Um die an der Aschach liegenden Grundstücke vor Hochwasser nach klimabedingt zunehmenden Starkregenereignissen zu schützen, hatte die Gemeinde Bad Bocklet das Technische Büro Werner (TBW, Eltmann, Haßberge) schon im Jahr 2024 mit entsprechenden Planungen beauftragt. Deren Ergebnisse mit möglichem Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens wurden erstmals im Dezember 2025 dem Gemeinderat in öffentlicher Sitzung vorgestellt und sollten in vergangener Woche auch den Einwohnern vor Ort an der Radwegbrücke nach Frauenroth präsentiert werden. Doch ausgerechnet wegen Starkregens zu dieser Stunde mit Überschwemmungen in umliegenden Ortschaften musste dieser Außentermin kurzfristig abgesagt und ins Bad Bockleter Rathaus verlegt werden.
Radweg verlegen
Im Beisein von etwa 30 Aschachern erläuterte der Ingenieur und TBW-Inhaber Peter Ruck den Plan zum Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens entlang dieses Radweges nach Frauenroth, der dann allerdings verlegt werden müsste. Mit Hilfe eines fünf Meter hohen Dammes könnte ein Becken mit einer Länge von 300 Metern und einer maximalen Breite von 80 Metern bis zu 25.000 Kubikmeter Wasser fassen.
Ausdrücklich wies der Planer darauf hin, dass dieses Becken, dessen maximales Stauziel bei 50 Zentimetern unter der Dammkrone liegt, nur vor 20-jährigem Hochwasser Schutz bieten kann. Zusätzlich wäre die Errichtung eines Drosselbauwerks notwendig, das den Abfluss des Wassers kontrolliert reduziert. Als mögliche Kosten waren bereits im Dezember 1,5 bis 2,0 Millionen Euro genannt worden.
Staatliche Fördergelder gibt es allerdings nur bei Schutz vor 100-jährigem Hochwasser, erklärte der ebensfalls in der Sitzung anwesende Uwe Seidl, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamtes (WWA).
In einem solchen Fall würden 80 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch Aschach fließen, so dass hierfür ein vier Mal so großes Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von bis zu einer Million Kubikmeter erforderlich wäre.
Der entsprechende Damm müsste dann zwölf Meter hoch sein. Doch dies sei weder optisch noch finanziell vertretbar, war man sich in der Sitzung wie schon in der früheren Gemeinderatssitzung einig.
Ingenieur Ruck ergänzte, dass ein wirksamer Hochwasserschutz in jedem Fall nur durch Wasserrückhalt gewährleistet werden kann, während alle anderen, kleineren Maßnahmen nur zu einem schnelleren Abfluss beitragen würden.
Wasser-Erlebnis-Bereich
Für den Hochwasserschutz im Ort wäre auch eine Entlastungsmulde in der Badergasse vorstellbar, da die dortige Fußgängerbrücke ein Engpass für den reibungslosen Wasserabfluss ist. Durch Abflachung des Ufers auf der Seite des Feuerwehrhauses könnte dann das Wasser schneller abfließen und die oberhalb liegenden Anwesen wären dadurch besser geschützt. Gleichzeitig könnte dort ein Wasser-Erlebnis-Bereich geschaffen werden. Diese Maßnahme wäre wegen der ökologischen Aufwertung des Bachlaufs im Rahmen der Wasserrahmenrichtline sogar förderfähig.
Marktgemeinderätin Simone Götz (CSU) wiederholte ihren Vorschlag aus der Dezember-Sitzung, durch zusätzliche Anböschungen natürlichen Wasserrückhalt zu schaffen. Dadurch werde der Landschaftswasserhaushalt verbessert, Bodenerosion vermieden und die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen erleichtert. Doch Planer Ruck wies darauf hin, dass dies zwar möglich, aber keine ausreichende Maßnahme zum Hochwasserschutz sei.
Angesprochen wurde auch die Wiederherstellung des einstigen Dammes hinter der Wohnbebauung. Dazu müsste die Böschung abgetragen werden, damit das Wasser sich breitflächig verteilen kann. Bei diesem Punkt machte Seidl darauf aufmerksam, dass bei solchen Eingriffen und Baumaßnahmen ein wasserrechtliches Verfahren erforderlich wird. Lediglich Unterhaltsmaßnahmen seien ohne Erlaubnis möglich.
Mit dem Start schon früher besprochener Unterhaltsmaßnahmen entlang der Aschach soll im Herbst begonnen werden. Das Technische Büro Werner erhielt nun den Auftrag, Kosten einer möglichen Variante mit Aufschüttungen zu mehreren kleinen Becken zu berechnen.
Burkardroth einbeziehen
Auch soll der Markt Burkardroth in die Planung einbezogen werden, da jeglicher Wasserrückstau bereits auf der Gemarkung Frauenroth beginnt. Außerdem sollen detaillierte Planungen zur Aufweitung des Geländes am Aschacher Feuerwehrhaus vorgenommen und die Kosten ermittelt werden.
Nach Vorlage aller Zahlen, Daten und Ergebnisse werden die Aschacher zu einem Vororttermin im September eingeladen.









