Der Ort erlebte am Samstag einen unerwarteten großen Zuspruch an interessierten Besuchern. Denn das Jubiläumsprogramm hatte viel Historisches und auch Zeitgemäßes zu bieten.
So kamen bereits die ersten Besucher am Vormittag, um die ausstellenden Höfe zu besuchen und die Traktoren an den Hofeinfahrten zu bestaunen. Die aufgestellten Info-Bretter an jedem Traktor gaben Hinweise auf die jeweilige Hofgeschichte und die wichtigsten Schlepperdaten.
Mit Spannung erwarteten die Besucher die Felsenkellerführungen, die am Nachmittag, nach der offiziellen Eröffnung des Jubiläumstags begannen. Die Eigentümer sperrten an diesem Tag ihren sehr gut erhaltenen und noch intakten Bierkeller auf. Dazu gab es ausführliche Informationen über die Historie und den Betrieb durch das alte Wirtshaus „Wildenstein“, zu dem der 17 Meter lange Keller gehört, der auch im Hochsommer mit nur acht Grad Celsius das Bier kühlte. Viele Besucher testeten dies mit einem Schluck „Kelleräffla“, das vier Wochen eingelagert war. Insgesamt wurden fünf Führungen im Keller angeboten.
Rundgang durch das Dorf
Der ortsgeschichtliche Dorfrundgang, als Programmpunkt der Sommererkundungen des Geschichtsvereins Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) angeboten, war nicht nur für die Ortsbewohner, sondern auch für viele Menschen aus der Region ein Grund, nach Vogtendorf zu kommen. Kreisheimatpfleger Christian Porzelt aus Kronach führte die ca. 150 Personen an die markanten Orte und erläuterte deren Geschichte in Zusammenhang der gesamten Ortsentwicklung. Dies ließ sich auch Bezirksheimatpfleger und Vorsitzender des CHW, Professor Günter Dippold, nicht entgehen.
Nicht nur eine optische Bereicherung des Fests war der Auftritt von „Biedermeier Frankenwald“. Dessen Leiterin Petra Löhner gab Einblicke in die Biedermeierzeit um 1830 herum. Die aufgeführten Gesellschaftstänze wurden beklatscht, und einige Besucher fügten sich beim Rundtanz Gigue in die Tanzgruppe ein.
Natürlich beteiligten sich auch die Historischen Gruppen aus Kronach und Unterrodach an dem Festtag der Vogtendorfer. So marschierten die Tapferen Weiber von Kronach, die Cronacher Ausschusskompanie, das Königlich Preußische Freykorps Adolf von Lützow 1813 Sektion Kronach, die Bürgerwehr – das ist die Fürstbischöfliche Bambergische Schützen- und Artilleriekompanie zu Cronach − der Stadtvogt Jens Schick mit Gefolge und die Flößer aus Unterrodach auf den Festplatz mit dem Marsch „Preußens Gloria“ ein. Begrüßt wurden sie mit großem Applaus. Jeder der Obristen und Anführer durfte sich vorstellen und über den Bezug seiner Gruppe zu Vogtendorf berichten. Ein Salut der Ausschüsser durfte nicht fehlen.
In den Grußworten zollten Politiker und Geistliche den Vogtendorfern ihre Hochachtung.
Danach wurde ein ortsgeschichtlicher Höhepunkt zelebriert. Ein eigens dafür geschriebenes Doku-Theaterstück wurde bei schönstem Wetter auf der Bühne des schönen Lindenhofes aufgeführt: „Der letzte Bürgermeister von Vogtendorf“ wurde von den aktuellen Lokalpolitikern mit ihren Kollegen und Freunden in einer ganz besonderen Art gespielt. Die vielen Zuschauer waren begeistert. Es ging um die politische Arbeit eines Gemeinderates in den 1960er und 1970er Jahren und was sich mit der Gebietsreform im Ort und im ganzen Landkreis Kronach änderte.
Tosender Applaus ertönte am Ende, besonders für die Gemeindeschreiberin Edeltraut Jakob, denn sie war vor mehr als 50 Jahren auch die echte Protokollführerin, die den „Männerhaufen“ zusammenhielt.
Abschluss mit „Soundrise“
Den musikalischen Abschluss des Tages gestaltete die junge Band „Soundrise“. Die vier Musiker begeisterten nicht nur das junge Publikum mit einem breiten Spektrum an Rock- und Pop-Coversongs und der sehr professionell auftretenden Sängerin Mia.
Eine Bilderausstellung im alten Schulsaal gab Einblicke in das Vogtendorfer Gemeindeleben des vergangenen Jahrhunderts.
Über den ganzen Tag hinweg gab es Blechkuchen und Brotvariationen. Auch hier galt das Motto: Es muss nicht immer Bratwurst und Steaks geben – das gab es am Sonntag auf der Kerwa der Feuerwehr und des Musikvereins.
So war das Gesamtprogramm des Jubiläumstages – für Vogtendorf typisch – einfach etwas anders.
Freude über das Gelingen
Hauptinitiator und Ideengeber Hermann Zeuß zeigte sich äußerst zufrieden über den Verlauf mit mehreren Freudentränen in den Augen. Denn alle Programmpunkte fanden Begeisterte, die sich mit viel Elan und Spaß für Vogtendorf ins Zeug legten. Daraus wurde ein überaus gelungenes Jubiläum mit Bewunderung der zahlreichen begeisterten Besucher. red











