RLS-Selbsthilfegruppe
Wenn Ruhe keine Erholung bringt: 20 Jahre Austausch und Zusammenhalt
Herta Hey (vorne), die vor 20 Jahren die Selbsthilfegruppe gründete, wurde von Birgit Kempf (links) und Heidi Hahn mit einem Blumenstrauß geehrt.
Herta Hey (vorne), die vor 20 Jahren die Selbsthilfegruppe gründete, wurde von Birgit Kempf (links) und Heidi Hahn mit einem Blumenstrauß geehrt. // Ingrid Mützel
Bad Kissingen

Das Restless-Legs-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, von der etwa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Die Krankheit ist immer noch weithin unbekannt und unterschätzt, schreibt Herta Hey in einer Pressemitteilung.

Sie äußert sich besonders im Ruhezustand, vor allem abends und in der Nacht, durch Missempfindungen, vor allem in den Beinen, verbunden mit einem starken Bewegungsdrang. Die Beschwerden verstärken sich durch Ruhe, Sitzen und Liegen. RLS ist oft familiär bedingt, also vererbt, und betrifft überwiegend Frauen. Diese Erkrankung wird oft erst nach einem langen stillen Leidensweg erkannt. Herta Hey ist selbst davon betroffen und gründete vor 20 Jahren eine Selbsthilfegruppe für den Raum Bad Kissingen, Schweinfurt und Rhön-Grabfeld. Diese Gruppe trifft sich einmal in jedem Quartal zum Austausch. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Selbsthilfegruppe für Restless-Legs-Syndrom Bad Kissingen fand das Treffen in einem anderen Rahmen als sonst statt.

Überraschung für die Gründerin

Als Ort zum Feiern und zur Begegnung wurde das Schreinersch-Haus in Machtilshausen ausgewählt. Dort begann das Treffen mit Kaffee und Kuchen. Herta Hey wurde mit einer Ansprache und einem Blumenstrauß von den Gruppenmitgliedern geehrt.

Bei der anschließenden Führung durch das historische Fachwerkhaus aus dem Jahre 1488 wusste Ingrid Mützel viel zu berichten. Das zerfallende Gebäude wurde durch den Verein für Gartenbau, Brauchtums- und Heimatpflege Machtilshausen mit viel Engagement und Zuschüssen der deutschen Denkmalpflege wieder instandgesetzt und ist heute eines der wichtigsten Baudenkmäler in Bayern. Viele über Jahre gesammelte Einrichtungsgegenstände, Werkzeuge und Hausrat erinnern an vergangene Zeiten, und einige wecken eigene Kindheitserinnerungen.

„Es tat gut, sich mal nicht nur über unsere Erkrankung auszutauschen, sondern auf andere Art Gemeinschaft zu erleben“, so Hey. Mit einem gemeinsamen Abendessen, zu dem alle etwas beitrugen, klang der Nachmittag aus.

Das nächste Treffen der RLS-Selbsthilfegruppe findet am Samstag, 18. Juli, um 15 Uhr in der Gaststätte Eintracht in Reiterswiesen statt. red

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