerbefläche

Die Erweiterung des Bebauungsplans „Gewerbegebiet Auweg“ geht voran. In allen nun vorliegenden Stellungnahmen gab es keine neuen Themen mehr, so dass der Gemeinderat die Satzung beschließen konnte. „Damit ist die Gemeinde Motten um ein Hektar Gewerbefläche reicher“, freute sich Bürgermeisterin Habersack.

Die Klärschlammentsorgung in den Kläranlagen Motten und Speicherz wurde mit 117.158 Euro an die Firma Industriewartung Süd Kurz GmbH aus Dormettingen vergeben. Die Rathauschefin sagte, dass Clevernet bezüglich des Glasfaserausbaus zwar „schon in den Startlöchern steht“, doch der finale Förderbescheid noch nicht eingetroffen sei. Dies müsse Clevernet erst abwarten.

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