Über einen neuen Erfolg kann sich die Filmgruppe Minzfilm des Franz-Miltenberger-Gymnasiums freuen: Ihr Kurzfilm „Klappe oder Die Plastiktüte des Todes“ wurde ins Hauptprogramm der 49. Filmtage bayerischer Schulen aufgenommen, die vom 15. bis 17. Oktober in Straubing stattfanden. Als eines der 33 als Landessieger eingeladenen Teams durften die Bad Brückenauer dort ihren Kurzfilm präsentieren. Aus Unterfranken waren vier Schulen am Start, so die Pressemitteilung.
Auch in diesem Jahr waren fast 150 Einreichungen aus ganz Bayern an die Jury gegangen, die die besten Filme auswählte und ein abwechslungsreiches Programm zusammenstellte: Vertreten waren Filmgruppen aus allen Schulformen. Die Bandbreite reichte von Dokumentationen über Animationen zu Spielfilmen – wie dem Beitrag des Brückenauer Gymnasiums. Der Film, entstanden im letzten Schuljahr im Wahlkurs Minzfilm, thematisiert den Wunsch, wahrgenommen zu werden und dazuzugehören: Paul, gespielt von Valentin Hohmann, will in die Filmgruppe. Doch der Weg ist steinig. Seine Aufnahmeprüfung gerät zu einem Wettlauf gegen die Zeit, der durch verschiedene Filmgenres führt: Sitcom, Western und Actionfilm. Doch am Ende entpuppt sich die Mitgliedschaft im Filmteam als problematisch, denn eine alte Freundschaft bleibt auf der Strecke.
„Im Filmkurs geht’s darum, sich auszuprobieren und neue Seiten an sich selbst zu entdecken“, erklärt Filmlehrer Heiko Berner, der die Filmgruppe des Gymnasiums betreut und ebenfalls in den fünften Klassen eine wöchentliche Stunde Filmarbeit im Rahmen des Kunstunterrichts anbietet. Nicht nur das kreative Arbeiten sei wichtig, sondern auch die Medienerziehung: „Die Kinder sollen sich fragen: Wie gehe ich mit den vielen Angeboten um, die täglich auf mich einprasseln.“ Wettbewerbe wie die Filmtage seien ein zusätzliches Bonbon, bei dem man mit anderen in Kontakt treten könne.
Die Filmtage, die 1978 ins Leben gerufen wurden, sind das älteste Schülerfilmfestival Deutschlands. Sie dienen als Plattform für Vernetzung und filmpraktisches Lernen: Neben Filmbetrachtungen und Gesprächsrunden werden auch Workshops angeboten: Tizian Beck, Ferdinand Diegelmann und Johannes Markart, die Bad Brückenauer Filmgruppe vertraten, ließen sich in Lichtgestaltung fit machen. „Das Wichtigste ist immer die Geschichte. Aber die Details machen den Unterschied, egal ob bei Kamera, Ton oder eben beim Licht“, erklärt Johannes Markart.
Auch seine beiden Klassenkameraden sind sich sicher, das Gelernte bei zukünftigen Projekten gut nutzen zu können, und wollen unbedingt im nächsten Jahr wieder dabei sein, um dann auch einen der zusätzlichen Förderpreise oder den Publikumspreis zu ergattern, der in diesem Jahr in den Süden des Freistaats an ein Team aus Höhenkirchen ging. red





