Stangenroth
Mut und Glauben seit 30 Jahren
Einzug der Pilgerschar am Klostergelände zum Freialtar und Klosterkirche.  Berthold Kleinhenz
Einzug der Pilgerschar am Klostergelände zum Freialtar und Klosterkirche.  Berthold Kleinhenz // 
Stangenroth

Unter dem Motto des Deutschen Katholikentages 2026 in Würzburg „Hab Mut, steh auf!“ stand die Jubiläums-Fußwallfahrt, die sich heuer zum 30. Mal von der Pfarrkirche „St. Sebastian“ Stangenroth Richtung Kreuzberg in Bewegung setzte. Das Leitwort und die Wallfahrt soll Menschen Mut machen, ihrem Glauben zu folgen und zu vertiefen.

Traditionell brachen am ersten Sonntag im September wieder, 62 Gläubige aus unterschiedlichen Altersgruppen der Pfarrei „St. Sebastian“ Stangenroth und der näheren Umgebung zur „Jubiläums“-Wallfahrt auf. Auch in diesem Jahr startete der Wallfahrerzug um 6.30 Uhr auf die rund 13 Kilometer lange Strecke. Grund dafür ist die "räumliche" Trennung zu zeitgleichen Wallfahrten aus Platzgründen in der Wallfahrtskirche, die ihren Gottesdienst bereits um 9.30 Uhr feierten.

Als Vorbeter fungierten wieder Meggi Höchemer und Jürgen Schmitt. Neu im Team der Vorbeter ist die langjährige Pilgerin Tanja Beiersdörfer. Der Lautsprecher wurde von Lorenz Höchemer getragen. Für die Sicherheit und Verkehrsregelung unterwegs, sorgten diesmal Mario Wehner und Jürgen Nauth. Das Begleitfahrzeug, das von Hubert Wehner gefahren wurde, wird seit vielen Jahren immer wieder unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Musikalisch wurde die Wallfahrt erneut vom Musikverein Stangenroth begleitet.

Abschalten vom Alltag

Auf dem Hin- und Rückweg wird die Zeit mit Gebeten, Betrachtungen, Meditationen, Litaneien, Musikstücken und Liedern ausgefüllt. „In sich gehen und abschalten vom Alltag und täglichen Stress, das ist auch mal notwendig“, erklärt Vorbeter Jürgen Schmitt die Beweggründe der Teilnahme der meisten Wallfahrerinnen und Wallfahrer.

„Pilgern ist eine alte und heute ganz neu entdeckte Art, Leben und Glauben zu gestalten“. „Die Lieder und Gebetstexte sind außerdem auf die gegenwärtigen Sorgen und Probleme der Menschen ausgerichtet und werden von Meggi Höchemer jedes Jahr überarbeitet“, so Jürgen Schmitt weiter.

Die Pilgerroute führte auch diesmal wieder über Gefäll nach Waldberg, wo heuer zum 13. Mal die Rast im Wallfahrerzentrum stattfand. Nachdem das schwierigste Teilstück, der sogenannte „Kniebrecher“ geschafft war, zeigte sich Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich sichtlich erfreut, wieder einige neue Wallfahrerinnen und Wallfahrer –darunter auch Musikspieler– in der Pilgerschar begrüßen zu können, die zum ersten Mal teilnahmen.

Ehrungen für die Pilger

Er dankte den Pilgerinnen und Pilgern für ihre Disziplin während der Wallfahrt, allen Mitwirkenden für ihre aktive Unterstützung sowie der tollen „zusammen gewürfelten Wallfahrtskapelle“ und nahm traditionell die Ehrung langjähriger Wallfahrer vor.

Für ihre zehnte Teilnahme erhielten Monika Helfrich, Bianca Schipper und Hubert Wehner einen Souvenirteller zur Erinnerung. Bereits zum 25. Mal hat Kurt Metz bei der diesjährigen Wallfahrt teilgenommen, Eyrich bezeichnete Metz als einen „wertvollen Wallfahrer“ und überreichte zum Dank eine Geschenkflasche aus der Klosterbrauerei.

