Unter uns am ObermainVon Markus Häggberg
Ein Abend mit Rosie und Wittgenstein
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Das Leben hält Begegnungen bereit. Mit einem Lächeln und beinharten Erkenntnissen.

Das Leben ist tückisch. Allerdings ist es im Gegenzug dazu auch trügerisch, doppelbödig und nicht nur riskant oder perfide.

Wenn man dann all das Unberechenbare weglässt, bleibt eigentlich nur noch ein bisschen Risiko übrig.

Das alles ging mir durch den Kopf, nachdem ich der fröhlichen Rosie begegnen durfte.

Rosie ist Engländerin, sehr gebildet, sehr geschult und von Berufs wegen mit erstaunlich tiefen Einblicken in das Wesen von Sprache gesegnet.

Aber es kommt noch schlimmer: Rosie ist von Berufs wegen auch noch mit Informationen und Wissen zum stillen Verschleiß der Liebe versorgt.

Denn Rosie ist nicht nur fröhlich, sie versteht auch Wittgenstein zu zitieren.

Bedeutung von Sprache

Vor allem das hier: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“

Mit Blick über den See und auf ein Paar, das sehr vertraut miteinander wirkt, erklärt sie, dass man unter keinen Umständen aufhören sollte, ausführlich miteinander zu sprechen.

Oder mit anderen Worten: Scheiß was drauf, wenn harmonieverliebte Leute mit ahnungslosem Stolz so Dinge wie „Wir verstehen uns ohne Worte“ blubbern.

Denn wer seine Sprache nicht nutzt, um tief und tiefer hinter die Wesenshaftigkeiten der Dinge zu blicken, der läuft natürlich Gefahr, sich auf Dauer intellektuell entbehrlich (und reizlos) zu machen.

Selbst bei dem vertrautesten Menschen mit dem süßesten Lächeln.

Das muss natürlich nicht so kommen, manchmal findet man einen anderen Menschen ja auch einfach nur körperlich toller.

So oder so bietet das Leben nicht nur Minen, sondern durchaus auch Sprengfallen.

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