Schon zu Beginn der Flurbereinigung, als viele Streuobstflächen aufgegeben wurden, hat der Bund Naturschutz (BN) mit Hilfe von Spendengeldern Flächen in Großenbrach und Untererthal aufgekauft. Diese werden seit den 1990er Jahren als Streuobstwiesen gepflegt, so eine Pressemitteilung. Neben der Pflege von alten Sorten gehören auch Schnittkurse und Führungen dazu.
So veranstaltete der BN Streuobsttage in der Grundschule Dittlofsroda und in der Grundschule Euerdorf. Dabei konnten die Kinder Apfelsorten probieren und zum Teil auch Apfelsaft pressen und trinken. Allgemeines Lob aus Kindermund: „Das schmeckt mir viel besser!“ Denn frisch und ungefiltert schmeckt der Saft anders als der pasteurisierte Saft.
Außerdem führte Naturparkrangerin Martina Faber Kinder und Erwachsene in Untererthal ins Reich der Steinkäuze. Sie zeigte, wie eine Steinkauzröhre gefüllt und aufgehängt wird. Schließlich konnte, wer wollte, sogar einen Blick auf einen Steinkauz in seiner Röhre werfen.
Wie lässt sich so eine Streuobstwiese über Jahrzehnte erhalten? Neben dem Baumschnitt können die Ernte und die Vermarktung gerade in den Jahren, in denen viele Äpfel an den Bäumen hängen, ein Problem sein.
In diesem Jahr halfen neben den üblichen Aktiven in der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz auch drei Frauen von der Elfenbeinküste und ihre Kinder mit. Gesine von Postel vom Hammelburger Flüchtlingshilfekreis hat den Kontakt zu den Asylbewerberinnen hergestellt. Als Dankeschön bekamen sie Apfelsaft in Kartons, und zwar von der Charge an Äpfeln, die sie geerntet hatten.
Diese Kartons (fünf und zehn Liter) werden in Bad Brückenau in der Geschäftsstelle des Bundes Naturschutz, Ludwigstraße 20, dienstags am Vormittag und mittwochs am Nachmittag verkauft.
Beim nächsten Regionalmarkt in Bad Brückenau am Samstag, 25. Oktober, können neben Apfelsaft auch Äpfel der Sorten Goldparmäne, Gewürzluiken, gelber Bellefleur, roter Boskoop und Goldrenette sowie Quitten gekauft werden. Eva Reichert-Nelkenstock und Robert Hildmann vom BN planen für kommendes Jahr, verstärkt auf dem Brückenauer Regionalmarkt und auf Bestellung Äpfel zu vermarkten, heißt es in der Pressemitteilung.
Die Äpfel, die nicht als Saft vermarktet werden können, gehen als Bioware an die Keltereien der Firma Hoffmann oder die Rhöner Apfelinitiative. red








