Wie konnte Rom, das anfangs nur aus „sieben schmutzigen, kleinen Dörfern bestand“, in wenigen Jahrhunderten zur Weltmacht aufsteigen? Wie lebte es sich in der Stadt, die in ihrer Blütezeit mehr Wasser im Jahr verbrauchte als New York heute? Wie haben die Römer ihre Exportschlager Sprache, Staatsform und militärische Effizienz entwickelt? Und wie lebte und kleidete sich ein römischer Legionär?
Die Antworten auf diese Fragen konnten die Fünftklässler des JSG kürzlich hören, sehen und erleben, als der Archäologe Mario Becker mit vielen Requisiten, Bildern und Geschichten die Zeit der Römer wieder lebendig werden ließ.
Er erklärte anschaulich, wie die Römer in allen Bereichen ihre Kultur beständig erweiterten; die Schülerinnen und Schüler durften in die Rolle von Legionären und Gladiatoren schlüpfen und römischen Drill erleben. Sie erfuhren die Herkunft der Monatsnamen Juli und August, die zu Ehren von Julius Cäsar und Augustus in den lateinischen Kalender eingefügt wurden, sodass der September (wortwörtlich eigentlich der siebte Monat), Oktober (achte Monat), November (neunte Monat) und Dezember (zehnte Monat) nach hinten verlegt wurden und ihrer numerischen Bezeichnung gar nicht mehr entsprachen.
Besonders spannend waren die Berichte aus dem Berufsalltag des Archäologen bei der Ausgrabung von römischen Stätten, deren Spuren heute noch auf Luftbildern von Getreidefeldern entdeckt werden können, oder von den Ausgrabungen und Konservierungen der Funde von Pompeji, der berühmten antiken Stadt, die 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vulkans Vesuv in ihrem damaligen Zustand gewissermaßen eingefroren wurde.
Während des Vortrags vermittelte Herr Becker zahlreiche lateinische Begriffe, die heute in unserer Kultur weiterleben. Selbstverständlich fehlte auch nicht die eindrucksvolle Rolle des Lateinischen als „Muttersprache“ zahlreicher europäischer Tochtersprachen, da Latein überall im römischen Reich gesprochen wurde und sich daher Sprachen wie Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch direkt daraus entwickelt haben. Latein als Basis beschleunigt also das Erlernen dieser modernen Fremdsprachen. Daneben gehen nicht weniger als 60 Prozent des englischen Wortschatzes auf Latein zurück. Dass die Medizin, Pharmazie und andere Wissenschaften die lateinische Namensgebung verwenden, um international verständlich zu sein, versteht sich von selbst.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten durch ihren tosenden Applaus, dass die Begeisterung des Archäologen auf sie übergesprungen war.
Angela Beck, Jack-Steinberger-Gymnasium










