Bad Kissingen
Senioren-Aktion gegen E-Roller-Bedrohung
Der Seniorenbeirat vor Ort mit (von links) Karin Renner, Hermann-Josef Dresbach, Maria Therese Rottmann, Barbara Thiele, Maria Johannhörster, Gudrun Kreider, Ulrike Berner und Heidi Kessner. Theresia Beier
Der Seniorenbeirat vor Ort mit (von links) Karin Renner, Hermann-Josef Dresbach, Maria Therese Rottmann, Barbara Thiele, Maria Johannhörster, Gudrun Kreider, Ulrike Berner und Heidi Kessner. Theresia Beier // 
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Bad Kissingen

Der Seniorenbeirat der Stadt Bad Kissingens hat auch dieses Jahr mit einer besonderen Aktion auf die seiner Meinung nach untragbaren Zustände im Fußgängerzonenbereich der Stadt Bad Kissingens aufmerksam gemacht, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Die mit Warnwesten ausgerüsteten Frauen und Männer des Beirates wurden nicht müde, in der Fußgängerzone alle Fahrrad- und E-Rollerfahrer lautstark aufzufordern abzusteigen. In der Zeit von 10 Uhr bis 18 Uhr gilt für Fahrräder, E-Roller und ähnliche Fahrzeuge ein Fahrverbot. Trotzdem gibt es laut Seniorenbeirat eine viel zu hohe Zahl von Mitbürgern, die mit ihren Vehikeln rücksichtslos, ihre eigenen Fahrkünste überschätzend, das Verletzungsrisiko der älteren Generation hemmungslos in Kauf nehmen.

Maria Theresa Rotmann, die zusammen mit Maria Johannhörster und Gudrun Kreider die Aktion des Seniorenbeirates geplant und organisiert hatten, wies zudem darauf hin, dass auch eine junge Mutter beim Shoppen in der Innenstadt ihren vierjährigen Sprössling nicht streng bei der Hand halten müsse, bloß weil einige mit ihrem Gefährt den Fußgängerbereich unsicher und zur Rennstrecke machen.

Lautlos und gefährlich

Besonders die vermehrt benutzten E-Roller stellen eine Bedrohung dar. Sie nähern sich nahezu lautlos den Seniorinnen und Senioren, werden folglich akustisch nicht wahrgenommen und stellen eine Gefahr dar.

Karin Thomaskowitz aus Bad Kissingen klagte gegenüber Ulrike Berner vom Seniorenbeirat, dass sie im vergangenen August urplötzlich in der engen Kirchgasse von einem E-Roller von hinten seitlich angefahren worden sei, dass sie einen großen Schrecken bekommen habe, noch heute darunter leide, sich nicht mehr unbeschwert in der Fußgängerzone bewegen zu können. Sie berichtete weiter, dass sich der E-Rollerfahrer wie selbstverständlich sofort schnell aus dem Staub gemacht habe. Gudrun Kreider wurde mehrfach darauf angesprochen, dass es sehr häufig vorkomme, dass immer wieder unflätige, beleidigende und auch unterhalb der Gürtellinie befindliche Bemerkungen zu hören seien, wenn man auffordere abzusteigen. Ein älterer Bürger schilderte den von ihm beobachteten Vorfall, dass ein E-Rollerfahrer Fußgänger rasend schnell wie Slalomstangen benutzt habe, um sie umkurven.

Nur platte Ausreden

Heidi Kessner und Maria Johannhörster wollten feststellen, ob sich bestimmte Gruppen unter den Rücksichtslosen besonders hervortun. Beobachtet wurden Verstöße von allen Bevölkerungsschichten. Schüler, Jugendliche, Männer und Frauen jeglichen Alters, Gäste und Bad Kissinger und selbst Senioren mussten die beiden Damen energisch auffordern, in der Fußgängerzone abzusteigen. Über die eher platten Ausreden, man kenne die Bestimmung und man wolle aber nur ganz kurz im Fußgängerbereich fahren, konnten die beiden nur anfänglich schmunzeln.

Die Stadt hat mit ihrem Ordnungsamt und in direkter Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizeiinspektion seit einiger Zeit ihre Kontrollen in der Fußgängerzone, nicht zuletzt auf Anraten des Seniorenbeirates, deutlich erhöht, so die Mitteilung weiter. Vielfach sind schon kostenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen worden. Auch die Beschilderung zum Fahrverbot wird dieses Jahr noch wesentlich verbessert, sodass dümmliche Ausreden oder Unkenntnis der Regelungen keine Chance mehr haben.

Dennoch sind die Damen und Herren des Seniorenbeirates davon überzeugt, dass man das egoistische, rücksichtslose und toleranzlose Verhalten einiger Mitbürger immer wieder deutlich ansprechen und brandmarken muss. Immer mehr Kontrollen sind nicht machbar und auch nicht die alleinige Lösung des Problems. „Man muss sich häufiger energisch, höflich und lautstark verbal wehren, indem man den Intoleranten hinterherruft und auf ihr falsches Verhalten aufmerksam macht.“ Der Seniorenbeirat wird auch in Zukunft vergleichbare Aktionen wiederholen.  red

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