Gymnasium
Glücksbotschafter im Kurstift und in der Grundschule
Das P-Seminar des Franz-Miltenberger-Gymnasiums war als Glücksbotschafter auch im Kurstift.
Das P-Seminar des Franz-Miltenberger-Gymnasiums war als Glücksbotschafter auch im Kurstift. // Christina Stanke-Berner
Bad Brückenau

Ein Schulfach namens „Glück“ – das gibt es? Am Franz-Miltenberger-Gymnasium und an immer mehr Schulen in Deutschland findet seit diesem Schuljahr „Glücksunterricht“ statt. Zugrunde liegt ein Konzept, das 2007 von Ernst-Fritz Schubert, einem ehemaligen Schulleiter, entwickelt wurde und inzwischen in über 500 Schulen Einzug gehalten hat. Dabei geht es nicht um Zufallsglück, sondern um psychosoziales Wohlbefinden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Gerade angesichts von Leistungsdruck, sozialem Druck durch Social Media und der Konfrontation mit Dauerkrisen ist es wichtig, jungen Menschen deutlich zu machen, wieviel Potential in ihnen steckt. Das Entdecken eigener Stärken und die Auseinandersetzung mit Schwächen helfen bei der Persönlichkeitsentwicklung, fördern Lebensfreude, emotionale Stärke und mentale Gesundheit.

Daher haben sich die Schülerinnen und Schüler des Projekt-Seminars „Glück“ im ersten Schulhalbjahr mit einigen wichtigen Fragen beschäftigt: Wer bin ich? Was brauche ich? Was kann ich? Was will ich? Und will ich etwas nur, weil andere wollen, dass ich es will, oder will ich es wirklich selbst?

Die Erfahrung, dass alles, was hier thematisiert wird, ganz unmittelbar etwas mit ihnen selbst zu tun hat, wurde dabei von den Teilnehmenden als sehr motivierend und bereichernd empfunden. Daher setzten sie sich als Ziel, dieses positive Erlebnis an andere weiterzugeben: Es wurde jeweils ein Konzept für einen „Glückstag“ in der Bad Brückenauer Grundschule und im Kurstift entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler wollten herausfinden, was Kinder im Grundschulalter mit Glück verbinden, und dies vergleichen mit dem, was Seniorinnen und Senioren im Blick auf ihr Leben als Glück bezeichnen. Die mit viel Engagement und Kreativität vorbereiteten Projekte konnten schließlich am 11. Juni in der Grundschule und am 15. Juni im Kurstift realisiert werden. Die positiven Erfahrungen, die sowohl die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars als auch die Kinder und Senioren dabei machten, ließen alle Beteiligten echtes „Wohlbefinden“ spüren, heißt es weiter. So stellten die Elftklässler fest, dass man tatsächlich etwas für sein Glück tun kann, wenn man die eigene Komfortzone verlässt, direkt mit Menschen in Kontakt kommt und sich so weiterentwickelt.

Offenheit der Senioren

„Dieses Projekt war aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Wir wollten Glück verbreiten und haben es geschafft, die Kinder und uns selbst glücklich zu machen“, resümierte Felicitas Baer nach ihrem Besuch in der Grundschule. Und ihre Mitschülerin Lilli Porzelt war beeindruckt von der Offenheit der Seniorinnen und Senioren im Kurstift: „Viele erzählten ihre ganze Lebensgeschichte. Genau das fand ich total spannend.“ Hier waren es zum Beispiel Musik, Geschmacks- und Geruchserlebnisse, die Erinnerungen wecken und somit zur Reflexion über die eigene Lebenszufriedenheit anregen sollten. Auch ein Reisekoffer mit Requisiten lenkte den Blick auf besondere Lebenshöhepunkte. red

Was verbinden Grundschüler mit Glück? Dieser Frage ging das P-Semina des Franz-Miltenberger-Gymnasiums nach.
Was verbinden Grundschüler mit Glück? Dieser Frage ging das P-Semina des Franz-Miltenberger-Gymnasiums nach. // 
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