Anlässlich der 7. Bayerischen Demenzwoche, die vom 18. bis 27. September 2026 stattfindet, bietet das Digitale Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern) erneut ein umfangreiches Angebot an Demenz-Screeningtagen: Bürgerinnen und Bürger können in allen bayerischen Regierungsbezirken an mehr als 75 Veranstaltungen ihre Gedächtnisleistung testen lassen, wohnortnah und kostenfrei. Mit dieser Welle an Screeningtagen knüpft digiDEM Bayern an die erfolgreichen Vorjahre an, heißt es in einer Pressemitteilung.
Ab 65 Jahren
Die Gedächtnistests richten sich an Menschen ab 65 Jahren, die bei sich selbst eine Verschlechterung des Gedächtnisses wahrgenommen oder bei denen nahestehende Personen ein Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit bemerkt haben. digiDEM Bayern wird im Rahmen der Bayerischen Demenzstrategie vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) gefördert und aktiv unterstützt.
„Mit mehr als 75 Screeningtagen bei der Bayerischen Demenzwoche ist aus einer ehemaligen Pilotidee eines der größten Demenz-Früherkennungs-Programme Europas geworden", sagt Prof. Dr. Peter Kolominsky-Rabas, Neurologe und Projektleiter von digiDEM Bayern. „Möglich wird dies durch die gute Zusammenarbeit mit unseren Forschungspartnern vor Ort sowie den regionalen digiDEM Bayern-Projektassistenzen."
Im Rahmen der Bayerischen Demenzstrategie haben seit Sommer 2022 an 282 Testtagen bayernweit 7358 Personen ihre Gedächtnisleistung überprüfen lassen. Bei 26 Prozent lag ein abklärungsbedürftiges Testergebnis vor.
Ein auffälliges Testergebnis ist kein Anlass zur Beunruhigung, heißt es in der Mitteilung. Im Gegenteil: Es ist der erste Schritt zu Klarheit. Erste Warnzeichen wie Vergesslichkeit oder Orientierungsprobleme werden im Alltag oft verharmlost oder verdrängt.
Für die rund 26 Prozent der Teilnehmenden mit einem auffälligen Ergebnis ist der Demenz-Screeningtag deshalb oft der Auftakt zu einer fachärztlich gesicherten Diagnose und damit zum Ende der Unsicherheit – auch für die besorgten Familienmitglieder. Die Testung öffnet zudem den Zugang zu medikamentösen und psychosozialen Behandlungsoptionen sowie zu Pflegeleistungen, etwa wenn eine Pflegestufe beantragt werden kann. So bildet sie die Grundlage für eine vorausschauende Versorgungsplanung, solange Betroffene selbst noch aktiv mitentscheiden können.
Möglich wird dieses niedrigschwellige Angebot durch die enge Zusammenarbeit mit einem eigens aufgebauten, bayernweiten Netzwerk aus mittlerweile 312 Forschungspartnerinnen und Forschungspartnern sowie Projektassistenzen – darunter ambulante Pflegedienste und Tagespflegeeinrichtungen, Fachstellen für pflegende Angehörige, Gedächtnisambulanzen, Arztpraxen, Apotheken, Kliniken, betreute Wohneinrichtungen sowie die in Bayern etablierten Gesundheitsregionenplus.
„Wir vereinfachen den Zugang zu Gedächtnistests und erreichen die Menschen frühzeitig", sagt Prof. Dr. Kolominsky-Rabas. „Dies ist besonders in den ländlichen Regionen wichtig, wo die Anfahrtswege und Wartezeiten lang sind." Der wissenschaftliche Kurztest ersetzt keine umfassende ärztliche Diagnose, doch nach 15 bis 20 Minuten liefert er erste Hinweise darauf, ob eine weitere fundierte Abklärung sinnvoll ist.
Kurz vor, während und nach der Bayerischen Demenzwoche führt digiDEM Bayern insgesamt mehr als 75 Demenz-Screeningtage in ganz Bayern durch. Auf der Webseite des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention zur Bayerischen Demenzwoche (demenzwoche.bayern.de) erhalten Interessierte unter dem Suchbegriff „digiDEM Bayern" detaillierte Informationen zu den jeweiligen Demenz-Screeningtagen. red





