Freundschaften über Kontinente hinweg, neue Kulturen entdecken und dabei ein Stück Heimat in der Ferne finden: Vom 30. August bis 17. September führte der traditionelle Schüleraustausch 23 Schülerinnen und Schüler des Jack-Steinberger-Gymnasiums Bad Kissingen und des Walther-Rathenau-Gymnasiums Schweinfurt nach Brasilien. Begleitet wurde die Gruppe von den Lehrkräften Kirsten Hofmann (WRG), Wolfgang Hofmann (JSG), Roland Eichelsdörfer (JSG) und Cornel Closca (WRG).
Der Austausch hat mittlerweile sogar eine 25-jährige Geschichte, denn 2001 reiste die erste Gruppe des Jack-Steinberger-Gymnasiums Bad Kissingen zum Colegio Cruzeiro nach Rio. 2008 wechselte der Schüleraustausch unter der Federführung von Kirsten und Wolfgang Hofmann sowie der brasilianischen Koordinatorin Barbara Barbosa an die EAC (Escola Alemã Corcovado). Seither findet die Begegnung im zweijährigen Rhythmus statt. 2025 waren die brasilianischen Schülerinnen und Schüler zu Gast in Deutschland, nun stand der Gegenbesuch in Brasilien auf dem Programm.
Nach dem rund zehnstündigen Flug ging es zunächst nach Minas Gerais. Inmitten ländlicher Umgebung lebte die Gruppe in einem Schullandheim auf einem ökologisch bewirtschafteten Hof. Die Jugendlichen erhielten Einblicke in das Leben auf dem Land und erkundeten die umliegenden Orte. Besonders beeindruckte die historische Stadt Tiradentes mit ihren kolonialen Häusern und ihrem besonderen Flair. Auch traditionelle Holzschnitzer wurden besucht.
Nach dieser eindrucksvollen ersten Reiseetappe führte der Weg nach Rio de Janeiro. Bei den Gastfamilien und an der Deutschen Schule am Fuße des Corcovado (EAC) war die Freude über das Wiedersehen nach einem Jahr groß. Gemeinsam erlebten die Jugendlichen die berühmten Sehenswürdigkeiten der Stadt: die Christusstatue auf dem Corcovado, den Zuckerhut und das Maracanã-Stadion. Bei einem Sambakurs konnten sie außerdem selbst brasilianische Tanzkultur erleben – inklusive Musik und farbenfroher Sambakostüme.
Mindestens ebenso wichtig wie die touristischen Höhepunkte war der Alltag bei den Gastfamilien und an der Schule, bei Ausflügen nach Petrópolis und Búzios lernten die deutschen Jugendlichen weitere Facetten des Landes kennen. Die gemeinsamen Erlebnisse sorgten für viel Gesprächsstoff und stärkten die Freundschaften.
Ein besonders bewegender Programmpunkt war der Besuch des Kindergartens Bom Samaritano in Ipanema. Traditionell brachten die Jugendlichen Reis und Bohnen mit. Im direkten Kontakt mit den Kindern aus der angrenzenden Favela Cantagalo und durch die Informationen der Kindergartenleiterin Wilma Petsch erhielten sie Einblicke in die Lebensbedingungen der ärmeren Bevölkerung.
Dann kam der Abschied. Nach 17 intensiven Tagen hieß es, von den Gastfamilien und neu gewonnenen Freunden Abschied zu nehmen. Zurück bleiben zahlreiche Erinnerungen, Freundschaften und die Hoffnung auf ein Wiedersehen.
„Saudade“ nennen die Brasilianer dieses besondere Gefühl der Sehnsucht nach Menschen, die einem ans Herz gewachsen sind. Genau diese Verbundenheit macht schon seit langer Zeit diesen Schüleraustausch zwischen Deutschland und Brasilien zu etwas ganz Besonderem.
Wolfgang Hofmann Jack-Steinberger-Gymnasium Bad Kissingen





