Milde Temperaturen, Regenfälle und kaum Bodenfrost lassen die ersten Kröten, Frösche und Molche auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern gehen. Ab dem kommenden Wochenende bauen Ehrenamtliche wieder Amphibienzäune an Straßen auf und kontrollieren nachts und am Morgen auf Kröten, Frösche und Molche an den Zäunen.
Ohne dieses Engagement wären schon viele Populationen der bedrohten Tiere ausgestorben. „Jeder kann mitmachen und Lurche retten. Helfende Hände heißt der Bund Naturschutz stets willkommen,“ weiß Elisabeth Assmann von der BN-Geschäftsstelle, „Sie können sich ab sofort beim BN melden.“ Es gibt über den gesamten Landkreis verteilt neun Strecken, die von Tierschützern des Bund Naturschutz betreut werden, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Dr. Alexander Beck appelliert an die Autofahrer, jetzt besonders rücksichtsvoll zu fahren.Amphibien gehören zu den weltweit am stärksten gefährdeten Wirbeltieren. Sie sind bedeutend für viele Ökosystemfunktionen. „Kaulquappen sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tiere wie Molche, Libellen und Schwimmkäferlarven. Erwachsene Lurche verspeisen sehr viele Insekten und sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette für Vögel, Reptilien und Säugetiere“, so Elisabeth Assmann von der BN-Geschäftsstelle.
Gefährdet sind Amphibien neben dem zunehmenden Autoverkehr vor allem durch Verlust des Lebensraumes (neue Baugebiete, Straßen), Klimawandel (Austrocknen von Bächen, Tümpeln) und den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.
Autofahrer um Rücksicht gebeten
Der Bund Naturschutz appelliert an die Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme: Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen. Achten Sie auf die Helfer an den Amphibienzäunen, die am Straßenrand Tiere einsammeln. Reduzieren Sie Ihr Fahrtempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind. Haben Sie eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren werden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Melden Sie sich bitte bei: bad-kissingen@bund-naturschutz.de, 09741/ 938 32 40 oder 0160/506 2177.
Über Amphibienwanderwege und die Amphibienzahlen der letzten Jahre kann man sich im Netz informieren unter https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/amphibien/wanderwege.
„Langsamer fahren“
Der BN bittet alle Autofahrer um Rücksichtnahme. „Jeder sollte sich an die
Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und sein Fahrtempo freiwillig auf Straßen reduzieren, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen. Nicht nur wegen der Lurche, sondern auch für die Helfer und Helferinnen, die am Straßenrand Tiere einsammeln“, so Elisabeth Assmann vom Bund Naturschutz.
Wer die größte Artenschutzaktion Bayerns im Landkreis Bad Kissingen unterstützen will, kann sich an die BN-Kreisgruppe Bad Kissingen unter bad-kissingen@bund-naturschutz.de, Tel. 0160/506 21 77, wenden.
Hier werden Zäune aufgestellt
Artenkenntnisse sind nicht notwendig. Finanziell unterstützt wird die Aktion vom Landschaftspflegeverband des Landkreises Bad Kissingen.
An folgenden Strecken werden Zäune von ehrenamtlichen Herferinnen des Bundes Naturschutz aufgestellt: an der B27 bei Obereschenbach, zwischen Sulzthal & Euerdorf ST2290, An der KG2 zwischen Weichtungen und Wermerichshausen, an der KG2 zwischen Maria Bildhausen-Kleinwenkheim, in Weissenbach an der KG 31, Haard KG 17, an den Waizenbacher Teichen St2293, in Schondra bei der Autobahnunterführung und in Premich an der St2267. red