Metz bereicherte mit seinem Musikinstrument kontinuierlich über – zweieinhalb Jahrzehnte – musikalisch die Wallfahrten. Auch als Fahrer des Begleitfahrzeuges hatte Metz zwischenzeitlich gewirkt, erinnerte Eyrich.

Der Wallfahrtsführer zeigte sich im weiteren Verlauf des Ehrungsmodus ganz besonders erfreut Wallfahrer gratulieren zu können, die an allen 30 Wallfahrten teilgenommen haben. Eyrich bedankte sich herzlich bei Elisabeth Sell, Meggi Höchemer, Berthold Kleinhenz und Mario Wehner für ihre Treue zu den Wallfahrten. Besonderer Dank galt an dieser Stelle Meggi Höchemer und Berthold Kleinhenz, die an allen Wallfahrten jeweils als Vorbeterin tätig waren beziehungsweise alles in Bildern festgehalten hatten.

Vorbeter Jürgen Schmitt bedankte sich abschließend stellvertretend im Namen aller Wallfahrer bei Eyrich für dessen außergewöhnliches und vorbildliches Engagement bei der Koordination, Organisation, Vorbereitung und Durchführung aller Wallfahrten. Er erinnerte daran, dass erst auf Eyrichs Initiative hin, 1995 die Kreuzbergwallfahrt in Stangenroth ins Leben gerufen wurde und von Anfang an die Wallfahrtsleitung inne hatte und gratulierte ihm ebenfalls für seine Teilnahmen an allen 30 Wallfahrten der Pfarrei „St. Sebastian“ Stangenroth.

Anschließend setzte sich der Wallfahrerzug auf die letzte Distanz zum Ziel fort. Um 10.45 Uhr erreichten die Wallfahrer das Klostergelände, wurden von Pater Korbinian Klinger mit Weihwasser besprengt und am Freialtar mit weiteren Teilnehmern aus dem Ort, die mit dem Auto gekommen waren, empfangen. Das Wallfahrtsamt, das von Guardian Pater Georg Andlinger zelebriert und vom Musikverein Stangenroth feierlich umrahmt wurde, stand im Zeichen des Dialogs und der Liebe. Parallel feierten die Wallfahrtsgruppen aus Wildflecken und Opferbaum ebenfalls ihren Wallfahrtsgottesdienst mit.

Erinnerung und Segnung

Nach der Pilgerrast in der Klosterschänke trafen sich alle vor der Verabschiedung anlässlich der 30. Wallfahrt erneut am Freialtar für Jubiläums- und Erinnerungsbilder und um 14 Uhr mit Pater Korbinian zu einem kurzen Gebet sowie der Segnung der Wallfahrtsgegenstände.

Anschließend verabschiedete er die Pilger mit dem Wallfahrtssegen und zeigte sich zuversichtlich, die Stangenrother im nächsten Jahr wieder begrüßen zu können. Nach einem Gebet und dem Lied „Es blüht der Blume eine“ an der Mariengrotte ging es zurück.

Um kurz nach 18 Uhr wurden die heimkehrenden Kreuzbergwallfahrer von den Angehörigen und Daheimgebliebenen traditionell mit Blumen begrüßt, von Pfarrer Daniel Jany in Empfang genommen und unter Glockengeläut singend in die Pfarrkirche zum Schlusssegen geleitet. Der Geistliche verlieh in der Pfarrkirche seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Impulse der Wallfahrt auch im täglichen Leben hilfreich sein mögen.

Der älteste Wallfahrer war diesmal Robert Friedel mit 77 Jahren, jüngster Teilnehmer war mit acht Jahren Anton Grom. Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich zeigte sich erleichtert und erfreut, dass alle gesund und ohne größere Blessuren zurückkamen.  red

Geehrt wurden (hinten v. l.) Kurt Metz, Monika Helfrich, Hubert Wehner, Mario Wehner und Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich, (vorne v. l.) Meggi Höchemer, Bianca Schipper und Elisabeth Sell.
Geehrt wurden (hinten v. l.) Kurt Metz, Monika Helfrich, Hubert Wehner, Mario Wehner und Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich, (vorne v. l.) Meggi Höchemer, Bianca Schipper und Elisabeth Sell. // 

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