Schönborn-Kolleg
Spannendes Wissen über das Weltall
 // Tanja SobischThomas Müller
Münnerstadt

„Der Weltraum, unendliche Weiten.“ Mit männlich-markantem Tonfall und sphärengleicher Hintergrundmusik stimmte uns Fernsehkinder der 1970er Jahre ein Sprecher aus dem Off regelmäßig auf die Abenteuer eines Raumschiffs namens Enterprise ein, so eine Pressemitteilung.

Das alles war hochspannend, dramatisch, dabei gnadenlos fiktiv. Und es weckte an der Seite von Käpt’n Kirk Weltraum-Neugier und belebte die Sehnsucht, dass es da draußen Leben gebe, das man finden und mit dem man sich friedlich arrangieren könne.

Ursprünglich aus dem Grabfeld

Hochspannend, aber ganz real und faktenbasiert kam Thomas Müller an das Schönborn-Gymnasium Münnerstadt. Er traf auf ein rund 70-köpfiges Auditorium im Schönborn-Kolleg, das viele am Sternenstaub Interessierte und Vorgebildete versammelte.

Ein ideales Match also: ein Mann vom Fach, beheimatet ursprünglich im Grabfeld, forschend in Garching am Institut für extraterrestrische Physik, ein Experte für Asteroiden, stieß auf ein geneigtes Publikum. Und so entwickelte sich ein kurzweiliger, unterhaltsam-informativer Abend, der mit einigen Mythen rund um diese rätselhaften Weltallgebilde aus Stein, Staub und – ja – jede Menge Wasser (rund sieben Prozent Anteil) aufräumen konnte. Gleichzeitig verstärkte Müller die Neugier für diese Himmelskörper, die in magisch-schöner Anordnung in einem markanten Mittelgürtel zwischen Mars und Jupiter unser Sonnensystem bevölkern und dann nochmals hinter den Gasriesen in einem zweiten Ring anzutreffen sind.

Der vielleicht hartnäckigste Mythos betrifft das Gefahren- und Zerstörungspotenzial der ganz unterschiedlich großen Asteroiden.

Gerade weil die „großen Brummer“, die das Zeug hätten, ungebremst auf die Erde zu rauschen, die Atmosphäre quasi zu durchschlagen, mittlerweile (in ihren Bahnen) lokalisiert und erforscht sind – insbesondere jene vom Status der Zwergplaneten –, muss man auch im Sinne statistischer Wahrscheinlichkeit nicht damit rechnen, dass in den nächsten Jahren ein Kollisionskurs mit Mutter Erde zu befürchten ist. Außerdem konnte Müller zeigen, dass die internationale Kooperation bei diesem Thema sehr gut funktioniert und es technisch mittlerweile gelingen kann, Flugbahnen zu beeinflussen und Asteroiden so im Bedarfsfall bei hinreichender Vorwarnzeit abzulenken.

Eine zweite Fantasie von übermorgen betrifft das Rohstoff- und Abbaupotenzial der Asteroiden. Auch hier holte der Forscher die Zuhörer auf den Boden der Tatsachen zurück. Aufgrund der komplexen extraterrestrischen physikalischen Gegebenheiten ist eine ökonomisch sinnvolle Ausbeutung der Asteroiden in weiter Ferne.

Was Satelliten heute können

Besonders faszinieren konnte die Zuhörerinnen und Zuhörer das aktuelle Film- und Bildmaterial, das Müller mitgebracht hatte. Es zeigte, wie gekonnt die heutige Satellitentechnik auserkorene Zielobjekte anfliegen und erforschen kann. Ebenso elektrisierend waren die Ausführungen zur Stofflichkeit der Asteroiden, die ihren Schlüsselbeitrag zu unserer Erde-„Ursuppe“ liefern konnten.

In einer lebhaften Diskussionsrunde im Anschluss knackten Referent und Publikum weitere Themen rund um die Asteroiden. red

Inhalt teilen
  • kopiert!