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Mehr und einfacher bauen
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Bad Kissingen

Der „Wohnungsbau-Turbo“, den sich die neue Bundesregierung vorgenommen hat, muss schnell auch im Landkreis Bad Kissingen ankommen. Das fordert die IG BAU Mainfranken in einer Pressemitteilung. „Es muss jetzt einen ’Aufschwung Wohnen’ geben. Und davon müssen auch der Kreis Bad Kissingen und Bayern profitieren“, sagt der Vorsitzende der IG BAU Mainfranken, Michael Groha demnach. Notwendig seien vor allem Sozialwohnungen und bezahlbare Wohnungen.

Im Landkreis Bad Kissingen sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Gewerkschaft 249 Wohnungen neu gebaut worden – 151 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern. Insgesamt lagen die veranschlagten Bauwerkskosten für alle Wohngebäude, die 2024 im Landkreis Bad Kissingen neu entstanden sind, bei rund 72,5 Millionen Euro, so die IG BAU. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

„Jede Wohnung mehr zählt. Es gibt aber auf jeden Fall Luft nach oben: Auch der Kreis Bad Kissingen braucht eine Neubau-Offensive. Ebenso mehr Sanierungen. Vor allem fürs seniorengerechte Wohnen“, so Michael Groha. Der Vorsitzende der IG BAU Mainfranken macht in der Pressemitteilung deutlich, dass dazu allerdings bei den Kosten „viel passieren“ müsse: „Es wird nur dann mehr gebaut, wenn einfacher und damit günstiger gebaut wird“, sagt Groha. Immerhin sei es machbar, die reinen Baukosten um ein Viertel bis zu einem Drittel zu senken. Das sei das Ergebnis einer aktuellen Wohnungsbau-Studie vom staatlichen Bauforschungsinstitut ARGE (Kiel), so die IG BAU Mainfranken. Der Bau habe eine Entbürokratisierung dringend nötig. Ziel müsse es sein, den Neubau schlanker und damit günstiger zu machen: „Runter mit überzogenen Standards und kostentreibenden DIN-Normen“, so Groha.

Konkret bedeute das: geringere Stärken bei Decken und Außenwänden. „Entscheidender Kostentreiber ist allerdings die Technik – also Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro. Von der Haustechnik bis zur Einbauküche gilt: weniger High-End-Produkte“, so Groha. Außerdem ließen sich durch weniger Pkw-Stellplätze und Verzicht auf Tiefgaragenplätze Kosten sparen. Auch der Staat spare Geld, wenn er die Bauvorschriften herunterfahre. red

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