Marion Eckert
Oberwildflecken — In der Pfarreiengemeinschaft Oberer Sinngrund/Wildflecken wurde für die Sommermonate ein Experiment gestartet. Statt regelmäßiger Werktagsmessen gibt es unter der Woche nur noch einen Gottesdienst, und zwar jeweils mittwochs in einer anderen Kirche. Außerdem setzt Pastoralreferent Bernhard Hopf auf „Gottesdienste anderer Art.“
In der Oberwildfleckener Kirche fand zur Sommersonnenwende ein solcher besonderer Gottesdienst statt. Erstaunlicherweise war die Kirche voll besetzt, es mussten sogar weitere Stühle herbeigebracht werden, um allen Gottesdienstbesuchern eine Sitzmöglichkeit zu geben. Für Bernhard Hopf ist das Interesse ein positives Zeichen, denn gerade rückläufiges Interesse der Gläubigen ist der Hauptgrund, die werktäglichen Messen weitgehend zu streichen. „In den Wintermonaten waren sehr wenige Mitfeiernde in unseren werktäglichen Gottesdiensten und im Sommer wird das aus Erfahrung noch weniger.“ Hopf erklärt sich den Rückgang unter anderem damit, dass viele ältere Menschen nach den Einschnitten der Corona-Pandemie nicht mehr in die Kirche kommen, sondern „ihren Gottesdienst“ zu Hause am Fernseher schauen.
Gedanken zur Jahresmitte
Der Gottesdienst zur Sommersonnenwende verband Gedanken zur Jahresmitte mit Gedanken zum eigenen Leben. „Leben findet immer in der Gegenwart statt, im Hier und Jetzt und damit in der Gegenwart und Liebe Gottes“, fasste es Hopf zusammen.
Die Sehnsucht nach Leben, die gerade im Sommer so spürbar sei, wurde in den verschiedenen Liedern zum Ausdruck gebracht. Dabei unterstützte die Singgruppe Jubilate die Gottesdienstbesucher. Dabei wurden nicht nur Kirchenlieder aus dem Gotteslob gesungen. Udo Jürgens Song „Ich war noch niemals in New York“ mit der sehnsuchtsvollen Liedzeile „Einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehen“ und „I will follow him“ aus „Sister Act“ sorgten in der Tat für Lebensfreude in der kleinen Oberwildfleckener Kirche.
Weiter geht es mit den besonderen Gottesdiensten von Pastoralreferent Bernhard Hopf am Dienstag,11. Juli, um 19 Uhr im Kirchenzentrum Wildflecken. Gemäß dem Motto „Wer singt, betet doppelt“ werden geistliche Lieder aus dem Troubadour gesungen. Wer mag, kann sein Instrument mitbringen.






