Hammelburg
Volker Sebolds Autorenlesung mit Tiefgang
Volker Sebold liest aus seinem Kriminalroman „Am Anschlag“.
Volker Sebold liest aus seinem Kriminalroman „Am Anschlag“. // Melanie Stütz
Signet des Fränkischen Tags von Melanie Stütz
Hammelburg

Spannende Einblicke in die Welt des Verbrechens und der Prävention erhielten die zehnten Klassen der Jakob-Kaiser-Realschule dieser Tage.

In der Aula der Schule begrüßten die Schülerinnen und Schüler den unterfränkischen Schriftsteller Volker Sebold zu einer Autorenlesung, die von der Lehrerin Melanie Stütz organisiert worden war. Die Idee dazu entstand, nachdem sie selbst eine seiner Lesungen besucht hatte und von dessen authentischer Art beeindruckt gewesen war.

Sebold, ehemaliger Polizist und Kriminalkommissar mit dem Schwerpunkt radikaler Islamismus, schöpft aus einem reichen Erfahrungsschatz. Heute widmet er sich mit Leidenschaft dem Schreiben und hat bereits drei Kriminalromane im Echter Verlag veröffentlicht.

In Hammelburg las er aus seinem zweiten Werk „Der Anschlag“, das – wie auch seine beiden anderen Bücher „Bullenhitze“ und „Der Flügelschlag des Schmetterlings“ – Hochspannung in fränkischer Kulisse verspricht.

Im Mittelpunkt des Romans steht die Frage: War der Syrienrückkehrer Maik tatsächlich der Attentäter bei einem Terroranschlag in Frankfurt? Der Würzburger Staatsschützer Roland Utz hegt erhebliche Zweifel. Doch auch Maiks eigene Erklärungen zu seiner Ausreise und seiner Rückkehr nach Deutschland werfen Fragen auf.

Volker Sebold verstand es, die Schülerinnen und Schüler mit ausdrucksstarker Stimme und präziser Sprache in den Bann zu ziehen.

Besonders die Figur des Maik machte nachdenklich – viele hätten gerne noch mehr über seine Erlebnisse erfahren.

Neben der literarischen Spannung war Sebold vor allem ein Anliegen wichtig: die Radikalisierungsprävention. Eindringlich schilderte er aus seiner früheren beruflichen Praxis, wie Radikalisierung verläuft, welche Warnsignale es gibt und wie extremistische Gruppen gezielt Kontakt zu jungen Menschen aufnehmen. Dabei zeigte er nicht nur Gefahren auf, sondern diskutierte auch Lösungsansätze und Möglichkeiten der Prävention.

Im Anschluss wurde die Lesung im Deutschunterricht von den Lehrkräften Eva Reck, Christine Pütz und Christoph Böhm nachbereitet – auch hier stand der Autor noch einmal in den einzelnen Klassen Rede und Antwort.

Gemeinsam wurden sowohl die literarischen Aspekte als auch die gesellschaftliche Relevanz des Themas reflektiert.

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie Literatur Brücken schlagen kann – zwischen Spannung und Wirklichkeit, Fiktion und Prävention.

Für viele Schülerinnen und Schüler war es eine Begegnung, die noch lange nachwirken dürfte.

              Melanie Stütz,

             Jakob-Kaiser-Realschule

Es ging uns immer darum, die hausärztliche Versorgung in Fuchsstadt zu sichern.

Christina Holleber–Sobtzick Hausärztin

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