Schon seit 1985 besteht zwischen Oberreichenbach und St. Robert ein festes Band. Genauer gesagt sind die Einwohner der beiden Gemeinden schon seit vielen Jahren die dicksten Freunde. So dick, dass die Oberreichenbacher sogar den französischen Nationalfeiertag standesgemäß feierten.
Schon seit Tagen kündigten die beiden gehissten Fahnen am Dorfplatzes das Fest an. Die französische Fahne für den Feiertag hatte Bürgermeisterin Sandra Berlacher extra für diesen Zweck besorgt. Dann wehten deutsche und französische Flagge Seite an Seite, als würden sie wie die Gäste des Festes den seit 1789 existierenden Tag der Franzosen würdigen.
Organisiert hat die Festivität der rührige Partnerschaftsverein um die schon seit 2018 für das Band zwischen den beiden Gemeinden aktive Vorsitzende Veronika Walther.
Jetzt gebe es die Partnerschaft schon 41 Jahre, erklärte Walter. Grund genug, den Ehrentag selbst dann zu feiern, wenn die französischen Freunde das Fest für die Unabhängigkeit und den Frieden Hunderte Kilometer entfernt feierten. Denn dieses Jahr hatten die Partnergemeinden den Mai für die rauschende Jubiläumsparty gewählt: Die Franzosen waren angereist, um 40 Jahre Partnerschaft gebührend zu feiern. Als Dank für das Engagement für die Freundschaft zwischen St. Robert und Oberreichenbach hatten die Franken Annie Gautier, der Vorsitzenden des dortigen Comité Jumelage, die Ehrenmedaille der Gemeinde verliehen.
St. Robert – Oberreichenbach. Oberreichenbach – St. Robert. Wie grenzenlose Pendler statten die einen den anderen jedes Jahr einen Besuch ab. 2027 werden sich die Oberreichenbacher dann in Richtung Frankreich aufmachen.
Durch die vielen Jahre seien die Menschen fest miteinander verbunden, erzählte Walther, dass da schon spannende Geschichten entstanden seien. So habe man den Franzosen als Überraschung ein wunderschönes handgefertigtes Bänkchen geschenkt, als diese nach Oberreichenbach kamen. „Die Franzosen hatten dieselbe Idee gehabt und uns genau dasselbe geschenkt“, lachte Walther. Sie schüttelte den Kopf, als würde sie es noch immer kaum glauben. Das sei aber nicht das Ende der Story, sagt Walther: Mit speziell designten Freundschaftstassen habe es genau dasselbe gegeben. „Wir kennen uns eben.“
Das hübsche Holzbänkchen hat man an den Dorfplatz gestellt. Die ehrwürdige französische Kastanie, die dort steht, bewacht es. Selbst der Baum schildert die enge Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden, denn den haben die Franzosen den Franken ebenfalls geschenkt. Für das Fest haben die Oberreichenbacher um ihn das blau-weiß-rote Bändchen geschlungen, dass die Farben der Trikolore darstellt. Ebenso gefärbte Fähnchen zierte die Tische, die für das charmante Fest des Nationalfeiertages den Dorfplatz säumten.
Baguette und Wein, die Gäste des Partnerschaftsvereins genossen standesgemäße Kost. Sogar französischen Kartoffelsalat, dessen spezielles Extra der berühmte Dijon-Senf ist.
Doch selbst wenn die Franzosen das Fest nicht mitfeierten: Ein Franzose ist dabei gewesen. Jean Pierre Beaudet ist jetzt seit vielen Jahren Münchauracher. Zwischen ihm und den Oberreichenbachern besteht schon lange eine enge Freundschaft. Er habe die Berge Grenobles gegen die fränkischen Spargelfelder getauscht, verrät er lachend, weil ihm Franken bestens gefalle. Ob ihm das Fränkische schon geläufig sei, wurde er gefragt. Er nickt: „Bassd scho.“









